Inhaltshinweis!: (18+)


•In dem folgenden Text finden sich Darstellungen von detaillierter Gewalt, religiösen Anspielungen oder Thematiken, sowie der Verwendung abwertender- und verwerflicher Sprache.


Die Zugänglichkeit dieses Textes für Personen unter 18 Jahren ist strikt untersagt, da es ansonsten schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen könnte.


Der Wald umschlingt das Land,

und die Felsen drängen sie gen Himmel.

Die Flüsse graben sich durch schwindelnde Höhe,

während die Flora bis zur Spitze sprießt.

Der Mensch fühlt sich oben rar,

flaches Teran hingegen blüht nur vor des Menschens Bürde.


Der Baron beansprucht das Gefilde,

und bringt des Volkes Leibe Frieden.

Des Zusammenhaltes sind wir treu,

unter dem Local sind wir eins.

O möget es für immer sein.

Unser rot-purpurnes Vaterhein


Prolog: Das Blutbad der Emilia

 

In diesem feuchten, trüben Land, steht in mitten des von Kiefern und Lärchen umschlungenen Waldes ein Haus aus Holz.

Die Textur der glatten Rinde, spiegelte sich in der trüb-grünen Farbe des Waldes wieder und das gelegentlich fallende Blatt, verkündet den ach so verträumten Herbstanfang.

In diesem alleinstehenden Gehäuse aus Waldeshaut, lebte eine übersichtliche Familie, bestehend aus einer Frau und einem kleinen Jungen.


Die alleinerziehende Mutter besaß schwarzes Haar und ihr Gesicht wurde von zwei, senkrechten Narben, die sich durch die Mitte ihres erfahrenen Gesichtes zogen, gezeichnet.


Ihr ebenfalls schwarzhaariger Sohn, der seinen echten Vater nie kannte, litt jedoch an einer Krankheit, die Ihm seine Wirbelsäule dauerhaft krümmte und das einfache Bewegen der Gliedmaßen zu einer Foltertortur machte.

Dazu erzeugt sein Körper ein knackendes Geräusch, was dem in zweiteilen eines Astes nahekam.

Obwohl die Schmerzen massiv wahren, konnten dies seltsamerweise durch ein Heilmittel aus Kräutern und anderen Waldsekreten gelindert werden, wobei die Schmerzen und das Knacken fast komplett verschwanden.

Jedoch sollte dieser Effekt schon nach einer anderthalb Stunde wieder an Wirkung verlieren, und dem Jungen zurück in seine Wendeltreppe des Schmerzes ziehen.


Der Name dieses Jungens war Amoñ, dessen Mutter, Emilia, alles versuchte, um ihr Zehn jähriges Kind auf den Beinen zu halten.


Doch trotz alle dem, musste sie Ihre Arbeit verrichten.


Sie besaß neben der eigenen Behausung, nämlich auch eine Schafsweide, wo sie die Tiere schor und Ihre Wolle an die benachbarte Landwirtschafts-Kommune weiterverkaufte, wobei auch gelegentlich Fleisch dazukam.

Diese Kommune boten Ihr im Gegenzug, Nahrung und andere lebenswichtige Güter an, die ihr und ihrem Kind das eigenständige Leben ermöglichten.


Der Weg zu dieser Kommune war jedoch beschwerlich und mühsam, dazu führte er auch noch bergabwärts.

Deswegen wurde die Wahre, mit einer Pferdekutsche, in der Nähe der Weide, eingesammelt und die erarbeitete Lebensgüter vor Ihrem Haus abgeworfen.


Obwohl sie oft mit Ihnen verkehrte, kam es nie zu einer richtigen Freundschaft, nur ein Schmied, der sich mit seiner Familie der Gemeinschaft von Landwirten anschloss und gelegentlich die Werkzeuge der Bauern und Erntehelfer reparierte, konnte ein respektables Verhältnis mit Ihr aufbauen, hingegen der nie lächelten Gesichter der Landwirte, denen sie ungewollt fremd blieb.


Die Weide lag Abseits des Hauses, auf einer Lichtung am Rand des oberen Waldes, geschätzte Zehnminuten zu Fuß entfernt. Emilia nahm Amoñ oft auf diesen Weg mit und ließ Ihn, in seinem schmerzfreien Zustand, aushelfen und die Schafe reinigen und streicheln.


Obwohl die Beiden erst seit Fünf Jahren hier Fuß fassten, fühlen sich Mutter und Sohn, inmitten der impulsiven Wälder, pudelwohl und hofften gemeinsam auch in Zukunft hier weiter verweilen zu dürfen.


Der Morgen kehrt ein und die Sonne erhebte sich langsam über die stolzen Berge des Reiches.

Der Morgentau ist noch nicht verschwunden und die Sonnenstrahlen versuchten vergeblich, die dicken und robusten Kronen des Forstes zu durchdringen.


