Inhaltshinweis!: (18+)
•In dem folgenden Text finden sich Darstellungen von detaillierter Gewalt, religiösen Anspielungen oder Thematiken, sowie der Verwendung abwertender- und verwerflicher Sprache.
•Die Zugänglichkeit dieses Textes für Personen unter 18 Jahren ist strikt untersagt, da es ansonsten schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Kapitel 1. Rückenwind der Oberen
Es sind nun Zehn Jahre, seit dem Tod meiner Mutter vergangen. Ich nutze nun diesen Anlass, um meine Gefühle mal ein wenig in Worte zu fassen, schätze ich.
Mal sehen, ob das meiner Seele etwas guttun könnte.
Als die Landwirte mich an diesem schicksalhaften Tag, aus meinem Versteck befreiten, verstand ich die Welt nicht mehr.
Nicht nur wurde mir von jetzt auf gleich meine eigene Mutter genommen, sondern verschwanden auch die untolerierenbaren Schmerzen an meiner Wirbelsäule spurlos und kamen bis heute nicht wieder zurück.
Sie hoben mich aus dem Loch und ich konnte meine Beine bewegen, obwohl ich keine Schmerzmittel vorher zu mir nahm. Eigentlich hätte dies ein reiner Segen für mich sein sollen, doch nach all dem was in diesen letzten Stunden geschah, konnte ich für dieses Wunder keine Freude empfinden.
Allgemein wurde meine gesamte Lebensfreude, von diesem Tag an, wie ein nasser Schwamm, rücksichtlos ausgequetscht. Alles ist wie, als würde ein grauer Schleier sich quer durch meinen Körper ziehen und meine Seele, von Tag zu Tag immer mehr nach unten quälen.
Einige Zeit verging und ich wurde bei den Landwirten, in der benachbarten Kommune, »aufgezogen«, wodurch eine noch miserablere Zeit für mich begann.
Mein neuer Wohnsitz war nun in einem mehrstöckigen Landhaus, in dem auch andere Mitglieder der Kommune unterkamen. Ich wurde in das Zimmer, am oberen rechten Rand des Hauses zugeteilt, wobei ich dieses mit einem Mädchen namens Sill teilte. Unsere Betten waren jeweils an den beiden Enden des Raumes aufgebaut und eine kleine Schrank-Kommode aus Holz, in der Mitte der zwei Betten, war das Einzige was den Sichtkontakt zwischen uns abgrenzte.
Sill war früher ein fanatischer Insektensammler und besaß einen Flechtkorb voller Blautanz-Heuschrecken, denen sie immer auf den mittleren Schrank platzierte und ihnen, durch eine kleine Lücke im Korb, enthusiastisch zusah. Ich muss ehrlich zugeben, dass diese Insekten, durch ihre blaufarbigen Kreise, am Vorderleib ihres Körpers, eine eigenartige, hypnotisierende Art an sich besaßen. Doch sprangen diese Tiere durch die leichtesten Bewegungen, ruckartig auf, was meinen schon schlechten Schlafzyklus, noch mehr durcheinanderbrachte und mich eher wachmachten als schläfrig.
Sie steckten mich anschließend in die Dorfschule, dessen Anzahl von fremden Gesichtern mich durchaus, mental ins Schwanken brachte. Wobei, wem mach ich hier was vor, ich hatte panische Angst vor diesen neuen Kindern.
Ich versuchte, soweit ich es konnte, mich von diesen zu isolieren, was ich als alleinsitzender, in der hinteren linken Reihe, relativ erfolgreich ausführen konnte.
Die Fächer waren relativ einfach. Meine Mutter bemühte sich immer, mir allgemeines Wissen wie; Lesen, Schreiben, Rechnen und andere Alltagsdinge beizubringen, was mich tatsächlich relativ weit, im punkto Wissens, des gelehrten Lehrstoff voraus warf.
Dadurch konnte ich diese Gelegenheiten nutzen und mein unbemerkt dösen, ohne dass ich mit irgendwelche Wissenskonsequenzen dafür rechnen musste, fortsetzen.
Diese Angewohnheit machte mich jedoch nicht wirklich beliebt, bei den anwesenden Lehrern.
Unsere Schule besaß drei Lehrer: die Mathematik-, Rechtschreib- und Haushaltslehrerin Frau Brachtel, eine abgründige Schabrake, die Kinderhass zu ihrem Hobby machte, so sagten es die anderen zumindest. Der Natur- und Landwirtschaftslehrer, Herr Globe, der ein Mann mit einer konstant heißeren und kratzigen Stimme war. Obwohl dieser immer versuchte streng zu wirken, war er meistens mehr amüsant als furchterregend. Und die letzte von diesen, war Frau Baldrian, die Literatur und Landeskunde Lehrerin.
Ich würde sie als die einzig nette und ehrliche Erwachsene in dieser Kommune beschreiben. Sie war auch die Frau, die mir den fast unbegrenzten Zugriff zu der Bibliothek gab, solang ich diese logsicherweise in mindestens einer Woche wieder zurückgab. Diese Frau schien mich zu mögen, (zumindest fühlte es sich immer danach an), was ich etwas seltsam fand, denn schließlich passte ich ebenfalls nur begrenzt in ihren Lehrstunden auf und war sonst kein wirkliches Genie in irgendetwas. Sie fragte mich jeden Tag, wie es mir den ging würde und was in meinem Leben gerade so vor sich ging. Diese Frau schien sich um mich zu Sorgen, was ich zwar als eigenartig empfand, doch war sie mit dem Leiter der Kommune die einzige Erwachsene, die sich tatsächlich um mein Wohle sorgte, was ich eigentlich immer zu schätzen wies, obwohl ich ihr es nie offen sagte.
Jeden Mittwoch und Samstag, gab es eine spezielle Bildungsstunde, in der die Politik und die Taten des Barons vermittelt wurden.
Ich wurde, den Götter sei Dank, von diesem Unterricht, von dem Leiter der Kommune, persönlich, freigestellt und sollte niemals an Informationen zu diesem Mann gelangen, wobei mir dabei auch der Zugriff auf Buchmaterial, was sich auf den Baron bezog, strikt verboten wurde.
Wieso besaß der Mörder meiner Mutter ein eigenes Schulfach, und warum war mir weitere Information zu diesem Mann untersagt? Ich hatte so viele Fragen, auf viele ich bis heute keine Antwort erhielt.
An meinem 10. Geburtstag beschloss ich von dem stickigen und riechenden Holzhaus, was ich für drei Jahre mein Zuhause nannte, an meinen Ursprünglich Wohnort zurückzukehren und da ein Zeltlager aufzuschlagen, wobei ich diese Idee aus einem meiner Bücher bekam.
So bekam ich, nach einem Gespräch mit dem Leiter der Kommune und einigen Ratschlägen von Frau Baldrian, endlich die Erlaubnis, allein zu leben und erhielt dazu sogar eine Grundausstattung, für das Überleben im Freien, mit einer dazugehörigen kleinen Rationen Ansammlung.
Ich wohnte also wieder an meinem Ursprungsort, hier verspürte ich eine fast schon positive Aura, die mich für eine gewisse Zeit, ein wenig zufrieden stellen konnte. Ich fühlte mich hier einfach…, willkommen.
Die Schule musste ich jedoch trotzdem noch stemmen, was nun bedeutete, dass ich, jeden Morgen, außer sonntags, den gesamten Bergpfad hinunterlaufen und am Ende des Schultages wieder herauflaufen musste.
In meiner nun alleinigen Freiheit, errichtete ich also mein Zelt und baute mir zugleich eine Kochstelle, auf einer Wiese gegenüber der Ruine meines alten Hauses, auf. (PS: Dies braucht mehr Anläufe, als ich es zuerst erhoffte)
Die äußere Toilette von früher, blieb zum Glück noch bestehen. Sie war nur ein wenig verwittert, doch durchaus noch Funktionstüchtig.
Aus dem immer noch vorhandenen Geröll, der aus der Leiche des alten Hauses quoll, baute ich mir, aus den verwitterten Balken die das Haus vorher zusammenhielten, ein kleines Bücherregal, was trotz einiger »künstlerischen« Merkmalen, den Kräften der Natur trotz alldem standhalten sollte.
Diese Isolierung machte mich aber spürbar unbeliebt, bei den anderen Schülern und Erwachsenen.
Ich konnte ihnen förmlich von ihren Gesichtern ablesen, wie sehr sie mich verabscheuten und mich als Desolaten abstempelten.
„Doch dies, sollte mir ab nun an egal sein“, versuchte ich mir selbst einzureden. Die Meinung andere sollte mich nicht beeinflussen oder verwirren.
Ich bin nun mal nicht wie sie, dass musste ich nun, konsequent akzeptieren.
Trotzdem fragte ich mich einige Male nach dem, was meine Klassenkameraden denn von mir dachten. Doch versuchte ich dies,
mit all meiner vorhanden Macht zu unterdrücken.
Jedoch wäre es schönes Gefühl, wenn eine Person mich freiwillig ertragen würde.
Ich möchte nicht das sie mich has- <der folgende Rest dieser Seite wurde unkenntlich, mit gekritzelter Tinte gemacht.>
Einige Zeit verging und ich kam zu dem Abschluss der Schulzeit, dessen Kapitel ich damit endgültig abschloss. Ich war nun sechszehn Jahre alte und meine Teilzeitaufgabe bestand nun daraus, bei den Ernten zu helfen und bei anderen Dingen, in der Landwirtschaft auszuhelfen. Jeden Tag für fünf Stunden, dass ab sieben Uhr morgens.
Die Arbeit war aushaltbar, nur die ständigen Parolen, den die Aufseher von sich gaben, waren erniedrigend. Mir ist zwar klar, dass ich so früh morgens meistens nicht ansprechbar war und oftmals kurz vorm Einschlafen schien, doch das ohrenbetäubende Schreien der Aufseher, wenn man nur eine Sekunde zu viel verschnauft hatte, war…, ich würde nicht sagen verängstigend, jedoch würde ich lügen, wenn meine Tränendrüse davon nicht einige Male angekratzt wurde.
Dies war also nun mein Leben, verdonnert auf ein tristes Leben auf dem Feld, ohne Sympathie, Empathie und ohne Freude.
In der jetzigen Gegenwart, bin ich achtzehn Jahre alt und eine Verbesserung erhoffe ich schon vergebens. Ich muss immer noch die gleiche Feldarbeit tätigen und meine Freizeit verbringe ich wie gemäß allein. Obwohl mein Zelt wärme gut speichern konnte, schlief ich meist draußen und starte endlos in den rotierenden Nachthimmel und lauschte den Geräuschen der Nächtlichen Ambiente.
Außer wenn ich “Ihn“ wieder spüren musste, dann verkroch ich mich wieder in mein sicheres Zelt.
Ich h Heut Am nächst. Wieso verstelle ich mich in meinem eigenen Schreiben, niemand würde dies hier jemals lesen. Meine Seele und Verstand, sind seit den letzten Jahren immer mehr in den Abgrund geraten.
Die Schlaflosen Nächte, die kopfzerbrechenden Selbstgespräche und die dazugehörigen Zweifel.
Ich weiß nicht mehr, ob ich das alles noch aushalten kann.
Die Anderen scheinen so zufrieden und glücklich zu sein, wieso kann ich mich nicht einfach so fühlen? Sie alle haben Personen die ihnen Mut zusprechen und sie bei allem unterstützen, was hab ich? Niemanden. Die einzige Person auf diesen verdorbenen Planten, die sich jemals für mich interessierte und mich mochte, so wie ich bin, wurde mir von abschäumlichen Baron genommen, dazu muss ich es auch noch tolerieren, dass dieser Abschaum ein angeblicher Held des Volkes sein soll? Ein verehrter Messiah? Dieser Mann hat meine Mutter umgebracht, und wird jedoch von vielen im Dorf, morgens mit Dankbarkeit geheilt.
Ich bin dem Anführer dieser Kommune zwar dankbar, dass er mich von diesen Ritualen und Veranstaltungen immer freistellte, doch der Grundgedanke daran, dass der Mann, der einem Menschen so etwas schreckliches antat, immer noch frei und unbestraft herumlaufen darf…, diesen bekomme ich einfach nicht aus dem Kopf. Dazu kommen auch noch die Erscheinungen dieses alten Mannes, die ich Seit einigen Jahren erlebe. Manchmal höre ich dessen Geräusche nur, doch manchmal liegt er einfach vor mir oder spreizt sich ominös in der Ferne.
Dessen Körper war trocken und blass, es ähnelt denen einer Leiche, dazu trugt er nur ein zerrissene Sack-Hose und war sonst überall nackt, mit vernarbten Stellen überall an seinem Körper.
Es floss außerdem Blut, aus dessen aufgeschnittenen Hals, während er verstörend, krampfendes Ausatmen von sich gab, dass durch die Körpersäfte die in tief in dessen Luftröhre flossen, sich noch grauenhafter anhörte.
An gewissen Nächten stöhnte dieser in meinen kalten Nacken oder erschien in meinen Albträumen. Dies muss das Anzeichen sein, dass ich verrückt werde.
Niemand sonst hat dieses Wesen gesehen, aber warum sollten die Götter mich derart peinigen? Mache ich etwas falsch? Ich wünschte sie könnten mir darauf antworten.
Ich möchte Schreien, dieser Druck in meinem Kopf, dessen Gewicht sich stetig steigert, und das Gefühl, dass von Tag zu Tag meine Haut verlässt und diese mit blassen Flecken hinterlässt. Ich habe Angst, ich weiß nicht was ich tun soll. Ich sollte immer stark bleiben und standhaft sein, doch kann ich in diesen Zeiten meine hilflosen Tränen einfach nicht zurückhalten. Das ist nicht was ich geplant hatte, die roten Schatten der Bäume, den Geschmack von Blut, was ist falsch mit mir? Selbst mein eigenes Spiegelbild kann ich nicht mehr ausstehen. Was hat dieses Leben noch für ein Sinn? Vielleicht sollte ich… Nein. Noch nicht. Ich gebe diesen Gedanken noch ein wenig Zeit. Bitte-
Amoñ warf ruckartig seine Schreibfeder auf den hölzernen Klapptisch, dessen Rest-Tinte sich auf dem Tisch verteilte, und er sich darauf erschöpft zurücklehnte.
Er ließ sich bis zum Beckenknochen nach hinten fallen und behielt seine unruhigen Beine auf Baumstamm, den er als sein Schreibstuhl missbrauchte, während er tief, in den endlosen Dickicht des Waldes sah, wobei dessen Augen sich weigerten zu blinzeln.
Sein Haar, was gerade so lang war, dass es dessen Schulter berühren konnte, wehte in den milden Windzügen der späten Nacht und verbreitete sich frei auf dem grasigen Moosboden, während Amoñ paralysiert, ohne eine Miene zu verziehen, in die gegenüberliegende Ferne starrte, wobei sich dessen Augenlieder immer mehr verdunkelten.
Nach einer ungewiss vergangenen Zeit, legte Amoñ seine beiden Hände auf sein, ausgebleichtes Gesicht und zog diese langsam seinen Schädel hinunter. Er atmete währenddessen tief aus und murmelt leise zu sich selbst, „Bin ich wirklich nicht geschaffen für diese Welt? Das hier ist erneut der Beweis dafür, wie wertlos ich eigentlich bin.“
Amoñ begann sich langsam aufzurichten und formatierte die beschriebenen Zettel, zu einem wild geordnete Stabel zusammen, den er anschließend zwischen den Büchern in seinem Regal verschwinden ließ.
Nach dem er letztlich die Öllampe ausblass, die ihm die gesamte Zeit das einzige Licht spendierte und die Dunkelheit damit in Schacht hielt, schlenderte dieser, sichtlich niedergeschlagen zu seinem offenen Schlafplatz hinüber und schlüpfte langsam, in seine dicke Wolldecke hinein.
Es war nun ca. Zwei Uhr nachts, schätzte Amoñ, und starrte verzweifelt in den trüb funkelten Nachthimmel, dessen Wolkendecke nur durch den Schein des Mondes und einen lilanen Schimmer durchbrochen wurde, während er in seinem Kopf das zuletzt Geschriebene reflektierte.
Er wusste nicht, warum er immer noch so aufgewühlt war. Sein Herz pochte mit starken Schlägen, fast aus dessen Brustkorb heraus, wobei unterdessen sein Körper eine eiserne kälte verspürte, dessen Kälte jedoch nicht von der Nacht kam. Die Außentemperaturen waren zwar niedrig, doch gegen die speichernde Wärme dessen dichten Schafspelzes, hatte diese eigentlich keine Chance.
Es kam jedoch vielmehr aus Amoñ´s Inneren. Sein Körper spuckte regelrecht die Kälte aus und ließ dessen Haut, wie eine Mimose, zwickend zusammenzucken.
Amoñ versuchte, mit all seinem Verstand, sich zu beruhigen und irgendwie einzuschlafen, schließlich musste er morgen auf dem Feld, mit erwarteter Pünktlichkeit erscheinen. Jedoch pochte sein Schädel stark und dessen Körper wechselte schleuderhaft von warm zu kalt, was ihm das Runterkommen unmöglich machte.
„Wieso plagt mich jetzt auch noch diese Insomnie?“, sprach sich Amoñ aussichtlos in seinem Kopf vor, „Ich bin wahrlich ein verrottetes Stück Seele. Ich muss jetzt schlafen. Ich darf morgen nicht wieder schwächeln. Nicht auch noch das.“
„Beweint sei dessen Realitätsbruch. Unterdessen spiegelt der schwingende Faden einer Gottheit jedoch, das Bild eines Spalt, in des Lebensnorm der Hülle.“
Kurz nach dem Amoñ´s Körper, sich endlich entspannen konnte und richtig herunterfuhr, wurde dieser, aus dem nichts von einem laut krähenden, weißen Raben geweckt, der wenige Meter neben ihm, auf einem benachbarten Ast, eine harmonische, doch zugleich auch irritierende Melodie von sich gab.
Amoñ öffnete daraufhin, gereizt seine Augen und grub mit seiner Hand, in dem vermossten Erdboden und warf daraufhin ein Bündel Moss, mit der dazugehörige Erde, vor Wut nach diesem.
Mit der Zeit wachten Amoñ´s Augen, gemäß auf und konnten seine Umgebung schon immer klarer und deutlich erkennen. Da bemerkte er das alles um ihn herum hell und weich erschien, eine ungewöhnliche Farbgebung für die Mitternacht. Diese war doch vor kurzen noch stockfinster.
Zu seinem überraschen, war die Nacht schon längst vergangen und die hellen Morgenglänze strahlte penetrant in sein, mit tiefen Augenringen verziertes Gesicht.
Amoñ schaute sich verwirrt um und kniff seine Haut, um herauszufinden ob dies hier die Realität sei, oder nur ein schlechter Traum.
Jedoch, zu Amoñ´s Überraschung, war dies hier die wachechte Realität. Die Sonne schien schon seit einer geraumen Zeit, durch die trüben Wolken des grauen Himmels zu brechen.
Doch bevor er weitere Fragen stellen konnte, sprang der weiße Rabe, mit einem hörbaren Ruck auf und flog elegant in die Komplexität des Waldes, worin dieser zwischen der Ansammlung von trübgrün- schimmernden Holzstämmen verschwand.
Obwohl Amoñ, diese Art von Vogel noch nie zuvor in seinem Leben gesehen hatte, und von dessen Schönheit kurzzeitig geblendet war, konnte er keine Zeit mehr verschwenden und musste sich für die kommende Feldarbeit, passend vorbereiten und kleiden.
Er starrte panisch, wiederholt in den farblosen Himmel, dessen Wolken die gesamte Schönheit der Sonne, aggressiv aussogen und nur Überbleibsel ihrer regenerierenden Strahlen durchsickern ließen, und zog sich dabei seine Klamotten an.
Dessen Hose war schwarz gefärbt und bestand aus grober und dicker Baumwolle, die dazu mit Hilfe zweier Bunde, straff und einfach festgezogen werden konnte.
Sein Oberteil war ein beiges Stoffhemd, mit dünnen Ärmeln, worüber Er eine dunkle, erdfarbene Lederjacke zog, die zwar nicht mit Pelz oder anderen Fell gefüttert war, doch besaß diese eine so beachtliche Dichte, die auch kältere Temperaturen oder andere Einwirkungen mühelos standhalten und isolieren könnte.
Schließlich fuhr Er in seine dunkelbraunen Lederstiefel hinein, die geschickt über dessen farblose Socken, mit grün-roten, gestrickten Linienmuster glitten.
Obwohl dessen Klamotten, in einer sehr guten Verfassung waren und nur wenig zeitliche Abnutzung aufwiesen, waren diese Amoñ´s einzige Kleidungsstücke, ausgenommen dessen Unterwäsche.
Doch trotz dieser Missstände, gab Amoñ keinen, vermeintlich ätzenden Gerüche von sich ab. Dessen Jacke roch zwar unmissverständlich nach frisch geschnittenem Gras und durchwühlter Erde, die durch seine Arbeit auf dem Feld entstanden, doch konnte er durch regelmäßiges waschen, in einem nicht weit entfernten Bergteich, im mitten des Waldes, der sogar einen kleinen Wasserfall besaß, diese Gerüche verbannen und sich dadurch, relativ frisch und geruchlos halten.
Er nutzte diese Nassstelle aber auch als Bade- und Reinigungsort. Das kalte Quellwasser, was mit gewaltiger Stärke aus dem Erdreich schoss, machte Amoñ nicht viel aus. Vielmehr genoss er diese Zeit und ertrank seine Sorgen, während dieser sich regungslos auf dem Wasser treiben ließ.
Letztlich nahm Amoñ ein Haarband, was in der Mitte eines dunkelgrünen Naturlexikons als Lesezeichen genutzt wurde, aus dem Regal hinaus und bund sich damit seine Haare, unprofessionell nach hinten, bis diese schließlich eine Art Dutt ergaben, wobei einige Haare trotzdem an den beiden Kopfseiten hinaus sprossen.
Er konnte daraufhin keine weitere Zeit mehr verlieren und lief, unzufrieden von seinem Rastplatz fort und in Richtung der Landwirtschaftskommune.
Der holprige und schlammige Weg, schlängelte sich, mit weit gezogenen Kurven, durch den Wald, gen bergab.
Amoñ kannte zwar einige Abkürzungen, die dessen Laufzeit weitausgehend verkürzen würden, doch war dieser Weg dadurch nicht weniger eine kräftezehrende und zeitaufwendige Tortur, die er fast täglich meistern musste.