Amoñ lag noch in seinem kühlen und gemütlichen Bett, während Emilia schon die Pelzware an der Weide übergab.

Sie konnte gestern, durch schlechtes Wetter und miserablen Bodenbedingungen, nicht ausgeliefert werden und musste in der frühsten Morgenstunde abgeholt werden, um den anstehenden Lieferungsplan nicht zu gefährden.


„So, dass wäre alles.“, ruft Emilia den Handelsmann entgegen.

„Gut! Entschuldigen Sie die Verzögerung, das Wetter wird jetzt ja wieder besser.“ erwidert der Handelsmann, in einem lauten doch emotionslosen Ton.


„Hoffen wir das mal“, kommentiert Emilia, „Wir wollen ja nicht, dass ihr euch was beim Arbeiten noch einfängt. Falls ihr Hilfe braucht, gebt mir einfach wieder Bescheid.“

 

Der Handelsmann schien dies zwar mit Humor zu nehmen, doch Emilia konnte an seinem Blick erkennen, dass Er von dieser Antwort mehr irritiert als amüsiert war.


Es schien sein erster Tag als Lieferant zu sein, Emilia hatte ihn noch nie zuvor hier ausliefern sehen.

 

„Danke, aber das nächste Mal brauche ich keine Frau, die mir bei meiner Arbeit »Mut« zusprechen will...“, sprach der Handelsmann, in einer lauten und kratzigen Stimme, „Glauben Sie mir, selbst wenn ich kurz vorm ableben wäre, würde ich jeden Auftrag »allein« und ohne Hürde meistern.“


Emilia wusste nicht, ob das ein humorvoller Witz oder eine abfällige Bemerkung sein sollte.

Um den Mann nicht weiter zu reizen, lächelte Emilia Ihm entgegen und antwortete, in einem sarkastischen Ton „Ok…<unangenehme, kurzzeitige Stille, gefolgt von einem sehr unechten lachen von Emilia>, ich glaub Sie müssen langsam los, die Sonne scheint bald ins Tal. Vielen Dank für die Hilfe mit der Wol-,“


„Ja, mach ich jetzt auch, muss heute noch zum Pernstein“, erklärte der Handelsmann in einer, zwar nicht unhöflichen, aber unmotivierten Stimme und nahm dabei seine Peitsche in die Hand, um den Pferden das Signal zum Starten zu geben. „Wiedersehen <klatsch>“

 

„Wiedersehen, haben sie einen angenehmen Tag.“, rief Emilia den Handelsmann hinterher, der sich langsam von Ihr entfernte.

 „Dieser neue Typ hat nicht nur einen schlechten Sinn für Humor, sondern kann nicht einmal richtig gleichfalls sagen.“, dachte sich Emilia genervt, doch wollte sie sich davon nicht den Morgen vermiesen lassen.


Emilia richtete einen letzten Blick auf die Schafsweide, um noch einmal sicherzustellen, ob alles seine Recht und Ordnung besaß.

 

Es schien alles im grün zu sein. Einige Schafe tobten gemäß über die große Weide, während der Rest noch unter den rot-gelben Blättern des Waldes ihre Morgenruhe genossen.

 

Der gegenüberliegende Rand der Weide, grenzte an einen anderen Wald an. Während auf Emilias Seite, ein reinster Nadelwald spross, durchzog die andere Seite ein bunter und vielfältiger Laubwald, der sich zu dieser Jahreszeit in seiner vollsten Pracht zeigte.


Zufrieden drehte sich Emilia daraufhin wieder um und lief sorglos wieder zu ihrem Zuhause zurück.


Ihre dunkel braunen Stiefel, die aus Rindsleder bestanden und einige Flick-Stellen aufwiesen, stampften durch den nass-feuchten Waldboden, während die Vögel ihren täglichen Morgengesang wiederholten.


Als Sie jedoch auf halben Wege nach Hause war, hörte sie etwas, mit einem dumpfen Geräusch neben ihr herabfallen.

Verwundert schaute Emilia nach, was dieses Unbekannte Etwas sein könnte.

 

Es war ein Tannenzapfen, ein relativ großer sogar.

 

Emilia atmete beruhigt aus und dachte in Ihrem Kopf vor sich hin „Ich glaube ich kenne jemanden der sich darüber freuen würde, hoffentlich hintergeht sich dabei mein Gewissen nicht wieder.“


Danach verstaute sie den Zapfen in Ihrer Jacke, wo dieser gerade noch in deren, obere Jackentasche hineinpasste, wobei trotzdem ein Teil dessen, aus ihrer Jacke hinausschaute, und setzte den Heimweg fort.


Nach nur ein paar Minuten war Emilia schließlich an Ihrer Behausung angekommen.


Das Haus besaß eine Etage und einen kleinen, verstaubten Dachboden und beinhaltete Fünf Zimmer, wobei das Wohnzimmer und die Küche dabei die meisten Protzente einnahmen.


Emilia bewegte sich in Richtung des Hauseinganges, wo ein Vordach eine kleine Terrasse, zum Teil überdachte, die mit einem kleinen Esstisch und stabilen Holzstühlen dekoriert wurde.


Emilia richtete Ihren Blick, vor Betreten des Eingangsbereiches, noch einmal in Richtung des Bereiches der Außen-latrine.

 

Diese War zwar komfortable zusammengebaut und besaß einen Raben als Luftloch, doch dazu besaß es auch ein loses, metallenes Dach, dass sich bereits mehrfach in der Vergangenheit, von der Hütte gelöst hatte.


Doch heute schien es an seinem richtigen Platz zu sein, doch zuletzt erlaubte sich Emilia noch einen kurzen Blick in die Ferne.


Das Haus war am Rande eines Berges gelegen und war zum größten Teil von Bäumen umschlungen.


Nur rauer Trampelpfade, wo die Karen der Händler sich des Öfteren darüber wagten, zogen sich durch den undurchdringlichen und orientierungslosen Wald.

 

Dieser Verbund die Weide mit dem Tal, was den Handel und die Nutzung von Kutschen, bergauf ermöglichte.


Eine kleine Lücke zwischen den Bäumen, linksgelegen vom Hauseingang, ermöglichte aber einem, einen kleinen Blick in die Ferne zu erhaschen und einen Blick auf die prächtige Landschaft zu werfen, dessen bergige Anhöhen von kleinen Tälern in der ferne vertrieben werden.


Um diese Uhrzeit konnte man besonders die Schattenwürfe der Berge genießen, die sich über das gesamte Tal spanten und nur die weit entfernte Burg »Auryn«, an dem Horizont verschonten, und diese stattdessen mit dem reinstem, geheiligten Licht segneten.


„Ein wahrhaftiger Anblick.“, dachte sich Emilia verträumend und sentimental, „Möge die Göttin dieses, für immer mit Wohlbefinden segnen.“


Doch musste Sie ihr philosophisches Gebet beenden, denn Sie konnte Amoñ schon spüren, wie er ungeduldig auf sein Frühstück wartete und natürlich auch auf seine Schmerzmittel, wodurch er sonst an seinem Bett, für den restlichen Tag festnagelte wäre.


Emilia lief nun zügig über die knarzenden Holz-Stufen, auf die überdachte Terrasse und schloss die Eingangstür auf.


Schon als Emilia das Haus betrat und die Tür hinter sich schloss, konnte sie Amoñ war vernehmen, der freudig aus seinem Zimmer nach ihr rufte.


Der Eingang des Hauses war mittig gelegen und führte direkt in das Wohnzimmer, wo ein eleganter aber simpler, Hell-blauer Teppich verlegt war, der mit einem grauen, schlangenartigen Knochen Muster verziert war, dazu noch ein Kamin, mit nebengelegtem Feuerholz, auf dem eine Schmuckblume, die in einem Ton artigen Körbchen gedeihte, ihren Platz mit einer Selbstzeichnung von Emilia und Amoñ teilte.


Emilia zog Ihre Stiefel aus und legte diese an der Haustür ab, worüber sich einige Decke befanden.


Sie betrat das Wohnzimmer und streifte mit Ihrer Hand über die sanfte Oberfläche ihres Schaukelstuhles, der mit Schafspelz gepolstert war und mit speziellen Lehnen ausgerüstet war, die ebenfalls mit Pelz aufwiesen, und lief energisch in Richtung des Zimmers Ihres Sohnes.


Ihre Zimmer waren nebeneinander gelegen. Amoñ´s Zimmer war auf der rechten hälfte und Emilias auf der linken, wobei Ihr Zimmer größer ausfiel als das ihres Sohnes.

 

Emilia öffnete langsam die Tür zu Amoñ´s Zimmer und begrüßte Ihren Sohn.


Das Haus war zwar schon nicht wirklich groß, doch Amoñ´s Zimmer war das kleinste des gesamten Hauses.


Sein Bett berührte mit beiden Enden die Wand und machte fast 1/3 des gesamten Zimmers aus.


Der Rest wurde von einem großen, breiten Holzschrank eingenommen, dessen oberer Kopf auf das nötigste gekürzt wurde um überhaupt in das Zimmer zu passen, und einem kleinen runden Tisch, auf dem viele schreib und bastelgegenstände ihren Platz fanden.

 

Die trübe Morgensonne schien mit ihren milden Strahlen durch das Fenster, zwischen einer halb- zugezogenen, roten Gardienen hindurch und erleuchtete den hölzernen Raum.

 

Amoñ rufte seine Mutter, zeitgleich mit dem drehen des Türknopfes zu seinem Zimmer.


„Mama!“


Emilia lief freudig zum dessen Bett.