Er hätte den Berg natürlich auch hinunterrennen können, um schneller und pünktlicher an seinem Ziel anzukommen, jedoch wäre die Mühe ihm dies nicht wert.
Er schätzte zwar die Kommune, doch nicht so sehr, dass er sich um solch eine Unpünktlichkeit sorgen oder gar ein schlechtes Gewissen machen würde.
So lief er also, Schritt für Schritt den feucht-trüben Waldweg hinunter, während er mit seinen Tritten gelegentlich, die auf den Boden liegenden Steine vor sich in die Luft trat.
Während er das wehrlose Geröll bergabwärts schleuderte, beobachtete er von oben die Landwirtschaftskommune, die sich langsam hinter dem schützenden Kleide des Waldes auftat.
Obwohl diese noch weit entfernt war, konnte er schon einige Menschliche Umrisse in der Kommune erkennen.
Er sah, wie hektische Gestalten, die über deren Hausbrücken, die mehrere Häuser mit einander verbunden, schlenderten und konzentrierte Arbeiter, die schon auf den zahlreichen Feldern arbeiteten und von dem Morgenbeginn an, ihren Pflichten nachkamen.
„Ein Leben, geprägt von Stress und Pflicht. Ein Leben, was sich rein auf das befriedigen der anderen richtet, und deine eigenen Nöte außenvor lässt. Sich in seiner eigenen Kammer, freiwillig zu verschließen, ein Stich in die eigene Brust…
Wenn man es so sieht, wieso sollte man freiwillig so ein Leben führen?“, fragte sich Amoñ während er in seinem Kopf ein wenig philosophierte, um die Zeit zu vertreiben.
„Hey, ich werde langsam wirklich besser mit diesen philosophier Zeugs.“, sagte Amoñ zu sich selbst, wobei er sich sichtlich über seine freiausgedachte Frage amüsierte.
Doch die Gedanken, an den folgenden Arbeitstag, holten ihn wieder in die Realität zurück und er verloren sein mickriges Grinsen schnell wieder, während sein Blick sich immer mehr dem Boden zuwandte.
Einige Minuten später erreichte Er, nach einem 25 minutigen Laufweg, den Fuße des Berges.
Amoñ verließ den dichten und harten Forst und betrat nun, die flachen und sanften Ebenen des Tales, wo leichte, kühle Brisen das lange Feldgrass durchbürsteten, was sich in wellenartigen Formationen diesen hingab und ein wunderschönes Muster ergab.
Letztlich erreichte Amoñ das Siedlungstor, dessen stolze Holzbalken fast vollständig, von rot-grünem Efeu umschlungen wurden und dessen Fuße von einigen Pilzpaaren bewohnt wurde.
Die Landwirtschaftskommune besaß zwar weder wirklichen Mauern oder andere Zaunstrukturen, die ihr beanspruchtes Land angaben, doch dieses anleinstehende Tor, was es noch an zwei anderen Enden der Kommune gab, markiert den offiziellen Eintritt in diese Siedlung.
Amoñ durchquerte das Siedlungstor und bog nach wenigen Metern, wieder rechts ab, denn obwohl er nun die Kommune offiziell betrat, war das nächstliegende Gebäude jedoch fast einen gesamten Kilometer von ihm entfernt.
Seine heutige Aufgabe war das ernten von Krafthopf, was traditionell per Hand geschah.
Dessen abnormal große Nüsschen dürfen dabei nur gepflückt werden, wenn sie einen mittelprismatisch- gelben Schimmer aufwiesen, was ihre volle reife bedeutete. Diesen Fakt kannte Amoñ nur zu gut.
So lief dieser also über den trübgrünen Feldweg, in Richtung der Hopfenplantage, dessen steif ausgerichtete Balken schon von der Ferne erspäht werden konnten.
Doch auf dem Weg, wo Amoñ innerlich kämpfte nicht einzunicken, rief ihn auf einmal eine kratzige Stimme, von weit weg entgegen.
Amoñ war verwundert, warum sollte ihn jemand zurufen? Er drehte sich hektisch um und versuchte herauszufinden, wo sich der Absender dieser Laute befand.
Die Rufe wurden mit jedem Male lauter, bis Amoñ schließlich die Person erspähen konnte, die ihm auf sich aufmerksam machen wollte.
Diese Person befand sich am Rande der Hopfen Plantage und wedelte, breitflächig mit ihren beiden Armen, diesem entgegen.
Amoñ versuchte, während er sich der Plantage immer mehr näherte, auszumachen, wer diese Person den sein mag. Wer würde auf ihn warten oder sogar einen Gefallen von ihm wollen?
Doch als er dieser Person immer näherkam, schlag es ihm auf einmal entgegen.
„Warte, ist das nicht Sill?“, bemerkte Amoñ überrascht und ein wenig überrumpelt.
Amoñ erreichte darauffolgend die Plantage und traf auf Sill, die ihm scheinbar die gesamte Zeit aufgelauerte.
„Dachte schon, du bist taub geworden.“, sagte Sill, während sie ihre rechte Faust, selbstbewusst an ihr Becken warf, „Morgen Amoñ.“
„Morgen Sill…“, entgegnete dieser, während er ihr mit seiner Hand kurz zu wunk und ihr darauffolgend einen verwirrten Blick zuwarf, „Was gibt es denn Dringendes?“
„Du Schuldest mir Geld, Zehn Narben um genau zu sein.“, antwortete Sill, während sie Amo amüsiert zu schnipste.
„Was, wieso… huh?“, entgegnete Amoñ verwirrt und ahnungslos.
„Ich habe mit dir letzten Samstag gewettet, dass du heute mal wieder ne Stunde zu spät kommen würdest, und diese hast du noch, für deine Verhältnisse, enthusiastisch angenommen. Also…, wo sind meine Moneten du Schlafschaf?“, schmunzelte Sill und streckt ihre, leicht mit Erde verdreckte Hand Amoñ entgegen und öffnete diese, fordernd weit auf.
„Ähm… eh, woher wusstest du das-“
„Pff… Ich scherze doch nur Amoñ.“, sagte Sill lachend, während sie ihre Arme verschränkte und grinsend mit ihrem Kopf schüttelte, „Keine Sorge, ich lass dich dieses Mal freilaufen, du schuldest mir nichts. Jedoch lauere ich dir aber, wegen etwas ganz anderem auf, Amoñ.
Erstens, der Dicke ist heute krank und wir sind, für eine gewisse Zeit auf uns allein gestellt. Und Zweitens, du hast heute einen wichtigen Auftrag, von den Oberen persönlich erteilt bekommen.“
„Was, Ich?“ fragte Amoñ misstrauisch, aber währenddessen immer noch erleichtert, dass er Sill nichts schuldete, „Wieso sollten die Planer, mich persönlich um einen Auftrag bitten? Ich meine…, es gibt viele hier, die Zehn mal kompetenter und effizienter als ich, für solche wichtigen Aufträge wären.“, wandte Amoñ, mit der Hand, verlegen auf seiner Schulter ein, während er langsam den Blickkontakt von Sill verdrehte.“
„Unsinn. Sie müssen ihre Gründe gehabt haben, warum sie ausgerechnet dich für diesen Auftrag auswählten. Außerdem Amoñ´, du hast Grips. Das kann man nicht von jedem hier in dieser Kommune sagen.“, erwiderte Sill, während sie beide ihrer Hände an ihre Hüfte legte und sich zu Amoñ vorbeugte, „Du schaffst das schon. So, genug gequatscht. Zeit dir deinen Auftrag abzuholen.“
Sie lief an Amoñ vorbei und signalisiert diesem, mit ihrer Hand, ihr zu folgen.
Die beiden entfernten sich nun von der Plantage und liefen in Richtung einer nahegelegenen Hütte, die an einem Pferdestall angrenzte.
Dieses unscheinbar aussehende Haus war jedoch die Auftragshütte. In diesem Gebäude waren alle anstehenden und kürzlich abgeschlossenen Aufträge, in amtlicher Ordnung vermerkt und aufgelistet.
„Genau genommen habe ich mich in deiner Zeit geirrt. Also lag ich, wenn wir es genau nehmen würden, in meiner Wette ebenfalls falsch.“, erläuterte Sill, auf halben Wegen zu der Auftragshütte.
„Siehst du. Ich wollte mich ja anstrengen, nicht jeden Tag zu spät zu kommen.“, antwortete Amoñ erleichtert und sogar ein wenig stolz.
„Ich will deine Freude ungern zunichtemachen, Amoñ. Aber du hattest heute fast eine Anderthalb Stunde Verspätung.“, reagierte Sill, mit einem gehässig, ironischen Grinsen.
„Oh…hehe.“, räusperte Amoñ leise und peinlich berührt.
„Ich habe nie gesagt, dass ich eine geringere Zeit meine.“, lachte Sill, „Aber, um wieder auf den Auftrag zurück zu kommen.
Amoñ…“, sagte Sill, während sie sich auf einmal zu ihm umdrehte und mit einem etwas strengeren Gesichtsausdruck, vor ihm stehenblieb, „Obwohl ich die genauen Details zu diesem Auftrag nicht wirklich kenne, und es mich ehrlich gesagt ja auch nichts angeht, habe ich von dem Dicken vernommen, dass es um Händler von relativ weit weg geht. Ruhige und gebildete Menschen sind ein besseres Abbild für diese Kommune, als ein lauter und energischer, aber sonst dummer und aufgeplusterter Genosse.“
„Ich meine, wenn du es so sagst, könnte das stimmen. Aber ähm…, du weißt ja, wie kompetent ich mit sozialen Interaktionen bin.“, argumentierte Amoñ mit nervösem Grinsen und seiner rechten Hand, kratzend auf seinem Hinterkopf.
„Nur zu gut.“, konterte Sill, „Wenig reden, hohe Schüchternheit und Abneigung zu Gesprächen mit anderen, doch erfüllst du deine Aufgaben wie erwartet.
Du bist keine Hürde Amoñ. Nur eine Person, die halt nicht jeden Auftrag geschaffen ist.“
Amoñ überlegte, „Ok…, vielleicht stell ich mir das alles etwas zu kompliziert vor.“
„Das wollt ich hören!“, sagte Sill zufrieden, „Nun weiter geht’s, der Tag wird nicht länger.“
Nun liefen beide, in einem etwas schnelleren, aber auch harmonischeren Schritt weiter, während Sill´s braune Schürze und ihr durchwühltes, langebraunes Haar, im Feld Wind wehte und ihre staubige Brille langsam, durch den kühlen Durchzug, anfing zu beschlagen, was dazu führte, dass ihre Augen dadurch fast unerkennbar wurden und eine leere Reflexion ergaben.
Selbst ihre Natur-erfahrene Haut, die von einigen Sommersprossen, vor alle dem in der Mitte ihres Gesichts, gezeichnet wurde, zog sich bei diesem frischen, frühherbstlichen Windzug zusammen.
Die beiden kamen letztlich an der besagten Auftragshütte an und traten durch dessen unscheinbare Hintereingangs Tür hinein.
Die Hütte war bis zum maximum mit Schränken und Briefunterlagen zugestellt. Dazu gab es einen großen Tisch, der sich in der links mittigen Seite des Raumes befand und fast komplett mit Zettel und Umschlägen überhäuft wurde.
An den hölzernen Wänden, die noch nicht zugestellt von Möbeln waren und die, die nackten Bretter der inneren Fassade offenbarten, wurden viele Kalender oder andere Notizbretter angebracht, wovon viele fast randvoll mit Anmerkungen oder bunten Ankreuzungen waren.
Doch wenige Moment nachdem Sill diese Hütte betrat, kam ihr eine junge und energetische Stimme entgegengeschallt, „Hey, lange nicht mehr gesehen!“
„Morgen Mendson. Habe fast vergessen, dass du heute hier bist.“, entgegnete Sill mit einer höfflichen, doch auch verurteilenden Ausdruckweise.
„Was bringt dich den, in diese wahr gewordene Hölle? Dachte ihr habt heut alle Hände voll zu tun, weil der Dicke krank macht?“, antwortete Mendson, während er sich an einem großen Holzschrank anlehnt.
„Bevor ich dir das erzähle, will ich nochmal auf etwas hinweisen. Du hast dein jetziges Leid, selbst zu verantworten, weswegen erlaube ich mir kein Mitleid, Mendson.“, reagierte Sill, „Und ja, heute können wir uns eigentlich keine Pausen leisten, doch Amoñ hier braucht noch seinen heutigen Auftrag. Weiß du ob der hier rumliegt?
In der Zeit, wo Sill mit Mendson redete, kam Amoñ, schüchtern durch die Hintertür geschlichen.
Er pausierte zuvor für eine kurze Zeit, als er eine andere Stimme in dem Raum wahrnahm und zögerte, das Haus zu betreten.
„Oh, da bist du ja Amoñ. Heute mal wieder überpünktlich.“, sagte Mendson gehässig schmunzelnd.
„Hey, Mendson.“, sprach Amoñ diesem leise zu.
„Und ja Sill, ich habe Amoñ´s Zettel. Lag heute Morgen, kaum zu übersehen auf dem Tisch. Den konnte man einfach nicht übersehen. Hatte sogar diesen knallroten Stempel.“, bestätigte Mendson, „Mann, würde ich jetzt gern mit dir tauschen Amoñ. Jeder Auftrag in diesem verdammten Dorf ist besser, als diese verdammte Kothütte hier.“
„Welche du nicht ohne Grund verrichten musst. Wir wissen beide, was letztens passiert ist.“, mahnte Sill, mit negativem Unterton an, „Wir mögen zwar alle den Dicken nicht, doch diesen während einer festlichen Veranstaltung, hinter seinem Rücken, als fettes und dreckiges Mastschwein zu beleideigen, grenzt an alle Ecken der Dummheit.“
„Ich hatte vielleicht ein zwei Bier intus gehabt und ja, was ich gesagt habe war dumm, aber ich bereuen nichts!“, erzählte er Sill, während dieser beschämt zur Seite schaute, doch gleichzeitig seine Arme, stolz verschränkte.
„Du kennst meine Meinung, zu ihm nur zu gut, dass Arbeitsmoral, nicht durch sinnlose Disziplin oder Demütigungen gesteigert werden kann, doch ihn vor einer beachtlichen Menge, kalt und sinnlos zu beleidigen, dass ist warum ich dich nicht bemitleide. Die Aktion war einfach nur hirnrissig und peinlich, für alle Beteiligende.“, erläuterte Sill mahnend.
„Du kannst gut reden, Superhirn. Was ich getan habe war gerecht und ich bin stolz drauf!"
„Das kannst du auch, schmoll nur weiter hier vor dich rum. Hast du den Zettel jetzt oder nicht?“, fragte Sill genervt.
„Stimmt, da war ja was. Hier ist er und keine Sorge, es ist alles, bis auf den kleinsten Schnipsel, noch in dem Umschlag enthalten.“, erwiderte Mendson und reichte Amoñ den Umschlag, wofür Amoñ sich bei ihm, mit einem einfachen, „Danke“, bedankte.
„Keine Mühe wert. Ich bin eigentlich froh, dass ihr beiden vorbeigeschaut seid, denn dieses sortieren und neu anordnen von Zettel, in dieser kleinen, engen und dazu auch noch nach Pferd richtenden Hütte, hätte mich fast in den Wahnsinn getrieben. Aber wie du schon sagtes Sill, es hätte mich ja auch schlimmer treffen können.“, predigte Mendson, dankbar.
„Wenigstens bist du einsichtig,“, merkte Sill an, „Aber wir können dich leider nicht länger unterhalten, denn der Hopfen pflückt sich nicht von allein und der Zeitplan drängt sonst noch zu kippen.“
„Dann will ich euch nicht aufhalten. Hoffentlich wart ihr nicht die einzigen, die ich diese Woche hier sehen werde.“, sagte Mendson, der amüsiert seinen Hosenträger, an sein weißes Tanktop schnipste und gleichzeitig an seinem langen, ausgedehnten Leibenden seiner schwarzen Latzhose spielte, „Und fall mit so einem schweren Kopf nicht von der Leiter Sill.“
„Danke, ich werde daran denken. Versuch das hier nicht auch noch zu vermasseln. Sonst hängen die dich noch als Vogelscheuchen, kopfüber aufs Feld.“, konterte Sill scherzend und somit verließen die beiden, wieder die Auftragshütte. Sill ging voran und Amoñ schloss die Tür, der hölzernen Hütte hinter sich.
„Da wollen wir mal sehen, wie dein folgender Auftrag lautet.“, sagte Sill und öffnete den ausgebleicht, braunen Umschlag und wühlte in diesem herum, wobei sie den vordersten der drei Zettel, vorsichtig herausnahm.
Sill richtete ihre Brille und überflog den Auftragszettel, wobei die beiden wieder zurück zu der Plantage schlenderten.
„Ich glaub, ich hab jetzt alles verstanden. Dein heutiger Auftrag lautete, ich zitiere <Hust-Hust>,»Aufsicht und Abgabe von Waren-Gütern, im obersten Raume des Tales. «“., erläuterte Sill, während Amoñ ihr konzentriert und nervös zuhörte, Der unter Text ist relativ komplex, doch zusammengefasst geht es darum, dass du, Amoñ, der warum auch immer keinen Nachnamen besitzt, eine Lieferung absegnen sollst, die im oberen Berghain entgegengenommen werden soll. Damit ist diese Lichtung bei deinem Zuhause gemeint.
Also kurzgesagt, du musst warten bis die Händler kommen, dein Ok geben und dann vielleicht beim Aufladen helfen, und dass bei dir Zuhause. Eigentlich nichts alt zu Schweres, oder?
„Eigentlich…, klingt das ja nicht so schwer. Muss ich, wenn diese Leute eintreffen, viel mit den reden oder muss ich wirklich nur einfach »OK« sagen?“, fragte Amoñ, der über die Schwierigkeitsstufe des Auftrages erleichtert war, doch trotzdem, vor den Interaktionen mit den fremden Händelern, etwas zwiegespalten sah.
„Nein, du musst einfach nur über deine Transaktion mit ihnen zustimmen, dann machen die eigentlich alles von selbst. Es kann sein, dass du noch etwas unterschreiben musst, weil die Handelsmänner nicht von diesem Teil des Reiches sind, aber sonst ist ja alles so organisiert, dass selbst eine taube oder stumme Person, mit denen verhandeln könnte. Also keine Bange, du schaffst das locker.“
„Danke Sill.“, antwortete Amoñ beruhigt, „Um welche Uhrzeit, wäre diese Verhandlung?“
„Bei dem Geheiligten, Schuldige.“, äußerte Sill erschrocken, da sie die Uhrzeit vergessen hatte zu erwähnen, „Die geplante Anreise der Händler, ist von 14:30 bis hin zu 16:30. Also solltest du besten falls, heute um 14:00 an deiner Behausung sein, dass du alles ganz entspannt planen kannst.“
„Das ist ein relativ großes Zeitfenster. Was passiert, wenn diese Person später als geplant ankommen?“, fragte Amoñ zuletzt.
„Dann ist das nicht dein Problem. Du hast zwar das Glück, dass die Lieferungsaufnahme an deinem Zuhause liegt, doch falls diese Händler dann später noch erscheinen, schreibst du einfach vorher, deine aktuelle Zeit auf und bewahrst diese, sicher auf. So können wir denen dann Hauptsache, leckere Strafgebühren aufsetzen. Die Handelskompanie würde uns auch, der Situation gemäß, dafür entschädigen.“, erläutert Sill ausführlich.
„Hoffen wir mal das dieses Szenario nicht eintreten wird, aber schonmal danke für alles Sill. Ich würde ohne deine Textbuch Erklärungen, wahrscheinlich grandios scheitern.“, dankte Amoñ erleichtert, „Doch jetzt sollten wir uns wirklich an der Plantage blicken lassen.“
„Gut das du es sagst, wir werden wahrscheinlich schon vermisst. Denk dran, Krafthopf auf den großen Balken, und diesen nur ernten, wenn dieser wirklich reif ist, und regulärer Hopfen, der noch von der vorherigen ernte übrig ist und an den dünnen Fäden hängt, ebenfalls mitgehen lassen.“, beschreibt Sill, während sie ihren Zeigefinger, lehrhaft in die Luft zeigte.
„Schon klar. Habe das ja die letzten Jahre ja schon gemacht.“, antwortet Amoñ mit leichtem Grinsen.
„Da hoffen wir mal, dass du nichts verlernt hast. Nach 712 Tagen, kann man schon so einiges verlernen.“, ermahnte Sill schmunzelnd.
Somit kehrten die beiden wieder, an der Hopfenplantage ein und gingen zielstrebig ihren Pflichten nach und trennten daraufhin ihre Wege.
Die Arbeit verlief heute wie gewohnt. Sill stritt sich zwar wieder mit Amey Layne, der Tochter des Stellvertretenden Leiters der Kommune, die eine einfach hochnäsige und arrogante Frau war, doch war das, dass einzig wirklich nennenswerte das in dieser Schicht geschah.
Jedoch konnte ich dieses Gefühl von Angst, gegenüber des kommenden Auftrages, nicht verlieren. Diese Furcht, die sich wie ein Parasit an meinen Hinterkopf festsetzte und mir jede Sekunde, einen pulsierenden Druck auf mein Hirn schlug, der mich gelegentlich vergessen ließ, in welcher Zeit und Welt ich eigentlich lebte. In einem Moment, dachte ich an das hier und jetzt, doch dann vergieß ich wieder das Vergangene nun.
Die Zeit verging wie im Fluge, und ich besaß nicht einmal ein Funken von Kontrolle über sie.
Hätte Sill nicht führsorglich auf die Uhrzeit, auf dem südlichen Uhrpodest, geachtet, würde ich warscheinlich immer noch, mental Tod auf dem Feld, bis in die Nacht hineinarbeiten, ohne dies dabei physisch oder seelisch mitzubekommen.
Aber wieso verlief alles heute so schnell? Im Gegenzug zu diesem Auftrag, schien diese Feldarbeit ein Zeitraffer zu sein. Es ist nur ein kurzes Gespräch, ein einfacher Wortaustausch mit Fremden, doch wieso füllt sich mein gesamter Körper deswegen so taub und zittrig an.
Der Zwang mit Fremden zu reden. Mit Fremden, die Ihn vielleicht unterstützen, ist es das?
Mein Körper verbleibt unruhig, doch ich weiß nicht warum. Ich will es unterdrücken, doch jeder Versuch mich zu beruhigen, scheint meine Situation nur noch schlimmer zu machen.
Warum dieser erniedrigende Sog von Angst? Ich muss ihn unterdrücken, komme was wolle.