„Hallo kleiner Täubling, so früh schon wach?“, begrüßte Emilia ihren Sohn.


„Ja, die laute Kutsche hatte mich geweckt, danach konnte ich nicht mehr einschlafen“, antwortete Amoñ mit einer betrübten Stimme.


„Das Quietschen der Räder?“, fragte Emilia und setzte sich dabei auf Amoñ´s Bett, „Das muss das reparierte Rad des Wagens gewesen sein. Die mussten den Wagen so schnell wie möglich reparieren, damit die Lieferung heute nicht ausfällt. Sonst werden die Handelsleute wieder sauer, und Ich erzähl dir ja immer wie schnell die bei sowas austicken können.

 

Deswegen haben sie wahrscheinlich etwas nicht richtig geölt oder befestigt, was das Quietschen des Rades erklären könnte.“


„Ok.“, nickte Amoñ, soweit er konnte, Emilia zu und blieb weiter regungslos in seinem Bett liegen, „War der Händler den heute gut gelaunt?“


„Pfff, absolut nicht.“, sagte Emilia ironisch, „Es war heute irgend so ein neuer, schien mit dem falschen Bein aufgestanden zu sein.“


„Wie sah er den aus?“ fragte Amoñ interessiert.


„Großer Glatzkopf, mit Haut so trocken wie die eines alten Schwammes, und auf mehr habe ich nicht geachtet. Ich habe großenteils auf die Schafe geschielt, die sich wieder gegenseitig neckend und über die Wiese watschelten.“


Amoñ fing darauf an zu lachen, was er durch seine Schmerzen wieder zügeln musste und daraufhin wieder schnell aufhörte.


„Ok warte, ich bin gleich mit einem Glas Tee zurück, dann kannst du auch wieder aus deinem Bett aufstehen.“, Sagte Emilia mit ruhiger Stimme und küsste Amoñ auf die Stirn.


Sie verließ das Zimmer und ging geradeaus in Richtung der Küche.

 

Diese war auf der horizontal rechten Seite des Hauses gelegen und nahm mit der dazugehörigen Vorratskammer, woran eine Leiter auf den engen Dachboden führte, fast die gesamte rechte Seite des Hauses ein.

 

Die Küche war mit vielen Schränken und anderen Aufbewahrungsmöbeln dekoriert, nur die vordere, eingangs Reihe, war mit einer langen Arbeitsfläche ausgestattet, auf der Schnittbretter, an der Wand befestigte Pfannen und Messer, und ein Beheizbarer Herd, der mit Feuerholz erhitzt werden musste, befanden.


Emilia stellte sich vor den Herd und griff nach einigen zerkleinerten Stöcken, die sie in die Feuerstelle des Herdes warf.

 

Sie benutzte eine Apparatur, die zwei Feuersteine gegeneinander rieb, um das Feuer zu entzünden, wobei die Apparatur ein Geschenk eines alten Bekannten war und die Kürzel »F-V´-IV«, in dem mit Gold verzierten Gegenstandes eingraviert waren.


Sie öffnete den weiß lackierten Schrank, rechts neben der Arbeitsfläche, und nahm eine Teekanne, die mit einem gepunkteten Muster verziert war, hinaus.

 

Sie stellte diese auf die Herdplatte ab, die sich mit der Zeit erhitzte, und nahm einen verschlossenen Krug unter der Arbeitsplatte hervor, in diesem sich Wasser befand, was Sie vorsichtig in die Teekanne hineingoss und danach die rechte Schublade öffnete, in der sich nur Teebeutel voll Kräuter und Pflanzen befanden, und entnahm einen Kräutertee-Beutel, den Sie anschließend in das nun fast vollständig erhitzte Wasser legte.

 

Nach einer weiteren Minute, nahm sie letztlich ein rot farbendes Fläschchen, was rechts neben dem Herd stand, und tropfte drei tropfen der roten Flüssigkeit in die Kanne.


Darauf nahm sie die warme Kanne auf und lief wieder in Amoñ´s Zimmer, wobei Sie kurz davor noch schnell eine kleine Tasse, aus dem weißen Schrank hinausgriff.


Sie füllte diese, im Laufen mit Tee und gab Amoñ diese vorsichtig, in dessen ausgestreckte Hand.

 

Amoñ fasste diese vorsichtig an und versuchte die Tasse an seinen Mund zu bringen.


Emilia half Amon dabei, indem sie seinen Kopf mit ihrem Arm hinaufhob, damit er einen Schluck trinken konnte, ohne sich zu dabei verschlucken oder den warmen Tee auf sich zu verschütten.


Schon wenige Sekunden nach dem trinken des Tees, konnte Amoñ schon fast alle Gliedmaßen wieder bewegen.


Emilia war damit zufrieden und signalisierte Amoñ, dass es bald Frühstück geben würde.