Amoñ verließ letztlich, nach Sill´s “freundlicher“ Erinnerung, die Kommune und lief zu seinem halben Zuhause zurück.
Ein bissiger, grasiger Geruch lag in dessen Nase und sein Körper füllte sich aufgekocht und stechend, wozu er auch noch übermüdet und energiearm war. Er konnte in dieser Verfassung, den fremden Händlern unmöglich nicht gegenübertreten.
Obwohl er es meist nie raushängen ließ oder dies innerlich anmerken wollte, war Amoñ dankbar, für die Kommune und speziell dem Leiter dieser.
Er konnte kein schlechtes Licht auf die richten, die ihn nach dem Tod seiner Mutter aufnahmen.
Amoñ erschien pünktlich an seinem Zuhause, oder den Überbleibseln davon, wovor er sechs große Säcke und zwei Kisten vorfand, die wahrscheinlich von einem anderen aus der Kommune, heute Mittag dort platziert wurden.
Durch den relativ schnellen Fund der aufgelisteten Ware und Amoñ´s überschüssige Zeit, nutzte er diese, in dem er sich an einem umgefallenen Baumstumpf, mit direktem Blick auf die Lieferware, anlehnte, wobei er seine Arme auf den Schoß lag und direkt wegnickte.
Amoñ wachte, nach diesem wohltuenden Schlaf, wieder auf und schaute rasch nach der Uhrzeit, die er anhand einer kleinen Tisch Uhr, auf dem einzig leerstehenden Platzes des Bücherregales, ablas.
Als er diese kleine, fichtbraune Uhr jedoch hektisch und noch ein kleines wenig verpeilt anstarrte, musst er erschrocken feststellen, dass es bereits, »14:11«, auf der Uhr anzeigte.
Entsetzt und panisch schaute sich Amoñ um und versuchte Anzeichen zu finden, ob die Händler denn schon aufgekreuzt waren.
Zu seinem Glück, lagen alle Kisten und Säcke noch an demselben Ort, wobei von neuen Reifenspuren, ebenfalls keine Spur zu finden war.
Amoñ atmete beruhigt aus und war zugleich erfreut, dass die Händler der Handelskompanie noch nicht aufgekreuzt waren.
Doch nun war er hell wach und sein Herz pochte immer noch wie verrückt.
Er musste nun einen Weg finden sich, vor dem unvermeidbaren Erscheinen der Händler, zu beruhigen.
Nach einer kurzen Überlegung, schnappte er sich ein Stück Holz, von einem nahegelegenen Stapel, der neben seiner Feuerstelle gelegen war, dazu ein darin befestigtes Messer und setzte sich auf eine der zwei Kisten und fing darauf an, den mickrigen Holzstumpf, mit dem Messer anzuritzen und ihn in eine Form zu schneiden.
Er wusste nicht, was er gerade schnitzte oder ob er dieses Werk überhaupt können würde, doch entspannte ihn es in dieser Situation so sehr, dass er nicht aufhören wollte.
Die erste Form war ein Schwert, was zwar eine viel zu lange und breite Klinge besaß, mit starkem Kontrast zu dessen Griffes, dazu war dessen Klinge unsauber und rissig geschnitten, doch fand Amoñ diese Aktivität entspannend und ablenkend, wobei er sogar ein gewisses Kribbeln von Stolz empfand.
Als er mit dieser Form fertig wurde, schnappe er sich, mit Elan einen neuen Stumpf und schnitzte weiter.
Die Zeit verging, doch die Händler wollten nicht auftauchen.
Jedoch nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Amoñ drei weitere Figuren erschuf, von der eine jedoch misslang, hörte Amoñ das vermeintliche knacken einer Kutsche und das Galoppieren von Pferden.
Sie waren endlich da!
Da Amoñ nicht wusste, ob die nun eintreffenden wirklich zu spät kamen, lief er noch schnell zu seiner Uhr hin und las die Zeit, »16:35«, ab. „Zählte das als eine strafwürdige Verspätung?“, Amoñ war sich zuerst nicht sicher und zögerte diese Verspätung wirklich zu melden.
Doch um keinen Fehler zu machen und Sill´s Anweisungen Folge zu leisten, ritzte er die abgelesene Zahl schnell auf die misslungene Axt-Figur und stellte sich schnell wieder, bereit an die Warenkisten, um die kommenden Händler zu empfangen.
Der Wagen, der von zwei, schwarz-weiß gefärbten Pferden gezogen wurde, hielt kurz vor den Säcken, voller Feld Gut an und zwei seltsam aussehende, kurzhaarige Männer verließen die Kutsche und kamen mit ihren zerrupften Schuhen, knallend auf der feucht duftenden Erde auf.
Einer von ihnen besaß eine kurzen Bard und war relativ breit gebaut, wobei der andere zwar keinen Bart aufwies und ein gesundes Gewicht besaß, doch hatte dieser mehrere Rasierwunden in seinem Gesicht und trotzdem immer noch vermehrte Behaarungsstellen, an dessen Hals und unter dessen Ohr.
Ihre Kleidung war ebenfalls sehr unordentlich. Sie besaßen viele Flicken und Risse, dazu fehlten jeweils ein Knopf an dessen, creme-braunen Oberteilen.
Ihre gräulich braunen Fließjacke, waren die einzig sauberen Kleidungstücke, die sie an ihrem Leibe trugen. Diese waren frisch und wiesen dazu keine Flecken oder Risse auf, was einen starken Kontrast zu dessen abgenutzten und aufgewühlteren Auftreten warf.
Der bärtige Händler lief auf Amoñ zu und fragte, „Hey Knirps, bist du der Absegner von diesen Gütern?“, was dieser mit einem einfachen und zugleich nervösen, „Ja“, bestätigte.
„Dann zeig mir mal deine Auftrags Zuweisung. Du hast sie doch hoffentlich dabei, oder?“, forderte der bärtige Händler.
„Ja natürlich.“, reagierte Amoñ angespannt, während er den Umschlag, den er von Sill bekommen hatte und in seinem rechten Hosenbund verstaute, rausholte und ihn dem Händler reichte.
„Dann zeig mal her.“, sagte der bärtige Händler und riss Amoñ den Brief, ungeduldig aus dessen Hand.
Amoñ war durch die gewaltsame Ausstrahlung des Händlers zwar ein wenig überwältigt, doch blieb er aufmerksam stehen und erwartete ein gutes Signal des Händlers, gegenüber der Auftrags Zuweisung.
„Mhh, hier stimmt schon mal alles. Den Schreibkram brauchen wir, also werfe ich den schon mal in den Wagen. Wir beladen auch gleich die Kutsche mit deiner Ware. Das einzig was wir von dir noch brauchen, ist dann später eine letzte Unterschrift. Die bekommst du aber erst wenn alles beladen ist, also gedulde dich.“, erklärte der behaarte Handelsmann, während, hinter Amoñ´s Rücken, der zweite Händler den ersten Sack hochhob, mit dessen Gewicht er zuerst zu kämpfen hatte.
So lief der beharrte Mann also an ihm vorbei und beteiligte sich ebenfalls, an der Beladung der abgemachten Ware.
Amoñ, zufrieden das er bis jetzt nichts vermasselt hatte, starrte perplex auf die große Kutsche, die vor ihm emporstand, wobei er es sich nicht verkneifen konnte, in das Innere dieser hinein zu lunschen.
Sie war wie ein kleines Haus auf Räder. Regensicher, durch Holzwände fast komplett geschlossen, besaß Zwei kleine Fensterrahmen und sogar ein kleines Metalldach.
Die äußeren Holzpfähle, die als Grundgerüst der Kutsche fungierten und sie zusammenhielten, waren aus robuster Schwarzfichte, und dadurch verbaut um zu halten, wobei hingegen das innere der Kutsche mehr mit purpur-roten, Stoff Gardinen und silbernen, blumenartigen Mustern veredelt wurde.
Im Inneren dieser Kutsche, konnte Amoñ viele Kisten und andere Handelswahre erspähen, die warscheinlich von deren anderen Aufträgen stammten.
Doch als Amoñ einen Blick durch das linke Fenster der Kutsche warf, was kein Glass besaß, sondern nur mit einem eleganten Holzbogenmuster verziert wurde, konnte er eine dritte Person im Schatten des Innenraumes erkennen.
Dazu erkannte Amoñ auch den Umriss einer gewaltigen, zweiköpfigen Axt, dessen bloße, messerscharfe Präsenz, Amoñ einen Schauder über dessen blasse Haut bescherte.
Nach einigen Überlegungen und Vermutungen, wer diese Person den noch sein könnte, erinnerte Amoñ sich an die Existenz der Handelsfäller, über die Amoñ in einem Handbuch mal gelesen hatte.
Eine wichtige Nebenfraktion der Handelskompanie, die den Händlern unter die Arme griffen und gefallene Bäume oder anderen Schutt von den Handelswegen, mit ihren Zweiköpfigen Äxten, entfernten.
Die Atmosphäre in diesem Wagen war still und unheimlich, doch zugleich auch ruhig und entspannend.
Doch als Amoñ der Kutsche näherkommen konnte, wurde er von dem lauten Gespräch der beiden Händler aufgestachelt und begab sich wieder in seine Ausgangsposition zurück.
„Du schwächelst heut ganz schön Udo. Mit dieser Geschwindigkeit, kannst du in ein paar Jahren den Frauen die Schuhe ablecken.“, behauptete der bärtige Händler.
„In deinen Träumen, Tom. Nur weil ich vorsichtig mit der Ware hier vorgehen, heißt das noch lange nicht das ich zur Schwuchtel werde. Diese Herangehensweise würd mich irgendwann zu einer Position befördern, die selbst unsere Baron schätzten wird.“, verkündet Udo überheblich.
„Das wird er auch bald!“, rufte Tom laut Udo zu, „Gib den Scheiß hier noch ein paar Monate, und dann beliefern wir an den Baron persönlich. Geheilt sei er!“
„Natürlich, geheilt sei der Baron.“, rief Udo, während der andere diese Geste mit einem weitern, lauten, „Geheilt sei er.“, entgegnete, wobei die beiden ihren linken Arm an ihren Rücken warfen und ihre rechte Hand, mit einer geballten Faust, in die Luft streckten.
Amoñ war von dieser Konversation wie versteinert. Nicht nur wegen deren unprofessioneller und inkompetenter Sprache, sondern vor alledem konnte er es nicht fassen, dass diese Personen den Baron, als ihr Idol vergötterten und versuchten ihn, mit ihrer tollen Leistung zu beindrucken.
Er fand dieses Verhalten nicht nur idiotisch, sondern auch einfach nur falsch.
Wieso sollte man sein gesamtes Leben einer Person widmen, die einem wahrscheinlich nicht einmal in Erinnerung behalten würde, selbst wenn man für sie die atemberaubendste Leistung vollbringen würde, was diese Negativ-Intelligenzquotienten eh nie abliefern würden, waren Worte die Amoñ durch den Kopf gingen, doch durch seinen glühenden Hass überschattet wurden.
Er versuchte seine Wut innezuhalten, denn egal was diese Personen noch sagen würden, er wollte Sill und die anderen in der Kommunen nicht enttäuschen und diesen Auftrag nicht wegen solchen Idioten vermasseln.
„Die Versammlung der Blurry-Vessel findet ja heut Abend wieder statt, schon davon gehört Tom?“, fragt Udo.
„Klaro! Wobei sich danach wahrscheinlich eh nicht viel ändern wird. Dank unseren Baron, können diese Goldenen Spasten, von der anderen Grenze, nur mit den Knien zittern und dabei ihre kleine Front, mit all ihrer Kraft aufrecht halten. Wir können uns, dank den Kriegsstrategien des Baron, einfach zurücklehnen und dem goldenen und rebellischen Abschaum in die Fresse spucken.“, posaunte Tom stolz als Antwort.
„Du sagst es Tom. Denkst du das Daińn und seine kleinen Rebellen, sich irgendwann nochmal zeigen werden, nachdem unser Baron sie zurechtgewiesen hat?“, munkelte Udo schelmisch.
„Daińn? Pah, niemals. Dieser farbige Obdachlose und seine Außenseitertruppe, können nicht mal bei deren heutigen Größe, einen General, geschweige denn eine der Zwölf Divisionen besiegen. Der Typ ist aus dem Spiel, und denke das auch jetzt für immer.“, erläuterte Tom selbstsicher.
„Tja, wer sich auch gegen den Baron stellt, ist einfach nur dumm. Ich meine, nur Idioten die Aufmerksamkeit wollen, stellen sich gegen eine Person, die keine echten Fehler begeht und so ziemlich das Abbild eines perfekten Mannes ist. Geheilt sei Er.“, sprach Udo stolz.
Während die beiden weiter über ihren persönlichen Helden prallten, versuchte Amoñ sein Gemüht zu entspannen.
Er verspürte jedoch in dieser Situation einen Hass und einen Groll, den er zuvor noch nie vernahm.
Seine Hände wurden schwitzig und sein Kopf fühlte sich an, wie als würde dieser bald anfangen vor Stress zu kochen, doch musste er innehalten, für die Personen in der Kommune.
Die beiden Händler luden also, Kiste für Kiste, Sack für Sack, die Ware, langsam auf die Kutsche, während sie ihre überzogenen Geschichten weiterführten.
Die kürzlich aufgeladen Ware, wurde daraufhin von dem dritten Handelsmann geordnet und in der Kutsche, platzsparend verstaut. Etwas, was Amoñ nur an der Geräuschkulisse, innerhalb der Kutsche erahnen konnte.
Doch als der bärtige Händler mit der letzten Kiste, und seiner nie endenden Ode an den Baron, an Amoñ vorbei lief, rutsche ihm ein stilles und krampfhaftes, „Haltet doch eure Schnauzte.“, raus.
Er bemerkte zuerst nicht, dass diese Worte, dessen kochenden Körper und dessen flimmernden Bronchen, verließen und aus dessen sonst so ruhigen Mundwerk hinauskrochen.
Doch der bärtige Handelsmann, schien jedoch sein leises Gefluche vernommen zu haben und lief, nachdem er die letzte Kiste verstaut hatte, zu Amoñ hinüber und fragte misstrauend, „Was hast du gerade gesagt? Ich hoffe, ich habe mich gerade verhört, Kleiner.“
Nach einer kurzen Stille, wo Amoñ nicht einmal bemerkte, dass er gemeint wurde, antworte dieser erschrocken und unschuldig, „Was. Was soll ich gesagt haben?“
„Ich könnte schwören ich hätte gerade von dir, »Haltet eure Schnauzte«, gehört.“, fragte dieser nach und nähert sich Amoñ immer mehr, während er mit dem Finger, anschuldigend auf ihn zeigte.
„Was, nein. Wieso sollte ich so etwas, zu euch sagen? Ich kenne euch doch erst seit wenig Minuten. Ich hätte also keinen Grund, euch so zu beleidigen oder einen Hass für euch zu entwickeln.“, begründete Amoñ logisch, doch auch verängstigt und mit einer leichten Träne im Auge.
Solchen Druck war Amoñ, als isolierter und wenig sozialer Mensch, ungern ausgesetzt und seine Innerliche Seele wollte, von der reinen Lautstärke des Händlers, bereits kapitulieren.
„Hoffen wir´s. Denn als treuer Untertan des Barons, würde ich jeden die Faust in die Fresse donnern, der ihm oder seine Treuen Anhängern so etwas zuruft. Haben wir uns verstanden?“, belehrt Tom Amoñ in einem lauten Ton, während er ihm unangenehm nah kam und mit zwei Fingern diesem, aggressiv auf die Brust tippte und ihn dabei ein wenig nach hinten schubste.
Amoñ wollte zwar etwas gegen diesen sagen, doch vor reiner Furcht, war es für Amoñ unmöglich, nur seinen Mund zu öffnen oder gar ein Wort, vielmehr einen verständlichen Laut von sich zu geben.
„Ich höre nichts!?“, sprach der Händler ihm in sein Gesicht, sichtlich wartend auf eine Verständniserklärung von Amoñ´s Seite, „Hallo! Ich warte auf ein, Ja.“
Amoñ versuchte sich zusammenzureißen, doch der Druck der Lage, war einfach zu hoch für ihn und er schaut instinktiv von dem Händler weg und trat, langsam ein Stück nach hinten.
Doch als der Händler dies Bemerkte, warf dieser seine Hände auf dessen Schulter und zog diesen, wieder an sich heran und fragte dieses Mal noch lauter, „Bist du Taub oder was? Antworte mir. Auf die Ehre des Barons, antworte mir!“, schrie er, während er ihn anfing, immer stärker mit dessen dreckigen und grindigen Händen, hin und her zu schüttelte.
„Lass mich endlich in Ruhe, Baron Abschaum.“, schrie Amoñ dem Händler laut in sein unreines Gesicht, wobei er sich zugleich von dessen Griff befreite und ihn wegdrückte.
„Wie könnt ihr Bastarde ein Monster vergöttern, was eine Frau, ohne nur einen Grund dafür zu haben, brutal und ohne nur einen Anschein von Reue dabei zu zeigen, abschlachtete und danach einfach wieder lebte, als wäre nichts gewesen.
Sag das mir! Oder seid ihr Schweine dafür auch einfach zu dumm!“, brüllte Amoñ, so laut er konnte und mit Tränen in seinen Augen, den Händler entgegen, die von dessen, auf einmal lauten Ton kurzeitig paralysiert und sprachlos stehen blieben.
Amoñ hatte die Händler zwar nun, mit seinem Schrei von sich wegbekommen, doch er war nun Mental völlig am Ende.
Ein Meer aus Tränen floss aus dessen, Schlaf entzogenen Augen und sein Körper zitterte von oben bis unten. Er wollte dies nicht. Diese Situation zwang jedoch etwas tief in ihm hinaus, was er selber scheinbar nicht verstand.
Die beiden Handelsmänner, waren von dessen Wutausbruch jedoch wenig amüsiert und bewegten sich, nach wenige Sekunden, frustriert auf Amoñ zu.
Amoñ konnte sich zwar wieder zusammenreißen und versuchte sich zu verteidigen, doch, „Du kleine, dreckige Missgeburt.“, kreischte der bärtige Händler und schlug dabei, mit groß Wucht Amoñ, gegen den rechten Oberkopf, was diesen direkt zu Boden warf. Dazu ließ er vor Schmerzen, seinen amateurhaften Versuch einer Deckung, fallen und wieselte, krampfend auf dem dreckigen Erdboden herum.
Der zweite Händler, der sich zuerst zurückhielt, wollte, durch den energischen Schrei des anderen, nun auch mitmischen und stampfte, geladen und fluchend zu dem anderen, der gerade den auf dem Boden liegenden Amoñ, weiter aggressiv verspottete, hinüber.
„Hey Kackbratze, fress das!“, rufte der zweite Händler und trat den wehrlosen Amoñ, mit hohem Schwung in die Magengrube, wodurch dieser laut auswürgte und ein Gemisch von Speichel und feinrötlichen Bluttropfen ausspuckte.
„Haha, dass verdienst du, Heuchler. Das passiert mit Abschaum, der unseren Baron beleidigt.“, prahlte Tom arrogant, nachdem er Amoñ ebenfalls in den Magen trat.
„Geschieht dir recht, du Penner.“, „Ohh, fängst du etwa an zu heulen?“, spotteten die beiden Händler, während sie Amoñ weiter zusammentraten.
Nach vielen weiteren, hasserfüllten Einschlägen in Amoñ Bauchdecke, erschallte auf einmal eine direkte und laute Stimme, die gesamte Lichtung.
„Hey, ich glaube das reicht jetzt! Ihr tickt doch wohl nicht mehr richtig.“, rief auf einmal die dritte Person, die sich noch in der Kutsche befand, laut den beiden Händlern entgegen, „Anstatt euer Ego zu befriedigen, solltet ihr eher euren Job, bei der Handelskompanie, gerechte werden und jetzt endlich mit mir abzischen. Wir sind heute eh schon viel zu spät dran, also ab jetzt und das Pronto!“
„<genervtes knurren>, na gut.“, entgegnete der bartlose Händler.
„Wir sind hier eh fertig. Lass uns gehen.“, stimmte der bartbesitzende Händler, während dieser sich noch ein letztes Mal zu Amoñ hindrehte und vor diesem hinspuckte.
„Hey, lass ihn jetzt in Ruhe. Dein gerotze will außerdem niemand hier sehen, also bekomm dich geregelt.“, forderte der dritte Händler genervt.
„Sei jetzt nicht so gereizt Hudson, oder soll ich dir auch mal zeigen, wer hier der wahre Anführer dieses Handleszuges ist?“, stellte Tom selbstsicher in Frage, wobei dieser seine Arme, weit ausbreitete.
„Sag das noch einmal, in diesem Ton zu mir und ich hacke dich mit meiner Axt in so kleine Stücke, dass wir hier einen Experten mit einer Lupe bräuchten, um deinen hässlichen Brei später zu identifizieren.“, reagierte Hudson ernst und mit hasserfüllten Augen.
Tom versuchte darauf, diese Antwort zu überbieten. Doch war der tatsächliche Respekt, vor dessen Drohung, so groß, dass er darauf einfach nicht antworte und sich still, auf den vordersten Sitz der Kutsche setzte, und dabei vor sich hin schmollte.
Hudson warf einen letzten Blick auf Amoñ, der zitternd in einer Pfütze Magenflüssigkeit lag.
„Sollte ich ihn verpflegen gehen? Doch das würde diese Schwachpfeifen wieder zum Kochen bringen. Außerdem gehe ich garantiert nicht mit meiner Axt zu ihm, meine große Statur würde dabei auch nicht wirklich helfen. Das alles, würde ihm ja noch mehr Angst bereiten, als was er gerade schon spürt.
Er wird schon klarkommen, hoffe ich…. Bitte, lass das die richtige Entscheidung sein.
Ein weiteres, kindisches Gehabe von den beiden, würde ich in meiner heutigen Laune einfach nicht aushalten, ohne ihnen eine deftig zu verpassen.
Sonst bin ich diesen Job los, und die Kompanie zwei Handelsmänner.“
So fuhren die Händler also, mit dem klatschenden Klang der Peitsche, davon, während Amoñ weiter auf dem Boden, in einer Fötus Position flimmerte und vor sich hin weinte.
Seine schon schwache Psyche, wurde von diesem Fall komplett gebrochen.
Er kam auf nichts mehr klar und murmelte unverständliche Ding, in seinem Teich der Trauer, der sich rasch mit frischen Tränen füllte, zu sich.
„Wieso ich…, Wieso ich, WIESO DENN ICH?“, kreischte Amoñ, der sich schnell versuchte aufzurichten, doch bei jedem Versuch, wieder zu Bodenfiel, wie als würden unsichtbare Ketten ihn jedes Mal wieder zu Boden reißen.
Nach etlichen, hoffnungslosen Versuchen, schien es fast so, als würde der gesamte Waldboden ihn anstrengend laut auslachen. Jeder Grashalm, jede Naturstruktur, jeder Baum. Ihre grölenden Gelächter, überschallten Amoñ´s jeglichen Schrei nach Hilfe. Oder, vielleicht auch nicht?
„Seid doch leise. Bitte, HÖRT AUF!“, schrie Amoñ verzweifelt diesen entgegen und schlug aggressiv, wiederholt, auf den lachenden Boden ein, dessen Lache ein leichtes keuchen aufwies.
Amoñ warf sich mit seinem Oberkörper nach hinten und starrte fokussiert in das nichts.
„Es ist alles sinnlos. Was würde es denn für ein Unterschied machen?“, fragte sich Amoñ, der versuchte zu weinen, doch seine Tränendrüsen waren nun ausgetrocknet, was dessen Augen, dabei rot anlaufen ließen.
„Ich gehöre nicht in diese Welt. Ich bin der Abschaum, dessen bloße Existenz eine Hürde für alle, ich ständig sei.
Ich bin ein Feigling, ein Schelm. Zu denken, dass ich je etwas außer dem hier sein könnte, mein Schicksal war schon seit Beginn an, das hier.
Mir ist kalt, alles tut weh. Mama, kannst du mich hören?
Hilf mir, bitte.
…
Es ist hoffnungslos, vielleicht sollte ich dies hier endlich beenden, um nur für diese kurze Zeit, keine Angst und Leid mehr zu spüren. Dabei die Stimmen, den Druck endlich zu verstummen.
Er stand, nach etlichen Versuchen, tatsächlich wieder auf und humpelte, mit seiner rechten Hand an dessen Bauch, zu den geschnitzten Figuren hinüber, wobei er diese, nach einer kurzen Reflexion, was alles in diesen letzten Stunden doch geschah, vor Wut auf den Boden warf und daraufhin die Schwertform aufnahm und diese in der Hälfte durchbrach.
Er nahm, nachdem zerbrechen der Figure, das noch neben dem Bücherschrank liegende Schnitzmesser auf und lief, mit seiner restlichen Kraft, auf die vermooste Wiese, die normalerweise sein Schlafplatzt war.
Amoñ kniete sich auf die Wiese, schloss seine Augen, während er das Messer, zitternd an seine Kehle richtete.
Er dachte ein letztes Mal nach und kam zu dem Entschluss, dass dies hier das Ende sei. Es gab nichts mehr, was ihn anreizte weiter zu machen und er näherte das Messer, so nah an seinen Hals, dass es schon leicht seine Haut durchtrennte.
Doch bevor er seine Kehle wirklich aufschlitzten konnte, merkte er auf einmal eine warme Hand auf seiner Schulter.
Sein Körper erstarrte direkt, wobei er aufhörte, sein Messer zu bewegen.
Er wurde von einem übernatürlichen, befreienden Gefühl durchweht, was alles leicht und warm anfühlen ließ.
Selbst der Wind war zart und bequem, dazu verschwand auch das reizende Gelächter der Umgebung und der Himmel ließ, das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit, Sonnenlicht, direkt auf Amoñ Stirn scheinen.
Was war dieses Gefühl und wo kam es her? Amoñ öffnete fassungslos seinen Augen und wurde mit einer seltsam, vermeintlich weiblich Gestalt begrüßt, die sich über dessen Schulter pirschte.
Diese Gestalt besaß jedoch kein Gesicht und deren Körper, schien ein Gewebe aus eines einzigen, gold-weißem Kleides zu sein, was dessen gesamten Körper umschwung und mit feinen, orange-goldenen Zweigmustern verziert war.
„Dessen Zeit sei nicht im nun. Atmet aus, denn des wiegen meiner, wird euch von nun mit Kläre leiten, wie es in der Norm zuvor geschah.“
Obwohl Amoñ wie versteinert schien, wurde seine anfängliche Furcht vor diesem unmenschlichen Wesen, zu einer beruhigenden Melodie, die er ohne einen Muskel zu bewegen genoss.
„Leget deines Hauptes in meine, und mögen deine Sünden auf dessen verweilen.
Lasset dich von des frischen Winde führen, und findet unter dessen, euer wahres Grab.“, flüsterte die sanfte Erscheinung ihm zu.
„Und nun, lasset mich beginnen.“, sagte sie, während die Figur ihre Hand, die aussah wie als würde man einen Arm durch eine sanfte Decke zwängen, auf dessen Schulte legte und langsam, unter seiner Jacke und Oberteil, auf dessen Wirbelsäule, sich langsam hinab tastete.
Amoñ wusste nicht was gerade geschah, doch fühlte er wie seine Vergangenheit verstummte und sein sonst so schwerer Körper, leicht wie Feder wurde, während die raren Sonnenstrahlen ihn ein innerliches Lächeln erbrachten.
Dies hier kann nicht real sein, doch wünschte er von ganzem Herzen, das dies es wäre.
Die Hand der sanften Erscheinung, blieb jedoch auf einmal, auf dem neunten Wirbel seiner Wirbelsäule stehen und hielt für eine Sekunde inne, bis diese ihre Hand, blitzschnell in dessen Knorpel grub und diese genauso schnell wieder aus dessen Knochenmark herausholte und Amoñ wieder, auf den moosig weichen Waldboden fallen ließ, während die Erscheinung dabei, vor dessen Blickrichtung glitt.
Plötzlich strömte ein extremer Schmerz, durch Amoñ´s Körper. Ein qualvolles, doch auch nostalgisches Leid.
Ein schmerzvolles Knacken erweckte die Lichtung und ließ Amoñ, auf dem Boden erneut hin und her wieseln.
Der Schmerz ähnelte dem von früher, der ihn in seinen jungen Jahren auf die Knie zwang und ihm das laufen verweigerte. Die begrenzten, doch unkomplizierten Tage.
Obwohl der Schmerz untolerierbar war, schien dieser sich, mit der Zeit zu mildern und langsam sogar zu verschwinden.
Amoñ schloss seine Augen, klappte dabei seine Hände zu und rollte seine Zehen, um von dem Schmerz in irgendeiner Form abzulenken.
Eine undefinierte Zeit verging und der Schmerz, wurde fast für ihn erträglich, bis dieser tatsächlich, für eine Sekunde, auf einmal wie verschwunden schien.
Doch hatte Amoñ keine Zeit sich auszuruhen, denn aus dem nichts fühlte sich seine Wirbelsäule so an, als würde einer diese, wie ein Gummiband, von beiden Seiten in die Länge strecken und gleichzeitig, mit voller Kraft in dessen Mitte treten, um dieses auseinanderzubrechen.
Er konnte nicht anders, als einen lauten Schrei aufzustöhnen, der durch den gesamten Wald hallte, und darauf, wenige Momente später, ohnmächtig zu werden.
Amoñ kam langsam wieder zu seinem Bewusstsein und öffnete seine Augen, worauf dieser von dem scheinen der Sonne, dem rauschen des Windes, durch die Kronen des Waldes und dem Gesang der Vögel begrüßt wurde.
Zu seinem überraschen, stand er aufrecht auf der Wiese und seine Schmerzen, schienen wie verflogen zu seine.
Er lief ein wenig herum und schaute sich verwirrt um.
Wie viel Zeit ist vergangen und wo ist die mysteriöse Figur nun hin?
Alles fühlte sich so leicht und farbenfroh an, dabei sah selbst das dunkelste grau des Waldes einladend aus und der Himmel besaß sogar, seit langen einige hellblaue Stellen.
Doch dieser Schein hielt nicht lange und Amoñ erinnerte sich an das, was vor dem Treffen mit der Gestalt geschah.
Die Erinnerungen kehrten alle auf einmal, wie eine Backpfeife in das Gesicht, zurück und ließen Amoñ´s Augen wieder zu dessen depressiv- feuchten Standard zurückkehren.
Doch bevor er eine Träne darüber vergießen konnte, überrumpelt Amoñ ein rasches Gefühl.
All seine Gedanken sammelten sich zu einem Nenner. Er konnte förmlich spüren, wie sein Gehirn alle Gedanken, die er gerade verarbeitet, sich auf ein, verhasstes Ziel wellten.
Woher kamen diese Gedanken, sie waren nicht seine Art des Handles.
Bilder der Zwei Händler rotierten in dessen Unterbewusstsein und die Gedanken nach Vergeltung, setzten sich, wie ein Parasit, in dessen Kopf ein.
Doch wie sollte er dies bewältigen, die Händler waren nun schon bestimmt über alle Berge. Wie sollte er überhaupt diese „Vergeltung“ ausführen? Er konnte nicht mal gegen einen von ihnen standhalten. Wie sollte er also, seine Rache an ihnen überhaupt ausüben?
Doch während Amoñ sich dies selbst fragte, hörte er in der Ferne ein entferntes knirschen, eines schweren Objektes.
„Das müssen sie sein.“, dachte sich Amoñ, während sein Gemüt sich erneut, wie als wäre bei ihm ein Schalter umgelegt wurden, veränderte und seine Iris, einen scheinbar goldenen Glanz annahm, während der Wind, intensiv durch sein gebundenes Haar strich.
Amoñ überlegte und kam zu dem Entschluss, dass die Händler gerade immer noch, den Schlangenartigen Pfad hinunterfuhren und dadurch also, immer noch in dessen erreichbare Nähe waren.
Er eilte wieder zurück, auf die nassfeuchte Wiese, um das Messer zu finden, was er vor zuvor in seinen Händen hielt, doch dieses Mal nicht um sich das Leben zu nehmen, sondern um seines zu rächen.
Er fand das Holzschnittmesser schließlich und wischte eine kleine Menge Blut von diesem, danach sprintet er Anschließlich an den nordöstlichen Rand der Lichtung und an den Abhang in Richtung der Kommune, wodurch man sogar den Bogen des oberen Pfades, durch die penetrante Ansammlung von Nadelbäumen, erkennen konnte.
Amoñ wusste nicht warum, doch sein Verstand sagte ihm, dass er das folgende schaffen könnte, wovor dieser, mit normalem Verstande, eigentlich abweichen würde, doch was hatte dieser noch zu verlieren?
Er trat ein Stück zurück und sprang mit voller Geschwindigkeit in den Wald, spreizte seine Beine in Richtung des fallenden Terrains und glitt, mit hohem Tempo dem Abhang hinunter, wobei dieser instinktiv, den Baumstämmen aus dem Weg ging, die seinen idealen Weg blockierten.
Nach wenigen Sekunden, war er schon auf der obersten Kurve angekommen und sprintete weiter voran, bis dieser sich an dem nächsten Abhang, erneut bergabwärts warf und, wie als wäre es in seinem Blut, weiter glitt, bis er diese Händler in seine Finger bekam.
An der Zweiten Kurve angekommen, sprang Amoñ nicht direkt nach unten, denn er hörte wie sich das ratschen der Räder, immer mehr nach rechts bewegte, was bedeuteten musste, dass sie den anderen, rechten Weg nahmen, auf dem sie wahrscheinlich auch zuvor herkamen.
Dieser war nicht in Richtung der Landwirtschaftskommune, sondern eine Weggabelung auf der halben Höhe des Berges, die an einer erhöhten, freien Lichtung vorbeiführte und sich schließlich, um den gesamten Berg Schwung und einem auf der anderen Seite des Berges, am Boden des Tales, wieder herausbrachte.
Um die Handelsmänner noch erwischen zu können, müsste er sich bei weiteren runterschliddern des Hanges mehr rechts halten, um die rechte Gabelung der Gerade zu erwischen und so mehr Zeit gutzumachen.
Amoñ schlidderte also erneut, instinktiv den Abhang hinunter und versuchte bei jeder Kurve, den jetzigen Aufenthalt der Handelsmänner ausfindig zu machen.
An der letzten Kurve, vor der Weggabelung, angekommen, atmete Amoñ kurz aus und konnte mehrere Stimmen, von nicht alt so entfernter nähe wahrnehmen.
Komplett in seiner Suche nach Rache vertieft, sprang Amoñ direkt zu der Herkunft der Laute, die auf der rechten Gerade scheinbar, mit langsamer Geschwindigkeit herab galoppierten und mit einer lauten Diskussion abgelenkt waren.
Wieso er so einfach diesen Hang hinuntergleiten konnte, hatte er ab diesen Moment vollkommen verdrängt und schien seinen reinen, unpassenden Fokus, auf den Tod der Händler zu legen.
„Wieso darf man in dieser Position, seine Meinung nicht ausleben? Wir sind die, die dieses gesamte Opferpack hier verpflegen und am Leben halten, also sollte man uns wertvoller schätzen, als diese gesamte Ansammlung von Niedrigeren unter uns, die sich für so viel wichtiger halten.“, argumentierte der bärtige Händler frustriert, der sich dabei an seinem Bart kratzte und einmal, mit seiner Peitsche auf das linke Pferd einschlug.
„Dann scheinst du das Grundprinzip, der Handelskompanie nicht zu verstehen.“, erwiderte Hudson aus dem hinteren Teil der Kutsche, „Wir machen das hier nicht einfach aus Lust und Laune, und weil wir es einfachen können. Wir machen das, um jeder Person in diesem Reich, Grundbedürfnisse wie Nahrung und andere Lebensgüter zu liefern, um jeder Person das Leben zu ermögliche, wobei dessen Wohnort keine Rolle spielen sollte. Das ist das Motto der Handelskompanie, nicht mehr und nicht weniger. Lass dir diese Wörter mal durch den Kopf gehen Tom, wird bei deinem Hirn schwere aber-.“
„Oho, Mister Besserwisser wieder hier um seine Predigt zu halten.“, rief der bartlose Händler ihm von vorne entgegen, während der bärtige Mann neben ihm erklärte, „Das ist übrigens auch der Grund, warum du keine echten Freunde hast. Ich geh nach der Arbeit mit Udo und den andern, saufen. Und du? Nur weil du Zuhause dein Handbuch auswendig lernst, heißt nicht, dass du je in dieser Kompanie angenommen wirst.“
„Das mag zwar war sein, ich bin kein wirklicher Sauf-Fan und bei den Prinzipien der Kompanie bin ich vielleicht mehr arrangiert als andere, doch schwor ich zu meinen Geschwistern, dass ich mein Leben nur zu meiner eigenen Zufriedenheit leben werde und dabei, nur Dinge tun werde, die ich selber, mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Verspottet mich ruhig, ihr seid Diejenigen, die sich jeden Tag totsaufen müssen, um irgendwelche Freude zu verspüren.“, konterte Hudson ernst, doch mit einem breiten und entschlossenen Grinsen auf seinem Gesicht.
Bevor der bärtige Händler ihm darauf entgegenfluchen konnte, versuchte Udo die Situation zu entspannen und schnipste zwei Mal seinem Kumpel entgegen, wobei er zu ihm sagte, „Hey, ignorier den Idioten da hinten. Wir müssen uns auf die kommende Fahr-“
Doch bevor Udo diesen Satz zu Ende bringen konnte, sprang Amoñ, aus dem nichts, aus den Büschen hervor und kickte, mit einem hohen Tempo, die beiden Händler von ihren Sitzen und ließ dabei, die Pferde so aufschrecken, dass sie sich von ihren Seilen lösten und blind geradeaus stürmten.
Der gesamte Wagen wurde dadurch ins wackeln gebracht und warf selbst, den eigentlich breit gebauten Hudson von seinem Sitz, während einige Säcke hinter ihm umfielen, wobei ein seltsames Gestöhne ertönte.
Die beiden Händler und Amoñ, wurden dabei auf eine flache Fläche, außerhalb des Waldes geschleudert und brauchten erstmal eine gewisse Zeit, um sich wieder aufzurichten, wobei Amoñ der erste von ihnen war und bereit war, seine Rache, hier und jetzt auszuüben.
„Was bitte passiert hier? Warum konnte ich gerade zwei erwachsene Männer von einer beladenen Kutsche treten, auf so eine Distanz auch noch. Dazu kommt auch noch, dass mein Körper irgendwie von selbst reagiert hatte und ich eigentlich nur der Absegner dessen Aktionen war. Außerdem, was kratzt an meinem Bein eigentlich so? Dies sollte nun aber meine letzte Sorge sein.
Amoñ kratzte, ohne zu schauen an diesem und nahm das Messer in seine rechte Hand, während er sich kampfbereit machte.
Dort bemerkte er jedoch, dass seine rechte Hand, mit der er gerade an seinem Bein gekratzt hatte, voller Blut war.
Verwundert schaute dieser hinab und blickte Anschließlich auf sein rechtes Bein, was nun juckte und einen pochenden Druck absonderte, den Amoñ scheinbar vorher ignorierte oder einfach nicht wahrnahm.
Doch zu seinem absoluten Horror, war dies kein kleiner Ausschlag, sondern ragten einige Äste aus dessen, vor Blut triefenden Wade, die tief in dessen aufgeschürfter Haut steckten und diese an manchen Stellen komplett durchbohrten.
Als Amoñ diese Wunde sah, verlor er einen großen, schmerzhaften Schrei und fiel auf seine Knie.
Die Händler, die auch langsam wieder zu sich kamen, erblickten den nun knienden Amoñ, der sein Bein, vor Schmerz umklammerte, und waren nicht wirklich erfreut, dass dieser Junge es erneut wagte, ihnen unter ihre Augen zu treten.
Amoñ sah verschwommen, wie der bärtige Händler ihm immer näherkam und fühlte, wie dessen lauten Schritte sich von Schritt zu Schritt mit mehr Hass füllten.
„Also jetzt hast du meine Messlatte völlig überschritten, du aufgeplusterter Hurensohn“, schrie Tom diesen entgegen, während er Amoñ, mit seinen beiden Händen an dessen Kehle, in die Luft hob, wobei Amoñ panisch überlegte, wie er sich nun mit einem Bein verteidigen wollte.
Er zögerte zuerst zwar, doch konnte er sich endlich zusammenreißen und stach mit seinem Messer zu und schlitzte dabei, das linke Auge des Händlers auf, der Amoñ daraufhin, vor Schmerz freiließ, doch dabei auch sein Messer aus dessen Hand schlug.
„Ich habe mich zwar befreit, aber wie soll ich mich weiter gegen diese Männer wehren?“, überlegte Amoñ, der erschrocken und schmerzhaft an seinen, nun roten Hals fasste.
„Du kleiner Wichser! Wenn ich dich jetzt in die Finger kriege, bring ich dich um!“, fluchte der Handelsmann vor Schmerzen, während er wild hin und her fuchtelte.
„Hey Tom, alles in Ordnung bei dir?“, fragte Udo besorgt.
„Sieht es etwa danach aus? Der Typ hat mir ins Auge gestochen!“, antwortete dieser provokant.
Udo lief seinem Kollegen erstmals schnell entgegen, doch bekam dieser dabei einen diabolischen Einfall, den er seinem bärtigen Freund zugleich erzählen wollte, „Warte Tom, ich weiß, dass das jetzt albern klingen mag-“, „Komm zum Punkt!“, „<nervöses Schlucken>, ja. E- Er hat ja dein Auge gerade verletzt. Also, wie fändest du es, wenn wir den erstmal, mit meinem Seil hier fesseln und ihm danach, sein anderes Auge, einfach, als »Fairness«, aufschlitzen?“
„…Geil, gebongt. So machen wir es.“, stimmte Tom zu, der von dieser Idea so begeistert war, dass der Schmerz und Bluterguss an seinem Auge, nun nur noch zweitranig war.
Trotz dieses Einfalls, trat er, während er seine Hand an dessen blutiges Auge lag, dem wegkrabbelnden Amoñ, so stark er konnte, auf seinen linken, seitlichen Brustkorb, welcher darauf ein knackendes Geräusch von sich gab.
Amoñ lag nun wieder, vor Schmerzen auf dem Boden und zugleich warf der andere Händler sein Seil, was aus dessen Hosentasche baumelte, dem anderen entgegen, worauf dieser Amoñ´s Hände gewaltvoll nach hintern zerrte und diesen, straff Fesselte.
Während Tom beschäftigt war, Amoñ zu fesseln, griff der andere Händler sein Taschenmesser, was, nach seinem Fall aus der Kutsche, auf der nassfeuchten Wiese landete, was dieser vorsichtig überstrich und dabei gehässig grinste, wobei er zugleich Tom dabei zusah, wie er Amoñ festschnürte.
Doch bevor dieser nur einen Schritt in Amoñ´s Richtung legen konnte, sprang Hudson, mit seiner Axt in dessen rechter Hand, aus der Kutsche heraus und kam unüberhörbar, auf dem kieseligen Waldgrund auf, was die anderen dazu brachte, ihren Fokus direkt auf ihm zu richten.
Verwundert das Hudson mitmischen wollte, fragte Udo ihm neugierig und zugleich erfreut, „Hey, schaut mal, wer jetzt auch mitmischen will. Ich kann dir es nicht verübeln, wer kann schon bei einer so exklusiven Gelegenheit, nein sagen?“
Hudson antwortete ihm nicht und sein Gesichtsausdruck blieb regungslos, während dieser geradeaus weiterlief.
Amoñ lief ein kalter Schauer über den Rücken, als er diesen sah. Ein Mann mit so einer großen Axt und Statur, wollte ihn doch nun alle Gliedmaßen abschneiden wollen.
Egal was es auch war, Amoñ schüttelte sich und versuchte das Seil irgendwie zu lockern, was jedoch so fest um seine Arme gebunden war, dass er fühlen konnte, wie dessen Hände langsam taub wurden.
Dies war nun wahrscheinlich sein Ende. Eine Hinrichtung, durch die Handlanger des Barons, wie es einst, auf ähnlicher Art seiner Mutter geschah. Amoñ hatte zwar bestialische Angst, doch akzeptierte er dieses Schicksal und versuchte deswegen auch nicht mehr, sich aus dem Griff des Seiles zu befreien.
„Oh, jetzt hat du verkackt. Dem seine Axt da trennt dich bis zum Knochen durch. Na los, zeig es dem Hudson.“, rief Udo spottig Amoñ entgegen, während er Hudson motivierend aufheizte.
Amoñ drehte seinen Kopf, soweit er konnte dem Axt-Mann entgegen und sah zu seinem Entsetzen, wie dieser seine zwei Hände um dessen Axt packte und scheinbar voller Wut in seine Richtung kam.