Doch kurz bevor Emilia das Zimmer verlassen konnte, wies Amoñ Emilia auf etwas hölzernes in Ihrer Jackentasche hin.


„Oh das hier?“, schmunzelte Emilia und nahm den harzigen Gegenstand aus ihrer Jackentasche.


„Das hätte ich beinah vergessen.“, sagte Emilia und hält den Gegenstand vor Ihre Augen, „Ich habe den hier im Wald gefunden. Dachte er würde dir zusagen.“


Millisekunden nachdem diese Worte Emilias Schlund verließen, fing Amoñ´s Gesicht an zu strahlen und er griff nach dem Tannenzapfen.


Emilia gab Amoñ darauf den Zapfen, worauf dieser mit, „Danke, Danke, Danke. Du bist die Beste!“, antwortete und vor Aufregung in einer unverständlichen Geschwindigkeit sprach.


„Ich wusste das er dir gefallen wird.“ antwortet Emilia glücklich und tippt Amoñ auf die Nase, „Ich bereite jetzt das Frühstück vor, sei bitte in Zehn Minuten vor der Haustür. Und vergiss die Teekanne bitte nicht“, teilt Emilia Amoñ mit und lief aus dem Zimmer und in die Küche.


Amoñ stieg vorsichtig aus seinem Bett auf und öffnete seinen Kleiderschrank, um sich von seinen Schlafklamotten zu trennen.

Er legte seine hellbraune Schlafhose auf den Tisch beiseite und nahm sich eine dunkelbraune Hose aus Leder und ein weißes Stoff Hemd mit Schnürbändern heraus und zog sich diese über.


Er rannte schnell zum Hauseingang und zog sich seine dabei Jacke, die er vorher ebenfalls herausnahm, über.

Im selben Moment kam Emilia aus der Küche diesem entgegenlaufen, mit Stoffsack auf ihrer Schulter gespannt.

Emilia öffnete Amoñ die Tür und bat Ihn, sich draußen an den Esstisch zu setzen.


Dabei bemerkte Sie, dass Amoñ, unter seiner Jacke, den von ihr geschenkten Tannenzapfen in seinen Händen hielt und Ihn unter seinem rechten Ellbogen versteckte.


Sie wollte zuerst nichts sagen und war allgemein einfach froh, dass ihr Sohn sich amüsiert.


Amoñ setzte sich an den Esstisch während Emilia den Sack öffnete und ein gesamtes Stück Brot hinaus holte.


Sie schaute währenddessen zu Amon rüber und fragte´, „Hast du nicht etwas vergessen?“


Er wusste nicht was sie genau meinte, also nahm er langsam den Tannenzapfen aus seiner Jacke heraus und legte diesen auf den Tisch.


„Nein, ihn meine ich nicht. Aber könntest du deinen Zapfen nächstes Mal bitte nicht in deiner Jacke verstauen, die spitzen Kanten und der Hartz verdrecken deine gesamte Jacke.“, antwortete Emilia.


„Du hast Ihn doch aber auch in deiner Jacke gehabt?“ erwidert Amoñ.


„Erstens, hatte ich Ihn in meiner Jackentasche gehabt. Zweitens, ist meine Jacke extra beschichtet, und wird so weniger schnell unrein. Und Drittens, du lenkts vom Thema ab.“, sagt Emilia mahnend.


Amoñ schaut sich um und zuckte mit seinen Schultern, er hatte keinen blassen Schimmer was er vergessen haben sollte.

Emilia schaute Amoñ an und machte, mit ernst aussehenden Augen, eine Geste mit Ihren Armen, die an das einschütten von Wasser in einem Krug erinnerte.


Amoñ saß für weitere Sekunden verwirrt da, bis er es endlich begriff, „Die Kanne!“

Er rannte, so schnell er konnte wieder in das Haus und holte seine Teekanne.


Emilia fing an zu schmunzeln und nahm zugleich Besteck aus ihrer Hosentasche heraus und fing an, das Brot in Scheiben zu schneiden.

 

Die Schnittspuren auf dem Tischen wiesen darauf hin, dass Sie dies regelmäßig, ohne unterlag tat und es ihr ehrlich gesagt egal war, ob der Tisch schaden davontragen würde, denn der Tisch wurde relativ dicht gebaut.


Es bräuchte also viele Jahre mehr, bis dieser Tisch echte Schäden von dem schneiden erleiden sollte.

Währenddessen kam Amoñ mit der Teekanne durch die Eingangstür gestürmt und ließ, bei der Umdrehung zum Esstisch, einige Tropfen auf den Boden der Terrasse fallen, die direkt durch die Ritzen der Terrasse verschwanden.


„Langsam Junge, kein Stress. Wir haben heute nicht viel anstehen, nur die tägliche Rutine mit den Schafen, also lass dir Zeit, es steht heut nicht viel an.“, erläuterte Emilia gelassen zu Amoñ, während sie mit ihrem Stuhl an das Geländer der Terrasse kippelte.


Sie reichte Amoñ eine Scheibe Brot und legte es auf seinen Teller, wonach sie ihm ebenfalls ein Glas voll Beerenmarmelade anbot, was dieser sich zugleich auf sein Brot schmierte.


Beide wünschten sich eine gesegnete Mahlzeit und aßen seelenruhig Ihr Frühstück.


Amoñ versuchte dabei, seinen Tannenzapfen ein Stück des Brotes abzugeben und steckte einen kleinen Brotkrümel in das Innere des Zapfens.


„Amoñ!“, rief Emilia mit gereizter Stimme, „Hör bitte auf deinen Tannenzapfen zu füttern, er braucht keine Nahrung und mit seinem Essen spielt man ni- <splorge>“.


Auf einmal ertönte ein schauderhaftes, lautes Geräusch, was durch den gesamten Wald schallte.

Emilia und Amoñ erstarrten vor diesem Geräusch und Amoñ schaute Emilia verängstigt an.


„Wa- was war das, Mama?“ fragte Amoñ Emilia verängstigt.


Das Geräusch war wie eine Explosion, nur…, matschiger.


Emilia schaute nervös zu Amoñ, „Ich habe keine Ahnung, aber es kam aus der Richtung der Weide“, stellte Emilia fest und stand darauf ruckartig von ihrem Stuhl auf.


Dieser Ton ließ die beiden mit aufgeplusterter Gänsehaut, am gesamten Körper zurück.


Amoñ blickte seiner Mutter direkt in die Augen und sah, dass sie weit offen und glasig waren, während ihr Körper dabei langsam anfing zu zittern.


Er hatte seine Mutter noch nie so gesehen, so ängstlich, so panisch. Es machte ihm Angst. 


„Amon.“, sprach Emilia mit ernster und besorgter Stimme, „Hör mir jetzt genau zu. Ich möchte das du jetzt auf dein Zimmer gehst und da solange bleibst, bis ich wieder von der Schafsweide zurückkehre. Verstanden?“

 

Amon nickte, wobei dieser von Emilias Verhalten so überrascht war, dass er kein Wort sagte.


Amoñ lief durch den Türbogen des Hauses und schaute seine Mutter an.


„Ich schaue jetzt nach den Schafen, bitte bleib auf deinem Zimmer.“ befahl Emilia.


Er begann darauf die Tür hinter sich zu schließen, während Emilia in Richtung der Schafsweide, bergauf rannte.


Sie rannte so schnell sie konnte und kam schließlich, in weniger als Zehn Minuten, an der Weide an.


Daraufhin versteckte Sie sich am Rande der Weide, in einer Ansammlung von Farn und überschaute die Lage.


Die Schafe schienen alle noch am Leben zu sein, dazu konnte sie ebenfalls keine weitere Person auf der Weide erkennen.


„Die Sonne scheint nun günstig auf die Weide. Alle Wesen oder Objekte die sich auf dieser befinden, werfen einen erkennbaren Schatten gen Osten, und ich verschwimme währenddessen in lichtbrechenden Winkel der Flora. Was auch immer da draußen ist, Ich werde es zuerst erblicken.“, erfasste Emilia in Ihrem Kopf, konzentriert, „Was könnte dieses Geräusch nur ausgelöst haben?“


Emilia wartete geduldig in dem dicken Dickicht. Sie wusste das sie in diesem Wald nicht allein war und dieses Geräusch nicht von ungefähr kommen konnte.


Einige Minuten vergingen und Emilia hörte weder ein ungewöhnliches Geräusch, noch sah sie etwas Abnormales auf der Weide.


Doch plötzlich hörte sie schnelle Schrittgeräusche, die sich hinter Ihr bemerkbar machten.


Sie waren laut und auffällig, entweder wollte diese Person einen schnellen Tod oder vielleicht könnte es ein Trick sein, um Sie aus ihrem Versteck zu locken.

 

Was auch immer es war, Emilia konnte keine Risiken eingehen und blieb weiter verdeckt und wartete bis der Täter sich zeigte.


Die Schritte wurden immer lauter und die Person schien sich immer mehr zu nähern.

Sie bereitete sich nun auf eine Konfrontation vor und nahm, aus der inneren Tasche ihrer Jacke, einen Verband heraus, den sie um ihre beiden Handknöchel band.


Die Person kam nun so nah, dass Emilia sich kurzfristig dazu entschied, die Person zu überraschen und zu Boden zubringen.


Es war es schließlich soweit und Emilia sprang aus dem Busch, drückte den Kopf der Person auf den Boden und demobilisierte seine Arme und Beine in Windeseile.