„Tom, wir lassen Hudson den ersten Schlag. Das Auge können wir auch später holen.“, schlug der bartlose Händler dem anderen vor, während Hudson diesem immer näherkam, „Willst du noch was von mir hören Hudson, oder warum kommst du mir immer näher?“
Udo drehte sich in die Richtung zu Amoñ um und sagte, während er auf diesen zeigte, „Da drüben liegt das Opfer. Also sei jetzt nicht schüchtern und hab Spaß, wo- <Klatsch>.“
In dem Moment, wo Udo sich wieder Hudson zuwandte, schlug dieser seine Axt in die Mitte von dessen Oberkopf und spaltete dadurch sein Schädel, bis auf das Hirn auf.
Udo fiel darauf direkt leblos um. Sein Körper zitterte zwar noch leicht, doch waren dies nur die letzten, ausgesandten Befehle seines Gehirns, denn dessen Frontallappen hatte zu viel Schade erlitten und schaltete sich, kurz nach Einschlag direkt ab.
Hudson´s Gesichtsausdruck blieb unverändert, dazu richtete er seinen Kopf nach vorn, während dieser in das Gesicht des toten Händlers, schweratmet hineinstarrte, wobei bei ihm auch einige Krampfadern, hinter dessen lockigen, pechschwarzen Haar, zum Vorschein kamen.
„Sag mal, bis du jetzt komplett krank!?“, schrie Tom ihm entgegen, der zugleich Amoñ verließ und in die Richtung von Hudson rannte, während er Amoñ Messer aufnahm und dabei Sachen wie, „Du Bastard!“, und, „Ich bring dich um!“, rief.
Hudson schien sich jedoch nicht mehr zu regen und starrte weiter, fast schon versteinert, in das Gesicht des von ihm getöteten Händlers.
Amoñ konnte es nicht fassen, warum hatte diese Person dies getan und warum schien er ihm scheinbar damit helfen zu wollen? Doch ob er ein anderes Motiv hatte, ließ machte Amoñ immer noch in Sorge.
Der noch lebendige Händler stampfte währenddessen in Hudsons unmittelbare Nähe und schlitzte dabei, mit seinem Messer in die Luft, bereit diesen dafür bezahlen zu lassen, was er seinem Kollegen angetan hatte.
Amoñ konnte dies nur beobachten, denn seine Hände waren wortwörtlich gebunden, sein Messer wurde entwendet und sein Körper fühlte sich wie ausgebrannt an, obwohl dieser sich vor wenig Minuten noch wunderbar angefühlt hatte.
Währenddessen vernahm er aber einen leisen Ton in seinem Kopf, der mit der Zeit immer lauter und klarer wurde.
Es war eine sanfte und befreiende Stimme, mit Ähnlichkeiten zu der, die auf der Lichtung zu Amoñ sprach.
Jedoch verstand er dieses Mal kaum etwas und musste sich wirklich anstrengen, irgendein Word von diesem Etwas zu verstehen.
Trotz alle dessen, konnte er ein paar Worte vernehmen wie, „Verzeihe“, „Deines Fleische, ich mich täuschte“, und etwas namens, „Reparatio“.
Doch bevor er mehr über dessen Wort herausfinden konnte, merkte er, wie sein rechtes Bein auf einmal anfing zu schmerzen und lästig zu jucken.
Er sah erneut auf dieses und musste verstört zusehen, wie die Äste, die sich vorher, tief in sein Bein gebohrt haben, herauseiterten und zusammen in eine gelb-rote Blutpfütze, auf der Wiese fielen.
Der Schmerz der Wunden, der vorher, energisch seine Körper durchwühlte, war nun fast wie verschwunden und wurde mehr zu einem kitzligen, aushaltbaren Zwicken, was Hundertmal erträglicher war, als der Vorherige.
In diesem Moment, errichte der Händler auch Hudson und holte weit aus, um Hudson´s Gesicht, besonders stark zu treffen, wobei er ein lautes Kauderwelsch von sich gab.
Hudson konnte sich nicht erneut dazu bringen, ein weiteres Leben zu nehmen und griff deshalb, dessen rechten Arm, in dem sich das Messer befand, und bewegte diese, mit seiner rechten Hand, nach oben, von sich weg und schubst ihn zugleich, mit seiner linken wieder nach hinten zurück, wobei dieser sein Messer verlor.
Dadurch, dass er die Hand von seiner Axt nahm, fiel ebenfalls der leblose Kadaver des anderen Händlers zu Boden und ließ einige Blut und Fleischreste herausspritzen lassen, wovon ein bisschen auf Hudson´s hohen, schwarzen Lederstiefeln, mit zwei braunen Gurten, landete.
„Alter, jetzt reicht´s!“, schrie Tom provoziert, als er sich wieder aufrappelte und Hudson erneut entgegenrannte.
Der Händler versuchte Hudson einen Kinnhaken zu verpassen, doch dieser wehrte diesen erneut ab und ging ein Schritt nach hinten, während er den nachfolgenden, wirren Schlägen des Händler versuchte auszuweichen und diesem zwar versuchte davon abzuhalten, indem er ihm immer wieder von sich weg warf, doch wollte er scheinbar, in diesem Moment, keine gewaltvolleren Maßnahmen ergreifen, den sein Moralkompass schien von dessen vorherigen Mord überfordert und ließ ihm in dieser Situation, ein Emotional überlastetes und zwiegespaltenes Wrack.
Doch in einem Moment der Unachtsamkeit, traf Hudson ein frontaler Tritt in die Darmregion, welcher ihm vor Schmerz zusammenzucken ließ, was durch dessen kurzzeitige Wehrlosigkeit dem Händler die Gelegenheit gab, weiter auf ihn einzuschlagen, wobei dabei ein Schlag Hudson´s Hinterkopf traf.
Um sich noch irgendwie, aus dieser Lage befreien zu können, trat dieser benommen und reflexartig in Tom´s Richtung, wobei er unfreiwillig, mit voller Stärke dessen Genitalen traf und ihn von sich wegtreten konnte.
Der Händler rollte vor Schmerzen auf dem Boden und ließ Hudson Zeit, sich zu verschnaufen und sich wieder zu finden.
„Du kleiner Penner, ahhh…“, stöhnte der Händler vor Schmerz.
Hudson blickte erneut auf seine, immer noch in dem Händler steckende Axt, doch wollte er nicht nochmal so brutal handeln. Er wusste nicht warum es ihm gerade so schwer fiel, einen weiteren Menschen, der unleugbar schreckliches tat und ihn gerade sogar mit Gewalt drohte, zu töten.
„Doch wer gibt mir eigentlich diese Recht, kann man solche Taten rechtfertigen?“, fragte Hudson sich überfragte, während dieser fokussiert auf den, am Boden jaulenden Händler schaute, „Er droht mir, doch könnte ich ihn auch ohnmächtig werden lassen, ohne ihn direkt umbringen zu müssen.
Doch was würde das nutzen, denn einer von ihnen ist schon Tod, den anderen leben zu lassen würde mich in nur noch mehr Schwierigkeiten bringen.
… Ich weiß nicht, was ich tun soll. Jede Aktion die ich treffen könnte, wäre falsch.
Doch wer eine Person so zurichten kann und sich dabei noch sichtlich amüsieren kann. Diese Menschen haben es nicht anders gewollt.“
Der Händler stand wieder, von dem kühlen Boden auf und schien nun noch mehr, seinen Verstand verloren zu haben.
„Jetzt! Jetzt bring ich dich um. Du Ratte.“, sagte Tom mit sehr feuchter Aussprache, als dieser sich beugte und das Messer seines Kollegen aufnahm, wobei er dieses hektisch hin und her fuchtelte.
Dieser fing an, sich Hudson wieder zu nähern, was diesem tatsächliche Furcht bescherte, da er seine Axt nicht erreichen konnte, weil der Händler genau neben dieser stand, und der Fakt, dass sich ein Geisteskranker Mann diesem gerade, schwingend mit einem Taschenmesser näherte.
Doch bevor dieser ihm zu nah kommen konnte, pausierte dieser ruckartig, da er vermeintliche Schritte hinter sich wahrnahm.
Als sich dieser jedoch umdrehte, konnte er seinen Augen nicht trauen.
Amoñ stand mit seinem Messer, hervorgebeugt und schwer atmend vor ihm und schien ihm, mit voller Ernstlichkeit herausfordern zu wollen.
Dieser platzte vor Wut und bewegte sich auf diesen, langsam zu, während er weiter unübersätzliche Worte von sich gab.
Amoñ trat nach hinten, wobei er dem Händler ohne zu blinzeln in die Augen schaute, und lotste diesen, von seinem Toden Kameraden.
In dem Moment, als der Händler Amoñ´s Gesicht aufschlitzen wollte, weichte dieser aus und schlitzte eine kleine Wunde, an dessen linker Rippenhöhe auf, wonach dieser erneut zurück wisch.
Er schaffte es ein paar weitere Hieben auszuweichen, bis Amoñ es endlich schaffte die rechte Hand des Händlers, mit seinem Messer zu erwischen, wobei dieser planmäßig seine Handfläche lockerte und Amoñ die Gelegenheit gab, ihm das Messer aus der Hand zu schlagen und von sich weg zu schleudern.
Er schaffte es zwar diesen zu entwaffnen, doch konnte er dem darauffolgenden Angriff nicht ausweichen, wobei der Händler, mit angehäuftem Speichel in seinem Bart, Amoñ packte, ihn die Luft drückte und darauffolgend wieder mit voller Kraft zu Boden warf, wonach dieser erneut versuchte, Amoñ zu erwürgen.
Doch bevor dieser Amoñ bewusstlos würgen konnte, bemerkte die beide, wie Hudson, der nun wieder mit seiner Axt ausgerüstet war, auf sie zu stürmte.
Der Händler hatte sich nur auf Amoñ konzentriert und dabei Hudson völlig aus den Augen verloren, der dadurch genug Zeit hatte, seine Axt wieder, aus der Leiche des anderen Händlers, heraus zu zwängen.
Durch diesen Schockmoment und langsam wirkten Schwächeeinsatz, der durch den Blutverlust an seinem durchstochenen Auge entstand, löste er den Druck um Amoñ Hals leicht und gab diesem dadurch genug Spielraum, um sein Messer, was er nun wieder ergreifen konnte, wieder zu erheben und dem Händler einen Stich in den Magen zu geben.
Dieser wusste nicht, auf wenn er sich nun konzentrieren sollte, Amoñ stach ihn in seinen Bauch und Hudson kam, mit gewaltbereitem Elan, auf ihn zu gesprintet.
Er trat darauffolgend auf Amoñ´s rechten Arm, so dass dieser sein Messer nicht mehr schwingen konnte und streckte seinen rechten Arm in Hudson´s Richtung, um dessen Angriff irgendwie abwehren zu können.
Jedoch konnte er Amoñ nicht mit einer Hand ruhighalten und in dem Moment, als er seine Blick Hudson zuwandte, befreite sich dieser und stach ihm direkt in seine Kehle, wodurch dieser wieder Amoñ, überfordert und frustriert in die Augen sah.
Darauffolgend erlitt dieser einen Schwung von Hudsons Handelsaxt, der dessen obere Schädeldecke, komplett durchtrennte und ein Stück seines abgetrennten Kopfes, sauber zu Boden fallen ließ.
Der bärtige Händler fiel regungslos, blutüberströmt zu Boden, wobei ein kleiner Teich aus Blut, um dessen durchtrennten Schädel entstand.
Erschöpft und entsetzt, sprachen die beiden erstmal kein Wort miteinander, doch als Hudson nach einer Weile versuchte, mit diesem mysteriösen Jungen zu interagieren, lief dieser erschöpft, fast schon wie paralysiert, zu einem nahegelegen und einsam stehende Kirschbaum, der als einziger am Ende der luftigen Lichtung gedeihte.
Amoñ warf sich kraftlos an diesen und schloss einfach seine Augen, die gesamten Ereignisse, die in diesen letzten Stunden geschahen, waren für ihn einfach zu viel auszuhalten und er brauchte einfach einen Moment der Ruhe.
„…Ist das hier ein Traum? Nein, ein Albtraum.“, fragte Amoñ sich selbst, „Was habe ich gerade getan? Wie konnte ich so etwas nur tun? Was sollen die anderen nun von mir denken?
Der minderbemittelte Außenseiter, hatte nun auch gemordet.
Ich wollte das nicht, ich wollte nichts von diesem hier. Was habe ich nur getan?
Ich habe alle enttäuscht, Sill zählte doch auf mich, und ich hinterging sie.
Macht bitte, dass das hier aufhört.“, betete dieser, während er seine beiden Hände, vor dessen Augen lag und eine Träne dessen Wange hinunterlief.
Doch während Amoñ versuchte, mit dieser Situation umzugehen, setzte Hudson sich still neben diesen.
„Hey, Alles in Ordnung bei dir?“, fragte Hudson mit einer ruhigen und besorgten Stimme.
Amoñ wusste nicht wie er reagieren sollte, dadurch das er immer noch innerlich zerrissen war, fiel es ihm schwer geeignete Worte zu finden, weswegen die beiden erstmal still nebeneinandersitzen ließ, bis er sich endlich zusammenreißen konnte und antwortete, „J-Ja…, mir geht’s gut.“
„Ah, da bin ich beruhigt“, sagte Hudson lachend und erleichtert, mit einem dicken Grinsen auf seinem Gesicht, was ihm jedoch kurzzeitig verflog, als er Amoñ´s Bein sah, „Bei dem Local´s Schein, dein Bein! Soll ich dir ein Verband oder irgendwelche Medizin holen?“
Amoñ, der von der positiven Aura Hudson´s überrumpelt war, schaute, nachdem dieser ihm darauf aufmerksam machte, sein Bein an. Er kannte das vorherige Ausmaß und musste erstaunt feststellen, dass alle tiefen Wunden in seiner Haut verheilt waren. Nur die äußeren Hautregionen, die keine lebensbedrohlichen Konsequenzen mit sich bringen würden, waren noch eitrig abgeschabt und blutig.
„Oh das…, mach dir darum keine Sorge. Es ist schon zum Großteil verheilt.“
„Keine Sorge? Die Hälfte deiner Wade ist weg!“, hinterfragte Hudson´s erschrocken und verwirrt, „Warte hier, ich hole schnell einen Verband aus dem Wagen.“
Kurz nachdem er dies sagte, rannte dieser auch schon zu der Kutsche los und an dem ausblutenden Leichenahmen der beiden Händler vorbei, die er versuchte auszublenden.
„Wer ist diese Person, und warum sorgt sie sich jetzt um mich? Habe ich ihm nicht gerade geholfen, seine Freunde zu töten? Doch irgendwie, geht von ihm nun eine ganz andere Aura aus, wie eine frische Brise an einem Sommermorgen.“, reflektierte Amoñ überfragt, während dieser wieder seine Augen schloss, doch dieses Mal nicht vor Zweifel, sondern vor Erleichtern, dass alles gerade ruhig war.
Trotzdem konnte er das überlauernde Gefühl nicht verdrängen, was der Ausmaße dieser Taten sein würde. Egal wie er es drehen und wende könnte, Mord ist Mord und die darauffolgenden Konsequenzen sind unausweichlich.
Wieso musste es so kommen? Hätte er einfach sein Mund gehalten, wäre die gesamte Eskalation mit den beiden Händlern vermieden gewesen und niemand hätte sterben müssen. Doch er musste ja wieder alles über den Haufen werfen, wie er es sonst immer tat.
Doch bevor dieser mehr darüber nachdenken konnte, kam auch schon wieder Hudson, mit einem großen Verband angerannte und kniete sich vor diesem hin.
„Entschuldige die Störung, aber kann ich mir dein Messer mal ausborgen?“, fragte Hudson höfflich.
„Da-das Messer liegt wahrscheinlich noch auf der Wiese, entschuldige.“, reagierte Amoñ niedergeschlagen.
„Kein Problem, ich habe ja noch meine Zähne.“, sagte Hudson, der dabei mit seinen Fingern, auf sein wieder aufgelegtes Grinsen hinwies.
Dieser wickelte darauf einen Verband um Amoñ Wade und biss schließlich das Ende des Verbandes einfach ab.
Amoñ wusste zwar nicht warum, doch trotz seines negativen Zustandes, konnte dieser schwarzhaarig Axtschwinger, sein Gemüht in Windeseile umstimmen und ihn sogar ein leichtes, innerliches Lächeln einbringen.
„So, alles fertig. Jetzt sollte es deinem Bein hoffentlich besser gehen…, so in der Art.“
„…Danke.“, bedankte sich Amoñ bei Hudson, wobei dieser sein Bein, mehrmals an sich heran und wieder hinfort anwinkelte, um die Festigkeit des Verbandes zu testen.
„Kein Problem, ich schulde dir schließlich was. Ich weiß, dass es dir zwar schwerfallen würde, doch bitte Trauer nicht um diese Idioten.“, merkte Hudson, während er sich wieder neben Amoñ setzte, an, „Ich kannte diese Personen schon seit über zwei Jahren, ich wurde ihnen häufig zugeteilt, wobei ich dabei natürlich nicht einfach ablehnen konnte, aber was ich sagen will ist, dass diese Person schon verfault waren, als ich das erste Mal mit ihnen sprach.
Ihre anstößige Art und deren abscheulichen Anspielungen gegenüber anderen Menschen, vor alle denen, die nicht in ihr hirnrissiges Weltbild passten. Als ich sie dich heute angreifen gesehen habe, wusste ich, dass dieses Seil des Hasses nun gekappt werden müsste, wenn du verstehst was ich meine.“
Darauf pausierten die beiden wieder ihr Gespräch und ruhten, still und nachdenklich an dem Baum, wobei sie dabei in die weitreichende und atemberaubende Landschaft der Region blickten.
„So schön diese Gegend hier auch ist, und dieser herrlich kühle Wind erst, ich muss einen Weg finden, diese Wortstumme stille hier zu beenden.“, dachte sich Hudson, der dabei seine Beine überkreuzte und seine Arme hinter seinen Kopf legte, „Nur was könnte zu ihm sagen? Warte, ich kenne nicht einmal seinen Namen. Ich frage ihn einfach nach seinen Namen und seiner Familie, das wird sicher diese makabrere Stimmung hier auflockern.“
Hudson fragte die stille Person neben ihm, „Hey, wenn ich fragen darf, wie heißt du eigentlich?“
Zögerlich antworte er, „Ich heiße Amoñ.“
„Oh, was ein exotischer Name.“, reagierte Hudson verblüffte, „Ich bin Hudson, Hudson Lavendiné, stolzes Mitglied der Handelskompanie.“, verkund dieser stolz, während er selbstsicher mit dem Finger auf sich zeigte, „Um beim Thema zu bleiben, was machts du und deine Familie eigentlich hier? Es muss hier sicher traumhaft sein zu leben. Schau dir allein mal diese Aussicht an.“
Doch zu Hudson´s Unwissen, fiel Amoñ diese Antwort viel schwerer, als dieser es sich in seinem eigenen Kopfe ausmahlte.
„Das Leben hier ist ok. Doch habe ich…, Ich habe keine Familie.“, antwortete Amoñ scheu und mit innerlichem Schmerz in seiner Brust.
„Wieso denn das? Lebst du etwas allein in dieser Kommune?“, reagierte Hudson überrascht, mit dem Hintergedanken, dass er von seiner Familie weggezogen sein könnte.
„Nein. Meine Mutter ist Tod und meinen Vater verstarb bevor ich geboren wurde.“, erzählte Amoñ, während dieser mit trüben Augen in den Himmel starrte.
„Oh, das…, das tut mir schrecklich leid“, sagte Hudson, der nun im inneren, stark bereute, dass er seine Frage so neckisch formuliert hatte, „Scheiße, Scheiße, wieso musste er keine Eltern haben? dieses Gespräch sollte doch leicht und fröhlich sein.
Ich hoffe, dass ich ihm damit nicht noch mehr gekränkt habe.
Von Schuld übernommen, fragte Hudson besorgt, „Ich muss mich entschuldigen, Amoñ. Ich wollte dich nicht damit kränken oder beleidigen. Habe ich dich damit Verletzt? Ich akzeptiere jede Antwort.
„Nein, hast du nicht. Woher hättest du so etwas denn Wissen sollen.“, reagierte Amoñ leise.
„Dann bin ich aber beruhigt.“, sprach Hudson´ erneut grinsend, „Es war trotzdem unhöflich von mir, deswegen muss ich dir nun etwas über meine Familie erzählen.“
„Oh, ok.“, entgegnete Amoñ schüchtern, doch zugleich auch neugierig.
„Dann fang ich mal an. Wie du es wahrscheinlich gerade mitbekommen hast, wurde ich in die Lavendiné Familie reingeboren.
Ein wohlhabendes und egoistisches Paar, was besonders affin gegenüber dem Baron ist. Ihre Taktik ist es, sich selbst und ihre Kinder in hohe Arbeitspositionen zu zwingen, die dadurch ihr Ansehen steigern und sie irgendwann schließlich, in den royalen Kreis des Baron´s befördern soll.
Ich bin das Dritte von vier Geschwistern. Jeder von uns wurde, seit der Geburt auf eine »ansehnliche« Karriere vorbereitet, wobei unser eigener Wille nichts dagegen tun konnte.
Ich sollte Koch oder Bediensteter, in der Hauptfestung unseres Sektors, werden. Dazu wurde mir und meinen anderen Geschwistern, der Besuch einer öffentlichen Schule verboten und wir wurden von einem Privatlehrer unterrichtet.
Dadurch lernte ich nie andere Freunde kennen und uns wurden dadurch alle Möglichkeiten entwendet, ein anderer Lebensweg einzuschlagen. Wir wussten ja schließlich nur dieses Leben.
Meine Schwester wurde arrangierte, eiserne Nonne, unseres Klosters, zu werden.
Mein großer Bruder ist gerade auf seinem Weg, ein Leutnant zu werden und mein kleiner Bruder soll irgendwann Architekt werden.
Obwohl wir uns als Geschwister gut verstanden, obwohl wir uns manchmal stritten, aber ich glaube, dass gehört da dazu, mussten wir alle damit Leben, dass unser Leben nicht uns gehörte, sondern unseren Eltern.
Doch dieses Schicksal wollte ich nicht hinnehmen! Also schlich ich mich nachts aus unserm Anwesen heraus, wovor meine zwei größeren Geschwister mich überraschten und mir, noch einmal auf Wiedersehen sagten, »So nette Geschwister kann man doch nicht verdienen«, worauf ich zu dem einzigen Ort lief, von dem meine Eltern immer pöbelten und wo ich mein zukünftiges Schicksal sah.
Die Handelskompanie, die einzige Gewerkschaft über die ich überhaupt irgendetwas wusste.