Als die Person ruckartig, überrascht zu Boden fiel, stoß diese ein Schmerzensgeräusch aus, „Aua!“


Die Stimme war hoch, und als Emilia den Körper der Person begutachtete, bemerkte sie, dass diese sehr klein und schwach war und sie ihr irgendwie bekannt vorkam.


Irritiert schaute sie das Gesicht, der am Boden liegenden Person genauer an, und konnte dabei ihren Augen nicht trauen.


„Amoñ?!“, rief Emilia laut, „Wieso bist du nicht auf deinem Zimmer?“


„Ich wol- wollte dir bei der Suche helfen.“ antwortete, der noch immer noch am Boden liegende, Amoñ verängstigt.


„Du denkst doch nicht, dass ich das mit dem, »auf dem Zimmer bleiben«, als Spaß sagte!“ mahnte Emilia Amoñ an, „Hier könnten sich schließlich immer noch gefährliche Personen herumtreiben.“


Emilia ließ ihren Sohn vorsichtig los und atmete einmal tief durch.


„Ich… Ich wollte ja nur mithelfen“, jammerte, der nun traurige Amoñ.


„Es ist ok Amoñ, alles ist in Ordnung“, sagte sie tröstend zu ihrem Sohn, „Ich bin überhaupt erstaunt, dass du es so schnell hierhergeschafft hast.“


Amoñ richtet sich langsam wieder auf und erzählt Emilia, während er sich eine Träne aus dem Gesicht wischte, „Als ich beschloss dir zu helfen, fing ich einfach an zu laufen, und irgendwie konnte ich damit nicht aufhören, die Luft ging mir auch nicht aus. Scheinbar wollte mein Körper, dass ich dir helfen sollte.“


Emilia umarmte Ihn und sagte belobigend, „Das ist eine beachtliche Leistung. Ich bin stolz auf dich.“, wobei sie ihm einen vorsichtigen und laschen Klopfer auf die Schulter gab, „Aber missachte meine Anweisungen in Zukunft nicht so. Fremde können schrecklicher sein, als man selber je denken möge.

 

Du wirst sobald aber nicht mehr laufen können.“, merkte Emilia an, „Wir müssen dich wieder nach Hause beko-“, Amoñ unterbricht seine Mutter und erklärt Ihr stolz, „Dagegen habe bin ich vorbereitet.“


Emilia fragt verdutzt Amoñ, wie er dies den anstellen wollte, denn er schien seine Teekanne ja nicht bei sich zu haben.


„Keine Sorge Mama. Ich habe den Tee in eine dieser kleinen Flaschen gefüllt, aus der du immer trinkst.“, erzählt Amoñ stolz und selbstsicher.

 

Er nahm die Flasche aus seiner Jacke heraus und zeigt sie Emilia, wobei sich die kleine Flasche sich als Emilias, eckige Flachmann herausstellte, der aus Metall und Holz bestand.

 

Emilia befürwortete zwar Amoñ´s Einfall, doch war sie insgeheim ein wenig beleidigt, dass ihr teurer Flachmann als Teetasse missbraucht wurde.


„Hast du eigentlich herausbekommen, was diesen Knall erzeugt haben könnte“, fragte Amoñ seine Mutter.


„Bisher nicht. Es befindet sich keine Person in der Nähe der Weide, noch kann ich irgendwelche Schäden an der Umgebung erkennen. Es könnt vielleicht ein Naturells Ereignis gewesen sein, wie eine Art… Blitz?“ antwortet Emilia unschlüssig.


„Dann lass uns doch zusammen genauer nachsehen. Vielleicht finden wir gemeinsam heraus, woher dieses Geräusch hergekommen ist.“, schlug Amoñ voller Energie vor.


„Warum nicht, ich konnte keine Gefahren ausmachen. Soldaten oder andere Divisionen hätten sich schon längst irgendwie bemerkbar gemacht. Merkt dir Amoñ, alles hinterlässt eine Spur, egal ob Mensch oder Tier, jeder stößt etwas aus, was auf ihn hindeuten könnte.“, Erklärte Emilia, „Dann lass uns nun gemeinsam auf Spurensuche gehen.“


Amoñ schüttelte aufgeregt mit seinen Armen und nahm währenddessen einen weiteren Schluck Tee zu sich.


Die beiden kletterten nun über den Zaun, wobei Amon' dabei vorsichtig hinüberhangelte und sich langsam von diesem hinunter abseilte, wobei Emilia hingegen, grazile über den gesamten Zaun sprang und sich dabei, mit dem rechten Arm auf einem Pfosten abstütze.


Sie liefen gemeinsam zur Mitte des Feldes, um sich einen genauen Überblick über die Situation zu verschaffen.


Als sie sich jedoch in der Mitte des Feldes umsahen, konnten sie erneut nichts Ungewöhnliches entdecken, was auf die Herkunft des Geräusches schließen könnte.


Doch dann bemerkte Amoñ etwas eigenartiges.