Diese ist zwar auch hochrangig in der Gesellschaft verankert, doch ist sie unabhängig von den Entscheidungen des Barons, was diese Position für unsere Leben unangebracht und sinnlos machte. Sie nannten es den Beruf für Wertlosen, die für wenig Geld und Anerkennung, ärmeren Personen den Staub unter den Füßen kehrten.
Das verleitete mich aber gerade dazu, mein Leben bei denen weiter zu führen, dessen bloße Anwesenheit meine Eltern fernhalten würde.
Und so wurde ich also, nach vielen Schwierigkeiten, bei der Kompanie aufgenommen und durch meine rohe Kraft, die laut meinem Ausbilder, von den ganzen angestauten Aggression von früher kam, als Handelsfäller eingestellt und verbrachte dort mein Drei vergangenen Jahre, bis in das Neunzehnte Lebensjahr.
Und All das, brachte mich jetzt ich nach hier, Yippie.“, erzählte Hudson ernst, wobei er am Ende kräftig ausatmete und lustige zu Amoñ hinüberschaute.
Amoñ hörte fasziniert dieser Geschichte zu, wobei er sich zwischendurch in Hudson´s, lockig im Wind wehendes Haar, was wie ein kleines, schwarzes Vogelnest aussah, versah und sich von dessen sanften und freundlichen Stimme ablenken ließ.
„Wow…, ich hätte dir so etwas nicht angemerkt. Aber bitte versteh das nicht falsch. Ich meine nur, dass deine glückliche Aura anderes vermuten würde, als solch eine traurige Kindheit.“, merkte Amoñ an, welcher nervös versuchte, Hudson nicht zu damit kränken.
Dieser lachte nur darüber und antwortete, „Keine Grund dich zu korrigieren. Meine Vergangenheit ist vergangen und nun lebe ich, so wie ich will. Außerdem hätte ich ja eigentlich noch meine Eltern, also ist meine Geschichte, absolut nicht mit deiner zu vergleichen, Amoñ.“
„Ich schätzt, da liegst du richtig, de-doch will ich hier kein Leid vergleichen, denn wie ich hörte, spielte der Baron auch in deiner Kindheit eine große Rolle.“, sagte Amoñ, der zwar zuerst zögerte, doch sich nun wohl genug fühlend, um sich Hudson gegenüber zu öffnen.
„Natürlich spielte Er eine gewisse Rolle in unseren Leben, der Mann hat schließlich sein eigenes Schulfach und regiert dazu dieses gesamte Reich. Man kommt nicht wirklich an ihm vorbei.“, reagierte Hudson überfragt.
„Naja, wie soll ich das sagen…
Er ist die Person, die meine Mutter umgebracht hat.“
„Heiliger Schinken, was?!“, staunte Hudson, „Ich hörte zwar, dass so etwas mal passieren kann, doch Heiliger. Kamen da wirklich Soldaten und haben sie getötet, dass ist unglaublich.“
„Was, nein. Er hat sie getötet. Der Baron persönlich.“, wiederholte Amoñ mit erhobener Augenbraue.
„Der Baron in Person?! Aber wieso wollte dieser deine Mutter allein umbringen? Doch egal was es war, ich möchte es dabei belassen.“, äußerte Hudson.
„Um genau zu sein, waren ja noch Zwei andere mit Ihm gewesen. Einer von ihnen war riesig und deformiert und der andere besaß irgendwie zwei Löcher im Kopf, die sein Hirn zeigten.“, fügte Amoñ, von allein dazu, „Obwohl es so lang schon her ist, erinnere ich mich an diese Monster als wäre es gestern gewesen. Nur das Gesicht dieses Abschaums, konnte ich nie erblicken.“
„Du meinst doch nicht ernsthaft, die Migräne und Trench, oder?“, fragte Hudson sprachlos.
„Kann sein. Ich konnte ihren Namen damals nicht richtig erhaschen. Wieso? Sollte man diese Namen kennen?“, hinterfragte Amoñ skeptisch.
„Das kann nicht wahr sein. Nicht nur war da der Baron anwesend, sondern auch die Migräne und Trench, zwei der berüchtigtsten Personen, des gesamten Armeezweiges.“, schlussfolgerte Hudson.
„Diese Bastarde sind bekannte?“, fragte Amoñ nach.
„Natürlich! Die Migräne ist einer der sieben Blurry-Vessel, eine Gruppierung der stärksten Blutmagier des gesamten Reiches, und Trench ist Teil der zwölften Division, wobei er zugleich auch, als die persönliche Leibwache des Baron´s fungiert.
Musstet ihr das nicht lernen? Außerdem…, wie hast du das da überhaupt, lebendig herausgeschafft?“, mahnte Hudson sprachlos an.
„Ok…, interessant. Aber um dir zu antworten; als die anderen dieses Fach hatten, wurde ich immer nach Hause geschickt. Und wie ich dies überlebte? Meine Mutter setzte mich in eine Falltür, unter unserm alten Zuhause, und versteckte mich dort von diesen Kreaturen.“, erläuterte Amoñ, der ganz in seine Gedanken vertieft war, da er nun, seit Jahren, endlich Antworten erhielt, was an diesem schicksalshaften Tag geschah.
„Was eine Geschichte. Also wurdest du dann daraufhin, von den Genossen dieser Kommune aufgezogen?“
„Anschließlich ja, doch passte ich in diese nie in hinein. Ich war immer der komische unter diesen anderen, normalen Personen, der ohne Eltern und ohne Ziel war. Egal was ich auch versuchte, ich konnte mich unter diesen, immer produktiven und hart arbeitenden Menschen, einfach nicht finden. Deswegen zog ich auch von diesen weg und auf die Lichtung, wo sich heute die Ware befand.“, erzählte Amoñ, dessen Blickwinkel sich dem Fußboden richtete.
„Mach dir doch darüber keinen Kopf Amoñ. Meine Schwester erzählte mir immer, »Es gibt keine unnormalen Menschen. Nur unnormale, die anderen einreden wollen das sie nicht normal sind«. Das hat mir immer Kraft gegeben, wenn ich mir im Leben irgendwie unsicher war oder ich selbst nicht mehr weiterwusste.“, gab Hudson, Amoñ mit um ihn zu trösten, zu.
Amoñ ließ sich dieses Zitat durch den Kopf gehen und entwickelte dabei einen großen Gefallen an diesem. Er sah sich nun, in einem völlig anderen Licht, oder so schien es in diesem Moment.
„Danke. Ich weiß nicht, warum du das alles zu mir sagst, aber danke, Hudson.“, revanchierte Amoñ sich, mit einem kleinen Freudengrinsen auf dessen Wangen.
„Wunderbar, er wirkt doch gleich viel entspannter. Gute Arbeit Hudson.“, dachte sich Hudson, der sich in seinen Gedanken, auf die Schulter klopfte, „Doch möchte ich ihm von diesem ganzen Mordthemen, auf angenehmeres umlenken. Aber ich glaube, ich habe da schon was perfektes parat.“
„Kein Problem, immer wieder gern. Aber um von diesem ganzen Drama weg zu kommen, hast du hier schon einmal eine blasse Kreatur mit Hirschgeweih gesehen?“, fragte Hudson neugierig Amoñ.
„Ähhh, bitte?“, fragte Amoñ irritiert und überfragt.
Hudson drehte sich daraufhin, komplett zu Amoñ um und wechselte in einen Schneidsitz, während dieser erläuterte, „Schade, ich dachte du als Langzeit-Waldbewohner, hättest vielleicht mal ein Wolpafigura hier gesehene. Irgendwann werde ich eins dieser Kryptiden finden, koste es was es wolle.“
„Was bitte, soll ein Wolafika sein? Und woher kennst du sowas?“, stellte Amoñ, überfragt in Frage.
„Ein Wolpafigura ist ein blasses Wesen, was die Wälder um Auryn durchstreifen soll und zu dessen großen Geweih, riesige Krallen besitzt und ein Gesicht, ähnlich das einer Eule haben soll.
Ich, als selbsternannter Hobby-Kryptiker, der diesen ganzen Fabelwesen-Sichtungen, im gesamten Reich auf den Grund gehen will, was sich auf meinen Reisen durchaus anbietet. Ich bin bei Sichtungen oder anderen Information, aller Art, stets zu deiner Stelle.“, verkündete Hudson stolz.
„Alles klar~. Ähm, gibt es noch mehr von diesen Dingern hier, wenn du das schon mal so erwähnst?“, hinterfragte Amoñ stutzig, obwohl dieser sich zugleich, vor diesem wildlaufenden Etwas beunruhigt fühlte, was scheinbar seit geraumer Zeit, heimlich in dessen Nähe herumschlich.
„Nicht in dieser Nähe, aber es gibt noch so viele andere die ich jetzt aufzählen könnte.“, kommentierte Hudson elanreich, „Zum Beispiel gibt es noch; die bleiche Frau von Telkruta, den Nasswälder Lurchmann, die Heiligberger Zwilling, wovon übrigens viele Experten* davon ausgehen, dass diese Topfschnitt tragende Wesen, echte Außerirdische währen, ähnlich wie mit dem teleportierende Blechmann aus Magine und dem fliegenden Koboldmann aus Sauerkauder-“
Amoñ war durch diese, interessante und enthusiastische Aufzählung, wie in einen Bann gezogen, wobei es nicht nur Hudson´s höffliche Art war, die ihn inspirierte, sondern auch, wie tief von Hudson´s Herzen, diese Erläuterung, von für ihn fremden Themen, kamen und wie dieser wirklich spüren konnte, wie dieser, mit einer fast kindischen Faszination, von diesem Thema erzählte. Er fand es spannend und, zum Teil auch, ein bisschen niedlich.
Während Amoñ, dass gerade verlaufende Gespräch reflektierte, zählte Hudson weiter seine Kryptiden auf, „-und auf keinen Fall zu vergessen, die vierhändigen Nachtkobolde und die festlichen Heim-Duendes, man kann diese zwar leicht verwechseln, was mir früher auch sehr viel passierte, doch man muss sich einfach merken, dass Nachtkobolde Staub und Essensrester fressen, während Heim-Duendes nachts das Blut von dir und deinen Hautstieren trinken.
Die einen sind böse und die anderen gut, so einfach ist es. Mann kann sie jedoch auch anders unterscheiden, in dem man auf ihre Größe achtgibt, denn Kobolde sind größer und speckiger als Duendes oder andere Nachtwandere. Aber um weiter zu kommen, es gibt noch die oberkörperlosen Ritter von Glanceroot, die Schlange aus dem Jennicé und-“
„So angenehm er auch ist. Wie sage ich ihm, dass er kurz pausieren soll, ohne dass ich am Ende unhöflich wirke?“, grübelte sich Amoñ.
„-und der Menschenfisch aus Dockershafen,-“, erklärte Hudson weiter.
„Er ist gerade so fokussiert, doch möchte ich mit ihm noch etwas anderes besprechen.“
„-dazu auch noch der Weinkeller Bub und, einer meiner Favoriten, den Veronicänischen Affenmann-“
„hudson.“, sprach Amoñ leise zu Hudson.
„-pass auf jeden Fall auf den Pferde Mann auf, denn sein Ding ist-“
„Hudson.“, postulierte Amoñ etwas lauter.
„-Boah, außerdem gibt es noch den Machtstädter See Gor-“
„Hudson!“, sagte Amoñ laut, was letztlich Hudson Aufmerksamkeit auf ihn richtete.
„Oh, habe zu viel geredet? Wenn ja, tut es mir leid. Ich verliere gerne mal den Faden, wenn ich über meine Interessen rede.“, erläuterte Hudson, während dieser, verlegen mit seiner Hand, in der Luft fächelte.“
„Es war nicht zu viel, sondern…, ich wollte dich nochmal auf deine Heimkehr ansprechen. Denn wie kommst du, nach diesem hier, eigentlich nach Hause? Diese Kutsche da vorne, scheint keine Pferde mehr zu besitzen und außerdem fehlen zwei derer Passagiere.“
Hudson beantwortete dies zuerst gelassen, „Über die Pferde brauchst du dir keine Sorge machen, die fressen am Ende der Kurve, an so einem Busch Farn. Ich habe sie gesehen, als ich deinen Verband holen war.“, doch als er über seine Heimreise erzählen wollte, konnte er seine Planlosigkeit darüber nicht verbergen, „Jedoch kann ich dir nicht genau sagen, was ich tun werde, wenn ich wieder an dem Handlesposten ankomme. Sie werde es bemerken, dass die beiden fehlen und dann bin ich diesen Job los oder wenn sie herausfinden, was mit diesen geschehen ist, noch viel schlimmer.“
„Es…, es tut mir leid, dass ich dich hier hineingezogen habe. Ich weiß, du wolltest nur aus der Güte deines Herzens mir helfen, doch nur weil du dich für einen fremden wie mich eingesetzt hast, bis du nun dein Traumberuf los und wir beide müssen mit den Konsequenzen lebe, für was wir diesen Leuten angetan haben.“, entschuldige sich Amoñ bei Hudson, wobei dieser mit der Tatsache kämpfte, dass er einer netten Person sein ideales Leben genommen hatte.
„Schlag dir das aus dem Kopf. Sie wollten dich ganz klar tödlich verwunden und du hast technisch gesehen nur aus Notwehr gehandelt. Also solltest du aus dieser Sache irgendwie rauskommen.“, äußerte Hudson zu Amoñ, um diesen Mut zu machen, „Und was dabei aus mir wird? Ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt, keinen blassen Schimmer, wie ich das der Kompanie erklären kann oder soll. Doch war es meine Entscheidung, dir zu helfen und diese Männer zu töten. Doch ist das mein Problem, mach dir darüber keine weiteren Gedanken.“, sagte dieser und warf ihm dabei, ein grinsendes Lächeln, erneut entgegen.
„Ich fange jetzt mal die Pferde ein. Sie sind zwar relativ zam und gehorsam, doch macht das diese, 520 kg schweren Muskelpakete, nicht leichter zu bewegen. Also Amoñ, war nett mit dir zu plaudern, aber ich muss jetzt los machen.“, währenddessen stand Hudson auf, nahm seine, mit Blut verkrustete Axt von dem Boden auf und drehte sich von Amoñ hinweg, bevor dieser sich jedoch wieder umdrehte und seine geballte Faust diesem entgegenstreckte, um mit ihm ein letztes Mal einzuschlagen.
Doch Amoñ konnte diese Geste nicht erschließen und wusste nicht, was dieser noch von ihm wollte und fragte Hudson verwirrt, „Ähh, was soll das werden?“
„Ein Fistbump?! Ihr kennt hier nicht einmal solche essentielle Geste? Es ist ein trauriger Tag, für den Weltfrieden. Aber keine Sorge, ich zeig es dir. Streck deine Faust einfach zu mir, quetsch diese zusammen und halte diese einfach so, gerade an dieser Stelle. Ja, genau so.“, erläuterte Hudson amüsiert, worauf dieser seine Faust, an die von Amoñ´s schlug und diesem, ein letztes Mal zu schmunzeln brachte.
„So einfach ist es. War doch gar nicht so schwer, oder? Und mach dir hierüber keine größeren Sorgen, du hast hier nichts falsch gemacht. Ich möchte, dass du das nicht vergisst.
Tschau, tschau. Hudson out.“, rief dieser, wobei er dabei seinen Zeige- und Mittelfinger, nach oben hielt und davonlief.
Amoñ wollte diesem zwar, zuletzt noch ein paar Worte zurufen, doch konnte er keine Worte aus seinem Mund bringen und wunk ihm nur mit seiner Hand, kurz zu.
Hudson lief nun also in Richtung der Handelskutsche zurück, vorbei an den verstobenen Handelsmännern, die nun eine exkrementelen Gestank versprühten, und ließ Amoñ, an dem langsam an Blätter verlierenden Kirschbaum, zurück.
„…Was tue ich nun?
Diese Letzten Stunden waren so surreal. Vollgepackt von Trauer bis Freude und die darauf gehend, kühle und blasse Einsicht, die dicht gefolgt von dem Winde, der die wärmende Trost war.“, philosophierte Amoñ ahnungslos, „Doch was wäre passiert, hätte ich mich nicht gerafft? Was wäre, wenn diese Gestalt nicht erschienen wären? Was wäre dann mit mir passiert?
Ich möchte so etwas nicht, diesen Pfad wollte ich nie beschreiten. Egal wie oft ich es mir vorgestellte oder darüber fantasiert habe, wie es denn sei. Die Angst was nach dem Tod käme, besteht in allen Szenarien. Ich möchte nicht sterben, doch überkam der Schleier dessen Gefühles mich heute nicht nur einmal. Gewoben aus den Taten meiner und aus deren der Anderen.
Was bleibt mir nun? Obwohl Hudson mit seiner Theorie warscheinlich Recht behalten wird, werden die Blicke der anderen, ab heute, für immer anders sein.
Ich weiß nicht, ob ich es ertragen werde, unter diesem Druck, in dieser Ortschaft weiterzuleben. Doch, welche Alternative bleibt mir schon…?“
Amoñ saß eine längere Zeit, still unter der schützenden Krone des Baumes, wobei er dabei versuchte, seinen Verstand und Geist wieder aufzulockern, während Hudson das erste Pferd wieder mit dem Wagen verknüpfte.
„Was wird mit mir geschehen, was wird folgen? Wieso musste es alles so kommen?
Für wen oder was mache ich das hier, Hudson verflogt sein Ziel, ultimativ, doch nach was suche ich? Was würde mich wirklich glücklich machen? Obwohl ich zu dieser Frage eigentlich kein Recht besaß, musste ich diese in meinem Kopf Pace laufen lassen.
Ich sollte dankbar sein, für was ich habe. Mein Hinterfragen hierbei, ist und war schon immer irrelevant.“, mahnte Amoñ, an sich selbst an.
Doch als er das wiehern des hergeleiteten Pferdes hörte, durchsprang eine Idea sein trauerndes Gewissen, was sich tief in dessen Ideologie einbrannte und seine vorhandene Diskrepanz, vermeintlich zu brechen begann.
Amoñ richtete sich draufgehend schnell auf und rannte zurück auf die Wiese, wobei er mehre mal was stürzte.
„Das ist es. Meine Entscheidung.“, wiederholte dieser echoend in seinen Kopf, während sein Herz anfing immer lauter zu schlagen und ein erquetschendes Gefühl seine inneren Organe durchwühlte, was ihm dabei einen seltsamen Geschmack bescherte.
„Hudson warte, Hudson!“, rief dieser mehrmals diesem entgegen, der gerade das letzte Pferd an den Wagen anbrachte.
Dieser drehte sich darauf, ganz verdutzt um und richtete seinen überraschten Blick auf Amoñ, der direkt auf ihn zu sprintete.
„Habe ich etwas vergessen? Wenn ja, wie nett, dass er es mir noch schnell bringen möchte. Doch wo kommt diese Energie auf einmal her? Vornhin war er doch eher zurückhaltend und erschöpft?“, stellte Hudson in Frage, während dieser Amoñ mit einem neugierigen Blick betrachtete.
„Hudson. Ich…, ich will dich etwas fragen.“, keuchte Amoñ vor Hudson aus.
„Äh…, klar, schieß los.“, beantworte Hudson nachdenklich und verwundert, da Amoñ keuchte wie ein Marathon Läufer und in einem, für ihn unpassend, energetischen Ton redete.
Amoñ fing sich ein Häufchen Sauerstoff und fragte Hudson schließlich, direkt, „Ich möchte fragen, ob ich mit dir mitkommen dürfte?“
Hudson warf diese Anfrage so aus den Socken, dass er vor Überraschung zusammenzuckte und das bereits, an dem Kutschbock festgemachte Seil in seiner Hand fallen ließ.
„Wa- was?“, erwiderte dieser fragwürdig, „So gern ich das annehmen würde, ich kann dich doch nicht einfach hier mitnehmen. Wie würden deine Bekannte regieren, wenn du von jetzt auf gleich einfach verschwindest?
„Das erklär ich dir später, <huff-huff>. Aber trotz all dieser Tatsachen, wollte ich einfach fragen, ob ich dich für eine gewisse Zeit begleiten könnte. Ich bitte dich.“, flehte Amon, wobei dieser direkt in Hudson´s nachdenkliche Gesicht sah.
„Ich äh, warum ni~, ähm…“Hudson dachte hart über diese Entscheidung nach und beschloss letztlich, „Weißt du was. Warum eigentlich nicht.“
Als er dies aussprach, konnte er Amoñ´s darauffolgende Freude förmlich von seinen Augen ablesen.
„Aber muss dir davor ein was beichten, bevor du mir wirklich folgen willst.“, sagte Hudson in einen ruhigeren Ton, als sonst, „Denn, ich werde nicht zur Handelskompanie zurückkehren. Stattdessen wollte ich ein neues Lager für mich finden gehen.
Denn als ich mir die Konsequenzen einmal durch den Kopf gehen ließ, bemerkte ich das selbst die mildeste von diesen, zu dem Entzug meiner Berufs Erlaubnis führen würde. Also will ich diese letzte Fahrt dafür nutzen, um mir ein neuen Lebensort zu finden.“
Amoñ überdachte seine Entscheidung kurz, doch widersprach er trotz dieses Risikos nicht und antwortete, „Das ist mir egal. Ich will einfach nur weg von diesem Ort. Aber, wenn ich noch etwas Kleines fragen dürfte. Wer fährt eigentlich die Kutsche? Die zwei anderen saßen vorne bei den Pferden, während du hinten platziert warst…“
„Schlau erkannt, aber macht dir da keine Sorge.“, reagierte Hudson gelassen.
„Also fährst du die Kutsche. Ich wollte nur etwas sicherstellen. Entschuldige mich, dass ich so unhöflich gefragt habe. Diese Frage lag mir nur auf der Zunge“, äußerte Amoñ darauf.
„Ich bin zwar froh, dass du so sehr an mich glaubst, aber mein Kutschen gefahre ist abgrundtief scheiße.“, antwortete Hudson, wobei er über sich selbst lachen musste.
„Was…? Wer fährt dann die Kutsche?“, stellte Amoñ, mit schockierend weit geöffneten Mund und skeptisch zu gekniffenen Augen, in Frage.
„Es gibt aber jemanden hier, der dies für uns erledigen könnte.“, erwähnte Hudson, wonach er in den Wagen kletterte und in den hinteren Lagerraum stapfte, wobei Amoñ diesem langsam in das Innere folgte.
Darin schob Hudson, die hinterste Holzluke nach oben und schaute in den engen Hohlraum, der normalerweise für Flaschen und anderer zusätzlicher Kleinware genutzt wurde.
Doch als dieser diese Sitzklappe öffnete, lag in diesem Schlitz ein seltsamer Mann, der tief und fest zu schlafen schien.
Hudson klopfte daraufhin, mit der stumpfen Seite seiner Axt, an dem Sitz, worauf hin dieser erschrocken aufwachte und panische um sich herumfuchtelte, wobei er sich letztlich sein Schienbein an der Wand des Hohlraumes stoß, was ihn abrupt zu Ruhe setzte.
„Aua…, Hudson, wa-? Oh, hehe. Ich kann alles erklären.“, entgegnete dieser in einer nervösen Manier.
Der Mann besaß einen dünnen Körper, blondes Haar mit einer fortgeschrittenen Stirn, wovon zwei Strähnen auf dessen frontales Gesicht fielen, blass-weiße Haut und eingesunkene Augenhöhlen mit sichtbaren Adern, dazu trug er ein wildes grünes Hemd mit lilanen Blattmustern darauf, worauf er eigentlich seine graue Fließjacke tragen sollte, doch diese anstatt als Kissenbezug über einen Sack Erbsen stülpte, worauf dieser kurz zuvor schlief.
„Damian. Ich wusste schon lange, dass du hier dein Nickerchen hältst. Obwohl man es bei dir eigentlich als normalen Tiefschlaf zählen müsste, da du fast sechs Stunden durchgeschlafen hast.“, reagierte Hudson ironisch.
Der frisch erwachte Mann sammelte sich kurz noch und antwortete schließlich mit einem unruhigen lachen, „Ja~, könnte man sagen. Die Nacht erlaubt es mir einfach nicht zu schlafen. Wo sind Tom und Udo eigentlich?
Wenn sie erfahren, dass ich mich unerlaubt in ihren Wagen geschlichen habe um mich kurz auszuruhen, drohen sie mir warscheinlich wieder mit, du weißt schon. Unschönen Sachen.“
„Nun, wie sag ich das nur. Sie sind nun, nicht mehr unter uns.“
„Was! Wie ist konnte das passieren?“, hinterfragte Damian überrascht, „Wir beide konnten sie zwar nicht leiden, aber…, wurden wir überfallen? Du wirkst mitgenommen. Mich weckte ebenfalls, ein kraftvolles geschwanke des Wagons kurz. Geschah etwas in diesem Moment?“
Hudson überlegte darauf hin, ob er ihm die kalte Wahrheit erzählen soll oder besser weiter schweigen sollte. Die beiden hatten zwar kein gutes Verhältnis zu diesen, doch war Damian ein makaberer, doch im inneren ein eigentlich sehr emotionaler Menschen, dessen Reaktion darauf unvorhersehbar wäre.
„Ja. Wir wurden angriffen.“, flunkerte Hudson, in der Hoffnung, dass die Situation dadurch nicht in eine schiefe Bahn gebogen werden würde, „Banditen griffen uns an und töteten die beiden grausam. Ich konnte sie gerade so mit meiner Axt zum Fliehen zwingen.“
„Da- das ist bedrückend. Und wer ist dann die Person, die Hinter dir steht?“, fragte Damian verwundert, während er seinen gesamten Oberkörper zur Seite lehnte, um diesen Jungen genau zu betrachten.
„Oh, das ist Amoñ. Er ist ein Anwohner von hier, er verhalf die Banditen zu verscheuchen. Außerdem wird er uns von nun an begleiten, also solltest du dich schnell an ihn gewöhnen.“, erläuterte Hudson, der von Wort zu Wort mehr glaubvoller rüberkam und seine erfundene Geschichte, realistisch auf Amoñ´s Präsenz umdenken konnte, „Aber hab keine Angst vor ihm, er ist ruhig und entspannt. Er hört dir außerdem gern auch bei deinen Geschichten oder Gedanken zu.“
Hudson lachte als er dies aussprach, wobei Amoñ hinter ihm ein wenig verlegen wurde. Er wusste nicht warum, doch machte ihn diese Beschreibung von ihm sehr glücklich und brachte ihm den nötigen Mut, um vor Hudson zu treten und die neue Person zu begrüßen.
„Sei gegrüßt. Mein Name lautet Damian. Angenehm deine Bekanntschaft zu machen.“, antwortete dieser, während er Amoñ mit seiner eiskalten und knochig-harten Hand die Hand schüttelte.
„Hallo.“, antworte dieser höfflich, doch ein wenig von diesem irritiert, „Du bist wahrscheinlich die Person, die in der Lage ist diese Kutsche zu fahren, oder?“
„Führ wahr, führ wahr. Darum geht es also hier.“, äußerte dieser, während sein Blick auf Hudson fiel, der unschuldig von diesem wegblickte, „Dann werde ich keine weiteren mehr Fragen stellen. Hudson, wo soll es denn für uns nun hingehen? Wohin soll es uns verschlagen?“
Dieser überlegte erneut, wodurch er die Initiative ergriff und sich eine nahegelegene Landschaftskarte, die eine Handvoll von Sektoren aufzeigte, schnappte und blind ein nordöstlich gelegenes Dorf, was zugleich das am weitesten entfernte Ziel auf der Karte war, zeigte und stach darauf ein Pinnnadel an der gezeigten Stelle hindurch.
„Hier liegt der letzte Termin den wir noch erledigen müssen. Die Leichen von Tom und Udo wurden schon in dieser Kommune gemeldet und werden bald sichergestellt. Das bedeutet aber auch, dass wir jetzt weiter machen müssen, denn andere Menschen sind auf unsere Arbeit angewiesen. Worauf ich andeuten will ist, dass wir keine weitere Zeit mehr vergeuden dürfen.“, sprach dieser selbstsicher und energisch, während er sich in seinem Inneren als Genie lobte und mit sich selbst einklatschte.
„Garma? Noch nie gehört.“, sagte Damian nachdenklich, „Ich erhoffe, dass diese Mission bis Morgen Zeit hat, denn dieses Ziel erreichen wir unmöglich heute noch. Was nicht nur in unserem Interesse wäre, sondern auch deren, die diese Lieferung sonst frühstens in spätester Mitternacht erhalten würden.“
„E- Es ist nicht dringend, keine Sorge. Wenn alles schieflaufen sollte, hätten wir sogar bis übermorgen Zeit. Wir haben schließlich auch mit der Abwesenheit zweier unserer Mitarbeiter zu kämpfen. also könnten wir das so jederzeit damit entschuldigen.“, argumentierte Hudson.
„Ok, dann will ich nicht lange um den Kreideberg herumrennen und schnurstracks in die Puschen kommen.“, antwortete Daimon, der an den beiden vorbeiging und sich an den Bock der Kutsche setzte und alles vorbereitete, wobei dieser eine hölzerne, mit Tabak gefüllte Pfeife hervornahm und eine Metallische Box, die sich neben der äußeren Bock Tür befand, neben sich stellte und diese öffnete. Danach blass dieser einmal in diese, was die darin gelegenen Kohle wieder erhitzte und wieder zum Zündeln brachte. Darauf brach dieser, mit einem kleinen Edelstahl Löffel, vermehrte Löcher in dessen Mitte, nahm ein mickriges Stück der Kohle und bröselte es in die Pfeife als Pulver hinein.
„Warte, warte. Bevor du rauchst, mach ich die Tür hier zu. Ich will dein gequarzte nicht riechen müssen.“, unterbrach Hudson Damian, wonach dieser diesem die Karte reichte und ansetzte, die verankerte Tür zu schließen.
„Wartet!“, rief Amoñ diesen entgegen, bevor die Tür zufiel, „Würde es euch etwas ausmachen, wenn wir noch einmal, kurz an meinem Lager halten könnten? Dort möchte ich noch Hauptsache ein Abschiedsbrief verfassen und etwas von meinem Wertsachen mitnehmen.“
„Und wo möge diese Behausung liegen?“, fragte Damian skeptisch nach.
„Sie ist direkt hier oben. Wir müssten einfach nur auf der Wiese noch einmal umdrehen und den obersten Pfad folgen. Das sollte mindestens nur Zehn bis maximal Fünfzehn Minuten dauern, danach kann Amoñ sein Ding machen und danach zischen wir hier endlich ab. Das sollte bei uns ja noch drin sein, oder nicht?“, erklärte Hudson, was Amoñ schmeichelnd zeigte, dass dieser ihm wirklich zuvor zuhörte und sich sogar dessen Wohnort merkte.
„Lass mich nachdenken. Sollte umsetzbar sein. Aber dann werden wir unsere Reise hoffentlich antreten können. Ich hasse es unnötig Wurzel schlagen zu müssen.“, bestätigte Damian, der zugleich den Pferden, mit einem kräftigen Ruck an ihren Stricken, das Signal zum starten und umlenken gab, was auf der breiten Lichtung gut umsetzbar war.
„Das sollte alles sein, genau. Lasst uns endlich wieder aufbrechen.“, stimmte Hudson hoffnungsvoll zu, während deren Kutsche erneut in den Wald hineinfuhren und denn S-förmigen Straßen des Waldes hinauf rollte.
An Amoñ´s Behausung angekommen, sprang dieser sofort aus dem Wagen und lief zu seinem Rastplatz, wobei er sich bei Hudson und Damian noch einmal versicherte, dass sie nicht ohne ihn wegfuhren, währenddessen die Kutsche umlenkte.
Amoñ nahm ein unbeschriebenes Blatt aus seinem Stapel und eine Schreibfeder, welche dieser nutzte um eine Letzte Nachricht an seine alte Heimat zu verfassen.
Diese lautete:
„Grüße an alle, die dies hier lesen.
Ich bin dankbar für alles, was ihr für mich getan habt. Jedoch möchte ich ein neues Kapitel beginnen. Die zwei Leichen, die sich bergab befinden, sind von denen, die mich kaltblütig angriffen und mich tödlich verletzen wollten. Ich möchte mein Verschwinden nicht mit einer feigen Flucht in Verbindung bringen, sondern gestehe ich, dass ich beitrug, diese zu töten. Ich danke denen von Herzen, die mir in diesen und vergangenen Zeiten Mut gaben und mir versuchten den richtigen Weg zu weisen.
Ich werde diese Kommune nun verlassen und ein neues Leben beginnen. Und, obwohl sie euch schon seit vielen Jahren gehört, kümmert euch bitte weiterhin gut um die Schafsweide meiner Mutter.
Auf Wiedersehen und danke.
Amoñ.“
Er legte diese Notiz auf den obersten Teil seines Schrankes und lag einen, seiner Meinung nach, schweren Stein auf diese, um zu verhindern, dass der Wind diese wegwehen könnte.
Daraufhin nahm er noch zwei Bücher mit und drehte sich ein letztes Mal zu den Ruinen seines alten Zuhause entgegen und zollte seinen letzten Respekt gegenüber diesem, drauf rannte er wieder zu der schon wartenden Kutsche, wobei er das einladende Lächeln von Hudson durch den Seitlichen Eingang erspähen konnte.
Er sprang auf diese wieder auf, woraufhin diese sofort losfuhr und sich letztlich von Amoñ´s vorherigen Behausung entfernte.
Hudson schloss nun die Tür zu Damian´s Sitz und setzte sich neben Amoñ, der am Ende der Kutsche saß und aus der kleinen Öffnung, sein altes Zuhause betrachtete.
Die beiden saßen erneut still nebeneinander, bis Amoñ Hudson fragte, „Hudson. Denkst du, die Menschen in der Kommune werden mich nun hassen?“
„Wieso sollten sie? Was hast du denn auf den Zettel geschrieben?“
„Ich habe den Mord gegenüber den Händlern eingestanden und mich bei denen bedankt, die mir in meinem alten Leben beistanden.“
„Das ist…, ehrlicher als ich erwartet habe. Aber du hast dich höfflich verabschiedet und ein letztes Mal bei deinen Freunden bedankt. Ich sehe keinen Mörder vor mir, sondern eine nette und ehrliche Person, die nur das Beste für alle will. Sie werden dir verzeihen, früher oder später. Mach dir da keine Sorge.“, versicherte Hudson, während dieser auf Amoñ´s Schulter klopfte.
„Danke, Hudson. Ich muss dir, für so vieles heute dankbar sein.“, sagte Amoñ, während er seinen Kopf an der Rückwand der Kutsche anlehnte, „Hast du vielleicht noch etwas über dich zu erzählen?“
„Oho. Meine Geschichten haben dich also in ihren Bann gezogen.“, antworte Hudson lachend, „Ich habe dir noch so viel mehr zu erzählen. Liest du eigentlich auch Bücher mit Bildern und hattet ihr auch Musiker in eurer Kommune gehabt?“
So fuhren die drei also weiter und begannen ihre Reise, von dessen finalen Ankunftsziel sie keinen blassen Schimmer hatten, wobei Hudson sein Repertoire von unnützem Wissen an Amoñ weiter gab, was diesem zwar gelegentlich befremdlich vorkam, doch aber auch auf eine seltsame Art und Weise faszinierte und unterhielt.
Wie lang ihre Reise andauern wird ist noch ungewiss und was ihnen widerfahren wird, blieb ebenfalls dem kaltblütigen Schicksal überlassen.
Die Nacht zog nun über das verwilderte Land, und währenddessen die zusammengewürfelte Truppe, bestehend aus Amoñ, Hudson und Damian, immer noch die groben und schlammigen Straßen der Finsternis durchfuhren, trafen in der Mitte des Reiches die Blurry-Vessel, im mehreren Kilometer entfernten Sektor Goodfield, aufeinander.
Aus dem flachen Gefilde, ragte eine imposante Bastion hervor, dessen Türme und Herz aus einem tiefen Wassergraben herausschossen und nur von vier, vertikalen Brücken, mit dem festen Untergrund verbunden wurden.
Der Mond strahlte aus einem Wolkenloch, auf die spitz verzierten Dächer der Wehr, dessen illuminierenden Fackeln erleuchteten jede Führung die diese durchzogen.
Viele Soldaten und verschiedener Divisionen trafen hier aufeinander und patrouillierten die Bastion. Einige von ihnen waren in kompletter eiserner Rüstung gekleidet, wobei manche eher wildere Ausrüstung bevorzugten und sich deutlich von den eher diszipliniert tragenden Soldaten abhoben.
Im inneren dieser, saßen die Sieben Mitglieder der Blurry-Vessel, an einem achteckig, abgerundeten Gesteins Tisch.
Der Raum in dem sie sich befanden, wies keine Fenster auf und an dessen eigentlichen Plätzen hingen riesige, rot silberne Flaggen hinunter, die das Emblem des Barons besaßen und dessen weißer Reiher in einem expressiven und teuren weiß abgebildet war.
Ein riesiger, silberner Kronleuchter hing von der endlos hohen Decke, wo an dessen Spitze sich mehrere Öffnungen befanden, um die Luftdichte Kammer mit Sauerstoff zu versorgen, was auch den Rauch der Fackeln und Kerzen abziehen ließ.
Die Blurry-Vessel saßen gespannt auf ihren, mit deren Symbolen markierten, Plätzen und erwarteten das hereintreten des Baron´s.
Vor ihrem Tisch lag eine hoch erhobene Plattform, worauf eine seltsame Person, mit vielen Halsketten, neben einem großen und edlen Tron stand und geduldig einen Blick auf die Blurry-Vessel, ihren Begleitpersonen und den zwei Generälen, die das untere Haupttor bewachten, wodurch die Vessels zuvor hereintraten, warf.
Die Halle wurde mit der Zeit lauter und füllte sich mit den echoenden Ausdünstungen der Anwesenden, denn einige Mitglieder nutzen diese undefiniert lange Wartezeit, um mit ihrer Begleitperson zu plaudern und deren heutigen Anlässe zu wiederholen.
Doch diese Laute verstummten schnell, denn das obere Holztor öffnete sich, knirschend und der Baron betrat den Raum, gefolgt von zwei Vasallen, wovon der linke in einer smaragdfarbenen, drachenförmigen Rüstung gekleidet war und unter dem Namen, Herr des Lindwurms, bekannt war. Die andere Wache war gigantisch und entstellt, sie war besser unter dem Namen Trench, der persönlichen Leibwache des Baron´s, geläufig.
Der Baron wurde von der makabreren Person in Rot, auf seinen Platz eingeladen und saß sich auf seinen hölzernen Sitz, wonach dieser ein Weinglas, von dem dessen Stiel mit einem eisernen »B« umschwungen wurde, von der Person in Rot erhielt und es sich daraufhin in diesem Tron bequem machte.
Er hob den rechten Arm, mit der er auch sein Weinglas hielt, und verkündete in dem schallenden Raum, „Willkommen geheißen, seid ihr alle. Lasset diese Konferenz hiermit beginnen.“
Der Baron nickte danach der mysteriösen Person zu, die sich darauf gehend an das dunkelhölzerne Geländer lehnte und mit einer erhabenen und melodischen Stimme in den Raum sprach, „Meines Leibes auch, ein herzliches Willkommen zu dem
297´sten Zusammentreffen der Blurry-Vessel. Dessen klingender Name lautet Bel´lial, dieser wird das Zusammentreffen, der einflussreichsten Blutmagier dieses Reiches, an dem heutigen Abend moderieren, wie es ihnen im Munde sein sollte.
Dessen Wenigkeit würde nun, mit der Ernennung der heutigen Anwesenden beginnen. Ich erbitte die sofortige Ruhe und Präsenz der Aufmerksamkeitsspanne.
Die erste Person des heutigen Tages und dazu einer der einflussreichten Individuums dieses Raumes, wobei wir den Baron natürlicherweise hierbei ausschließen. Der Oberste Priester und Stimme des Volkes, der Local.“
Jede Person, außer die bewaffneten Wachen, klatschte, wobei der Local, der eine lange Priester Robe trug, auf dessen ein petrusartiges Kreuz abgebildet war, dessen Enden in sternenspaltige Kreuzungen absplitterten und dessen mittiger Strich sich auf halben Wegen mit dem oberen verband, wozu dieser auch ausgegraute, schwarze Frisur besaß, die hinter seinen Kopf wuchsen und dessen faltiges Gesicht, von fast schwarzen Augenringen geplagt war, der sich mit einem einfachen nicken und dem umformen seiner Handgeste, in eine Raute, erkenntlich zeigte.
Hinter diesem stand ein orange-haariger Mann, der einen seltsamen Holzkasten auf seiner Schulter besaß, welcher zum Teil mit Metall und Schrauben verkleidet war.
„Die darauffolgende Person ist niemand geringeres als unsere oberärtzliche Präsenz, die Migräne.“
Eine Person mit zwei Löchern in ihrem Kopf, die einen asymmetrisch, schwarzen Arzt Kittel trug, worauf rasche, weiße Erscheinungen angemalt waren. Sie nahm den Beifall des Raumes ebenfalls, emotionslos hin, während die weibliche Person hinter ihm, die ein graues Arztkleid mit hellblauen Akzenten und einer großen, mittleren Schleife an ihrem Bauch trug, energisch klatschte und ihm freudig entgegenschaute.
„Die dritte Person, deren Dasein jedem ein Begriff seien sollte. Die aufgehende Blüte und das bodenlose Potenzial. Der Sohn des Baron, die Ode.“
Dieser junge Mann, auf dessen Stirn eine rosane Haarsträhne herabfiel, die einen starken Kontrast zu dessen sonst schwarzen Haar offenbarte, reagierte mit einer gelangweilten Geste und ließ seine Beiden Arme überkreuzt und warf dabei ein rotes Gelle auf und ab in seiner Hand.
Seine Begleitperson, die staubige und zerrissene Klamotten trug und deren Gesicht, bis auf sein rechtes Auge, komplett bandagiert war, tat diesem gleich und blieb still und unbeeindruckt neben diesem stehen.
„Das darauffolgende Individuum, besser bekannt als die Dualität des Waldes, die Wurzeln und das Myzel, die den Boden des Volkes nähren, auf den jeder Genosse dieses Reiches sein Leben verbringt. Die Trees.“
Dieser Blurry-Vessel, dessen langes Haar zur Hälfte aus orangen und zur anderen Hälfte aus braunem Haar bestand, schien zwar ein unbeeindrucktes Gesicht zu ziehen, doch schien dieser zur selben Zeit auch ein unschuldiges grinsen abzugeben.
Im Gegenzug zu allen anderen, besaß dieser keine weiteren Gefolgsleute und saß allein auf dessen Stuhl da.
„Das fünfte Wesen im Bunde, der Mann der Entschlossenheit und der Prinzipien, der Semi-Automatik-Killer.“
„Vielen Dank“, äußerte dieser, in schwarzer Uniform, auf dessen beiden Kragen ein weißer Reiher zu sehen war, freudig, nachdem er seine Hand dankend Bel´lial entgegenstreckte, wobei einige Gesichter in dem Kreis der Blurry-Vessel, dessen elongiertes Gesicht mit hohen Wang Knochen und scharfen Kiefer, dazu noch seiner weit fortgeschrittenen Stirn, mit irritierten Austrug erblickten.
Seine Begleitperson, die ein relativ kleiner und dicker Mann, in gleicher Kleidung, klatsche besonders laut und schaute diesem erfreut und stolz über deren Sitzplatz.
„Ein besondere Person ist nun gefolgt, dessen blutmagischen Fortschritt, in besondere Höhe erwähnt werden sollte. Der Schleier aus Leid, der Goner.“
Diese Person, die scheinbar in einem schwarz grauen Leder-Zwangsjacke festgehalten wurde und dazu eine Maske ähnlich die eines Vogels trug, woran zwei Schwarze Schläuche befestigt waren, schien sich fast schon kindisch über seine Ernennung zu freuen, doch waren seine Arme an dessen Körper gebunden und konnte dadurch seine Freude nur ausdrücke, in dem er elanhaft hin und her wackelte und dabei hochtönige Laute von sich gab, die aus dessen Maske schallten, wobei sein beistehender General, der ein spitzes, langgezogenes Schild besaß, diesem nervös und schwitzend beobachtete.
„Die letzte Person des heutigen Tages, mag als eine durchaus chaotische durchgehen, doch zeigt sie durch ihre eisernen Eingriffe an den Grenzen unseres Reiches, ihre wahrhafte Daseinsberechtigung.
Der kaltblutige, der Anführer der sechsten Division, der Message Man.“
Dieser nickte, mit seinem kahlgeschorenen Kopf und seiner Wangenwunde, die schockierender weise seine Knochen offenbarte, genervt entgegen, wobei die Person hinter ihn, mit einer feinen, braunen Lederjacke und einem nach unten gehend Schnauzer, sich, mit seiner Hand auf dessen Brust, leicht verbeugte.
Nun wurden alle Blurry-Vessel genannt und dazu in deren entsprechenden Reihengfolgen, in der sie am heutigen Tag Paltz nahmen, wovon jedoch niemand an der Achten, stuhllosen Fläche saß, wobei man dem Baron dem Rücken zukehren würde.
Der Local saß hierbei an der linkshinteren Hälfte, wobei der Message Man an der rechtshinteren saß und die Trees in der vorderen Mitte des Tisches deren Paltz genossen.
„Gut, gut. Da wir die heutige Ernennung überstanden zu scheinen haben, willigt Bel´lial die Gelegenheit an unseren verehrten Baron wieder zu.“, verkündete Bel´lial, wonach dieser sich dem Baron beugend zuwand, wobei dieser seine langen Fingernägel auf ihn richtete und sich wieder hinter dessen Tron schlich.
„Sei erdankt. Ich möchte darauffolgend direkt auf die Nöte der heutig Versammelten eingehen. Dabei wird der Local sobald mit seiner Rede zu der Entwicklung des Volkes beginnen. Danach sind die Themen frei entfaltbar. Verschwendet meine Zeit aber nicht mit unnötigen Spekulationen und Thesen.
Jetzt erspar ich euch meine omnipotenten Klagen. Local, du erhielts das Recht, zur Entfaltung deines Geistes.“, erläuterte der Baron, während er sich tief in seinen Tron fallen ließ und mit überkreuzten Beinen ein Schluck aus dessen Wein genoss.
„Vielen Dank, lasset mich anfangen.“, sagte der Local, nachdem er seine Brille, auf seinem in die Jahre gekommenen Gesicht, anlegte und dabei ein Stück Papier von seiner Begleitperson gereicht bekam, „Meine geehrten Kollegen und Anwesenden. Als Local ist mir die Zufriedenheit des Volkes und die Deradikalisierung der Massen, ein genauso wichtiges Thema, wie das Morgendliche Gebet.
Und erfreuter Weise darf ich verkünden, dass unser Volk immer noch Glück und Elan versprüht, wobei die Branchen wie Musik und Spiel, die Feinheit und Hingabe unserer Bürger, täglich auf ein neues offenbaren.
Dazu sollte ich auch, den massiven Rückgang in rebellischen Aktivitäten verkünden, was zugleich unseren Genossen ein Gefühl von Sicherheit gibt, welches sie in ihren Alltag, täglich erhoffen sollten.
Selbst das Goldene Königreich, unser modrigster Rivale, schlottert weiter an den Grenzen unseres Reiches, wobei sie es schon seit langen, nicht einmal über unsere Grenzen gewagt haben.
Um zuletzt noch die Worte, einer meiner Bekannten zu zitieren, »Das Gespenst, was sich in den vergangenen Jahren auftat, vertagt nun sein letztes Korn.«
Dies ist alles, was es zu berichten gäbe. Vielen Dank, Sanare.“
Die Blurry-Vessel klatschten darauf gehend und wiederholte das Wort »Sanare«, wobei die Expression des Message Man, immer mehr unentspannter wurde.
„Wunderbar zu hören. Ein sicheres Volk, ist ein glückliches Volk.“, wandte der Semi-Automatik-Killer, strahlend ein, „Des Volkes Zukunft gehört uns! Die Nachricht, von dem Rückgang der Rebellischen Abschäumer und Goldferkel, trifft in die gute Seite meines Herzens. Mit Daińn´s Abwesenheit, werden wir die Bewohner dieses Reiches in eine neue Epoche erheben, dessen Präsenz seine gleichen suchen wird.“
Doch bevor die anderen Blurry-Vessel überhaupt nur eine Mine deswegen verziehen konnte, schallte ein lauter Knall durch die Halle, wobei alle Anwesenden ihre Blicke auf den Herkunftsort dieses lauten Geräusches richteten.
„Du hast da aber ein kleines Detail vergessen, Local.“, merkte der Message Man genervt an, der sein Faust zuvor auf den Tisch schlug, woran dieser eine, an seinem Kleinen- und Ringfinger, seitlich fallende Klinge trug, „Du kannst zwar gut reden, mit deinem »Rückgang« der Rebellenraten, doch weniger heißt nicht keine und ein Schweinepriesterin wie du sollte ganz genau wissen, was meiner Truppe letzte Woche geschah.“
Der Raum füllte sich darauffolgend mit Zurufen und Beschwerden, wobei der Baron jedoch nicht eingriff und die Lage, aus seinem gemütlichen Sitz, vorerst beobachtete.
„Sag mal, geht’s dir im Oberstübchen noch ganz wohl?“, rief die Migräne dem Message Man entgegen, wonach der Semi-Automatik-Killer darauf mit, „Hey, du kleiner Sinta! Wer gibt dir hier das Recht, den Local zu beleidigen?“, folgte.
Wobei manche Blurry-Vessel lautstark diskutierten, schaute einige, wie der Local, einfach nur erschrocken und verdutzt den Message Man an, oder machten es wie der Goner, welcher sich zwischen seinen, nun auf den Stuhl angewinkelten, Beinen versteckte, was dessen beistehender General, noch mehr ins Schwitzen brachte.
„Ihr Idioten hört mal genau zu. Euch kann dieser ganze Rebellen Kack ja am Arsch vorbei gehen, aber ich verlieren wöchentlich meine Männer, verteilt auf das gesamte Reich, und ich kann es langsam nicht mehr tolerieren, dass wir Daińn und die Greenworth´er Rebellen einfach so machen lassen, was er will. In anderen Worten, wir sollten mit diesem Kinderspiel, was der Baron hier spielt, schlussmachen und ihn endlich abschlachten.“, begründete der Message Man in einem strengen Ton.
Dieser letzte Strang, brachte die Meute komplett zum Brodeln und beschar dem Baron mit einem kleinen Schimmer von Irritation.
„Bei allen guten Geistern, du bist hier nicht der Einzige, der Bekannte und Angehörige an die Rebellen verloren hat. Ich spreche hier warscheinlich für jeden in diesen Raum, denk noch einmal, gründlich über deine Aussage nach und halt endlich deine Backen flach.“, argumentiert der Local, in der Hoffnung die Situation zu entlasten.
Doch stachelte dies den Message Man nur noch mehr auf, wodurch dieser seinen Fuß auf den Tisch stampfte, seinen rechten Arm darauf warf und dem Local gereizt entgegenrief, „Halt du dein Maul. Ich versuch hier, Gerechtigkeit für jeden Soldaten in diesem Reich zu schaffen und ihr alle heult hier rum, weil ihr einfach keinen Mumm habt, dass kindische Spiel des Baron´s zu stören.“
„Erheb deine Stimme nicht gegen mich, Kindchen.“, sagte der Local in einem bedrohlichen Unterton, „Nur weil eurer Division etwas Unschönes widerfuhr, heißt das noch lange nicht das du dich wie ein besoffener Affe aufführen kannst. Und wie ich bereits sagte, wir alle haben dies durchlebt, also setzt dich jetzt wieder hin und nehm deinen stinkenden Stiefel vom Tisch. Ein Tisch aus diesem Gesteinsguss ist nicht wirklich renovierbar, weißt du.“
Daraufhin schlitze der Message Man seine Hand, mit einem Schlag seiner Klinge, auf und zeigte, mit Mordlustigen Interesse, den Local seine nun Blutüberströmte Klinge entgegen, wobei sich dabei etwas unter dessen Haut bewegen zu schien.
Dies brachte nicht nur den anwesenden Blurry-Vessel Bange, sondern auch den beistehenden Generälen am unteren Tor, die direkt ihre Waffen zogen, wobei der weibliche General ihr Schwert in zwei andere Schwerter riss, wodurch diese ebenfalls anfingen mild zu glühen, und der in Rüstung verhüllte General ein stark verziertes Hackebeil herausnahm und sein anderen Arm auf seine Schwertscheide legte, wobei die Atmosphäre um ihn anfing, leicht und verschwommen zu werden.
Jedoch bevor diese Situation eskalieren konnte, prallte ein hölzerner Bolzen vor dem Message Man ein, dessen Aufprall den Raum wieder verstummen ließ.
„Hör mal her, du kleiner Knorpelfresser. Ich mag zwar nichts von diesem Götterscheiß können, doch kann mein kleines Kind hier dir ordentlich eine mitgeben. Also denk lieber ne Sekunde nach, bevor du meinen Freund hier angreifen willst.“, sagte der orange haarige Mann hinter dem Local, selbstsicher und in einem starken Akzent, dessen Hölzerne Box zu einem Dritten Arm wurde, der zuvor einen hölzernen Bolzen vor den Message Man schoss, und nun mit einem darauffolgenden Schulterdehnen des Mannes, einen zweiten Bolzen in die Armbrustartige Apparatur rutschen ließ.
„Wa-, Gear? Du musst dich hier nicht einmisch-“, „Muss ich wohl, Franz. Erstens, bin ich kein Blurry-Vessel und muss deswegen nicht nach euren Regeln spielen. Und Zweitens, ein kleiner Pisser wie dieser da, muss man auch mal in seinen Posten zurückweisen.“, unterbrach Gear den Local, wonach er dem Message Man, mit einer Bewegung seines Gesichtes, auf den Baron hinwies.
Die Stimmen hielten sich zuerst zurück, während die Anspannung dabei immer mehr hinaufwuchs.
„Mein lieber Message Man.“, fiel von dem erhöhten Podest, in einer bedrohlich doch ruhigen Art, „Obwohl manche hier dein Benehmen als untolerierbar betiteln würden, sehe ich eine umkämpfte Feststellung, die deinen Verstand ergreift.“
„Baron! Weil sich niemand hier in diesem Raum, seine Eier in die Hand nehmen will, werde ich es dir nun persönlich sagen. Gebe mir den Befehl, Daińn zu töten und wir beide werden weniger Probleme haben.“, schlug der Message Man dem Baron mit direkter Stimme vor, was eigentlich undenkbar wäre, doch der Baron ließ diesen geschorenen Bock vorerst in der Anwesenheit verweilen und erläuterte gelassen, „Verlockend, aber ohne Substanz. Aber du scheinst mich heute in sehr guter Laune erwischt zu haben, Böckchen. Deswegen werde ich eine Ausnahme für dich, und nur dich kreieren.“, bot dieser an und zeigte dabei energetisch auf diesen.
„Besser ist das, aber nenn mich nicht so.“
„Aber ich kann dich ihn nicht einfach töten lassen, das wäre ja zu einfach. Du erhältst aber die Erlaubnis ihn einzufangen zu dürfen, das ist doch etwas, oder?“, erklärte der Baron mit einem erhobenen Finger.
„<knurr> von mir aus.“, antworte dieser halb zufrieden, „Ich werde meine Truppe morgen zusammentrommeln und diesen Abschaum endlich einfangen*, dann wird dieser schon sehen was ihm blüht, wenn er Mitglieder der Grenzdivision umbringt oder verletzt.“
„Ohh~, leider wird dies morgen nicht möglich sein, denn wir müssen dir ein spezielles Schreiben dafür vorbereiten, was warscheinlich frühsten in einer Woche fertig sein wird. Du verstehst hoffentlich, dass wir unsere Regeln äußerst genau nehmen. Außerdem dürfest du nur mit einer Ansammlung von zwanzig Mann nach diesem suchen, natürlich mit den entsprechenden zusätzlichen Berechtigungen und Papieren, wenn ihr denn einen anderen Reichssektor betreten wollt.“, erläuterte der Baron in einer sarkastischen Stimme.
„Du kleiner scheiß-“, „Tja, Regel sind nun mal Regel. Außerdem bist du nicht dem Meine würdig. Du bist der kleine Message Man, dessen Mission auch in meinem Interesse ablaufen muss, komme was auch kommen wolle.“, fügt der Baron, störend hinzu.
Der Message Man versuchte erneut mit dem Baron zu diskutieren, doch bevor er mehr aussprechen konnte, setzte seine Begleitperson deren Hand auf dessen Schulter und rat diesem, „Ich glaube wir sollten es für heute belassen. Ich möchte meine Gleichgesinnten morgen noch lebendig auffinden.“
„Glace du…, meines Wegs.“, sprach der Message Man mit einer leiseren und einsichtigen Stimme, da er bemerkte, dass die zwei anderen Generäle, Trench und der Herr des Lindwurms, aus dessen zweitens Armschützer eine lange, gezackte Klinge hervorkam, sich bereit machten, um eine schlimmere Eskalation zu verhindern, falls nötig.
Ohne weitere Worte zu verlieren, verbeugte der Begleiter Glace sich noch einmal, höfflich und verließ mit dem Message Man die Halle.
Daraufhin stand der Baron auf und verkündete, mit einem amüsierten Schmunzeln auf dessen, durch das Licht verdunkelte, Gesicht, „Ich würde denken, dass wir es für heute darauf beruhen sollten. Ich entschuldige die Unannehmlichkeiten, aber trotz dieses Vorfalles, war diese eine durchaus interektuele Sitzung. Falls ihr noch etwas erwähnen wollt, erhebt eure Stimme im nun. Nein? Dachte ich mir. Ich danke euch für euer Erscheinen, ihr dürfet euch nun erheben.“
Alle noch vorhandenen Mitglieder standen auf, worauf diese ihren Händen in die Luft streckten und dabei, „Geheilt, sei der Baron.“, riefen, worauf der Rest den Raum ebenfalls verließen, was der Baron diesen gleich tat, wobei Bel´lial diesem noch ein paar Worte, unverständlich zuflüsterte.
Außerhalb der geschlossenen Halle, unterhielten sich nun die Migräne, der Local und Gear miteinander, wobei diese über die gerade geschehene Sitzung reflektierten.
„So etwas hört man nicht alle Tage, was?“, fragt der Local.
„Das kann man wohl so sagen Franz.“, antwortete die Migräne schmunzelt, „Ich kann es aber immer noch nicht glauben, für was sich dieser Typ den immer halten will. Außerdem, guter Schuss Gear. Du scheinst dich wirklich an das neue Modell gewöhnt zu haben.“
„Klar, hab das Teil ja schon seit fast über nem Jahr. Mein früheres Model war ja nur für Nägel, aber der neue Hybrid hier, der auf viele andere Objekte angepasst werden kann, ist schon famos. Danke nochmal dafür Freunde.“, erzählte Gear erfreut.
„Ach, keine Ursache. Du musst dich eher mehr bei Damo bedanken, dass dieses Teil noch nicht deinen gesamten Körper durchfressen hat.“, äußerte der Local verlegen.
„Du kennst mich doch schon etwas länger Gear. Ich kümmere mich um jeden gern, der es auch wirklich braucht, wozu du vor einigen Jahren durchaus, dringend zähltest. Wobei ich dabei aber auch ein ordentliches Risiko einging. Schließlich war es ja meine Idee, den unorganischen Arm in deine Brustwirbel und Schultergelenk einzusetzen.“, erläuterte die Migräne, während dieser sich an der Wand anlehnte und aus einem Fenster blickte.
„Der ganze Schmerz war´s wert! Jetzt kann ich Dinge tun, von den ich früher nur träumen konnte.“, antwortete dieser lachend.
Während die alten bekannt sich weiter unterhielten, verließen die zwei Generäle, die zuvor das Eingangstor bewachten, die Bastion.
„Ich bin erleichtert, dass der Message Man nicht komplett austickte. Blut zu vergießen, lag heut nicht in meinem Interesse.“, äußerte der, in Rüstung eingemummte Mann.
„Ich war auf alles vorbereite, doch bereitet mir die Entscheidung des Baron´s Sorge.“, vertraute die weibliche Generalin, deren blonde Haare aus der Rückseite ihres Helmes hingen, dem anderen General an, während sie langsam der Südwestlichen Brücker entlangliefen, „Er erwartet zwar, dass der Message Man an seinem Versuch Daińn zu töten verzweifeln wird. Doch ist seine List nicht fehlerrein. Selbst wenn er alle Voraussetzung des Baron´s befolgen würde, gäbe es immer die Einprotzent. Die Chance, dass er wirklich sterben könnte. Dies beschert mir Sorge.“
„Lasst euch durch dies nicht durchwühlen, Madam. Er wird einen Plan als Ersatz haben, da bin ich mir sicher.“, sprach der General ihr versichernd zu.
„Hoffen wir´s. Wir können uns aber nie sicher sein, der Baron spielt ein gefährliches Spiel, dessen Folgen wir dann ausbaden müssten. Aber ich will deinen Zen nicht brechen. Starrt hingegen einfach den Mond an, euren Herren, wenn man so will.“, artikulierte die Weibliche Generalin, die zugleich ihren Helm absetzte und ihr glänzendes, blondes Haar, im Abendwind schwingen ließ und sich über der Brüstung der Brücke lehnte.
„Herr wäre übertrieben. Eine Nachteule wie ich, bevorzugt den Titel, »Wegweißer«. Aber sie haben recht, er strahlt heute in seinen schönsten Farben.“, erklärte der General, der nun ebenfalls, mit seinen Händen auf dem Rücken, in den Nachthimmel starrte.
Dieser wurde zwar von schwarzen Wolken übersehen, doch durchlöcherte das Mondlicht die noch verschonten Stelle und zeigte sich über der Bastion, in seinem vollen, lunaren Glanze.
Die Mitternacht traf auch die nun stehende Kutsche, die nun auf einer Waldlichtung parkte und wovon dessen Innensassen schon tief schliefen, wobei man nur die entfernten Lichter eines benachbarten Dorfes noch zu dieser späten Stunde erspähen konnte.
Doch trotz dessen erschöpfen, wachte Amoñ auf einmal auf, da seine Blasse ihn aus seinem Schlaf peinigte.
Dabei bemerkte er, dass nun eine Decke auf ihm lag, auf der sich ein tristes Blumenmuster befand, wovon einige Stofffetzen bereits abfielen und sich in dessen Kleidung festsetzten.
Er richtete sich auf und schaute sich in dem dunklen inneren der Kutsche um, wobei er Hudson, dessen Kopf auf einen Kartoffelsack gelegen war, schlafend erblickte, der auf der gegenüberliegenden Seite des Wagens, ohne Decke, aber in seinen normalen Klamotten, vor sich hin nickte.
Amoñ kletterte leise aus dem Wagen hinaus, wobei er Damian entdeckte, der auf dem Kutschenbock schlief, aber zuvor die Leinen der Pferde gelockert hatte, so dass diese sich hinlegen und schlafen konnten, und lief zu einem nahegelegenen Busch, wo er seine stechende Blase erleichtern konnte.
Die trübe Nacht ließ den Wald wie eine schwarze Box wirken, wobei die immer noch brennende Laterne der Kutsche das einzigste Licht in der unmittelbaren Nähe spendete.
Der Gedanke zu fliehen, durchwühlte sein verschlafenes Gemüht.
Er war noch nie so weit von Zuhause entfernt gewesen. Auf Wegen, dessen Existenz auf den meisten Karten verborgen oder noch dokumentiert waren.
Doch fühlte sich dieser Weg, richtig an.
Die Luft war angenehm frisch und die Stille des Waldes war mehr entspannend als furchteinflößend.
Ein zufriedenes Gefühl überkam dessen vergangene Zweifel, dessen Leben sollte nun schließlich nach seinem Eigen ablaufen.
Daraufhin lief Amoñ wieder zu der Kutsche zurück und hüllte sich in dessen Decke ein, was sein Herz ungewöhnlich warm werden ließ, und schlief kurz darauf wieder ein.
„Du hast gut gespielt, doch deines Königs Ehre endet hier.“, äußerte der Baron, der mit dem Herrn des Lindwurms eine Partie Souveränische Besiegung spielte und dessen König, mit einer Bogenkarte, mit der Würfelzahl acht, erschoss, was die Partie damit beendete.
„Omnipräsent wie stets gewohnt.“, reagierte der alte Herr des Lindwurms, der mit dem Baron an einem großen Fenster, in einem edle eingerichteten Raum saß, „Es erstaunt mich jedes Mal, wie sie solch kleine Öffnungen zu ihrem Erfolg nutzen können. Wahrlich beindruckend, wie gewohnt von ihnen.“
„Meine zukünftig, fleischige Abomination, darf sich keine unerwarteten Fehler erlauben.“, sprach der Baron, dessen Hände zusammengefügt auf dessen Schoss lagen.
„Zeigen sie Interesse, sich in der bevorstehenden Feier der Sonne zu zeigen, mein Herr?“, fragte der Herr des Lindwurms aus blindem Interesse.
„Nein, das wäre nicht nötig. Ich werde mich dabei komplett auf den Local und seinen Aposteln verlassen, wie es auch die vorherigen hundert Jahren tat. Meine Konzentration richtet sich mehr auf den Besuch des unteren Kontinents, der nächsten Monat stattfindet, und das baldige Eintreffen des Fleisch-Inhibitors.“, erläuterte der Baron, dessen Blick sich auf den Horizont zuwandte, „Mein Tag nähert sich, dass kann ich dir versichern. Hätte ich früher zugeschlagen, hätte dieses Weib ihre List nicht umsetzen können. Der einzige Fehler, denn ich mir je offen zugestehen musste. Doch zögerte dies nur das unausweichliche hinaus.“, verkündete der Baron, dessen Laute aus durch das geöffnete Fenster schlugen und sich in die Tiefe des Landes hinausbahnte, „Mein Schicksal wird schon bald, zum Greifen nah sein und ich, der Baron, werde diesen Zenit erreichen. Deren Reflektierenden Glanz aus Fleisch, wird mich endlich gen dessen bringen, wonach ich seit Anbeginn meiner Existenz hinaufsehe.“
Der Baron sah, dessen Zukunft sicher, aus dem Fenster, während er seine nackte Faust ballte und in die tiefen seines eroberten Reiches blickte.
Auf welches Ziel er hinarbeitete war, selbst den Herrn des Lindwurms und den höchsten Individuums seines Regimes, unklar. Doch konnte dies keine guten Folgen mit sich ziehen, oder vielleicht doch?
Wird des rachsüchtige Seele befriedigt werden, oder verweilt dies nur in dessen Menschlichen Verstand? Sei deren Tod vergesslich? Was dessen Antwort sei, verbleibt für deine Seele unklar, Amoñ.
- Spreiz einen Parasit, erfüll mich in dessen Soße. Nein! Ertränk mich darin. Ertränk mich Tod.-
- Genocidium saltans, cuius radii sunt somnium sacerdotis. Amen carni, non huius mundi.-
-Kapitel 1. Ende.-
Dessen Weiterführung erfloge in geraumer Zukunft->
Vielen Dank für das Lesen und aushalten.
Jollynicecorn / Constantin W. Zimmel