Er stupste seine Mutter an und zeigte auf den Rand der Wiese, wo alle Schafe standen.


„Was soll damit sein?“, fragte Emilia verwirrt, „Die Schafe stehen genau da, wo sie immer verweilen.“


„Schau mal genauer hin, da ist ein kleiner Kreis“, antwortete Amoñ während er auf die Mitter des Schafsgetümmels zeigte.


Tatsächlich schienen die Schafe eine Art Kreis um etwas herum zu bilden.


„Das ist wahrlich merkwürdig. Schauen wir es uns genauer an.“, beschloss Emilia und lief mit Amoñ auf die Herde zu.


Die Tiere waren schon längst an das Familienduo gewöhnt und machten einfach Platz für sie, um an einen anderen Ort ihr Gras zu verspeisen.


Doch als die Tiere den Weg ebneten, so dass die beiden in das Zentrum der Herde eindringen konnte, wechselte Emilias Gemüht von Entspannung, zu Furcht und Unwohlsamkeit.


Denn ein Schaf schien regungslos auf dem Boden zu legen, während eine rote Flüssigkeit den Boden durchnässte, was sogar die Hufen und Teile der Wolle einiger benachbarten Schafe betraf.


Emilia schaute erschrocken auf das leblose Lamm, während Amoñ zögerlich fragte, „Äh…, was ist das denn?“

Emilia, die selbst keine Antwort auf diese Frage besaß, ging vorsichtig um das Schaf herum, um sich dem Ausmaß der Wunden zu vergewissern.


Zuerst konnte Sie nicht genau erkennen, was einen so starken Bluterguss verursachen könnte, doch bemerkte sie, dass das Schaf am unteren Bauch-Leib runzelig und scheinbar in sich zusammengefallen war.


Emilia hob das Lamm an und drückte es kräftig, mit ihrem gesamten Körper, nach oben, so dass es sich auf die andere Seite drehen konnte.


Als das Tier wieder auf dem Boden aufkam, ertönte ein matschiges Geräusch, während lose Organe und Eingeweide aus dem Lamm herausquollen und dabei literweise Restblut verspritzten.


Als Amon' diesen Anblick sah, konnte er nicht anders, als sich zu übergeben.


Emilia blickte jedoch bei diesem Anblick nur einen Moment, angewidert weg, während sie sich dem Lamm Leichnam erneut näherte, um die Wunde und dessen Ursache zu analysieren.


Der schwere, metallische Geruch vermischte sich mit dem Geruch von halbverdauten Speiseresten und angesammelten Exkrementen, die nun langsam aus der Leiche herausflossen.


Diese Gerüche ließen Amoñ mehrere Schritte zurücktreten, bis er schließlich, mit der Hand vor dem Mund, an einem Schafsleibe, mit dessen Hinterkopf andockte.


Emilia kniff sich die Nase zu und hob die lose Schafshaut an, wobei sie feststellte, dass die Innereien des Schafes wie gesprengt aussahen, wobei zwar keine Brandspuren oder andere Anzeichen von Sprengstoff erkennbar waren. Trotz dessen waren die Organen in kleine Stücke zerfetzt und dessen Knochen waren vom Skelett getrennt und wiesen große Risse auf.


„Irgendetwas muss im Inneren des Schafes eine Explosion ausgelöst haben, da bin ich mir sicher.“, beschrieb Emilia, während sie mit ihren Fingern, einen Teil der fleischigen Masse untersuchte.


„Aber wie kann so etwas überhaupt passieren?“, fragt Amoñ, der sich immer noch angewidert die Hand vor dem Mund hielt.

 

„Ich habe genau so viel Ahnung wie du, Amoñ.“, antwortete Emilia konzentriert, „Aber bitte nehme einen weiteren Schluck von deinem Tee, dein Erbrechen könnte die Wirkung des Tees verringert haben.“


„Oh, natürlich Mama.“ erwiderte Amon’, während er seine Flasche aus seiner Jacke herausholte und sich mit dem Kopf, an dem nun sitzenden Schaf anlehnte. 


Der Morgenschein erreichte zeitgleich seinen, herrlichen Höhepunkt, in dem bunte Blätter durch die Lüfte flogen, der Himmel frei von Wolken war, mit nur einer kleinen Wolkenfront am Horizont, und durch das nun aufrechte Licht der Sonne, wurde jeder Fleck im Tal mit Sonne verwöhnt.


Diese schien auch auf Amoñ´s Stirn, während er sich es auf dem Kleide des Schafes gemütlich machte.

Er hätte hier einschlafen können, die regenerierende Wärme, gemischt mit den harmonisierenden Klängen der Natur, sie luden einfach zu einem Nickerchen ein, was Amoñ leider noch nicht einlegen konnte, da er noch auf Spurensuche mit seiner Mutter war.


Doch während Amon' einen großen Schluck Tee nahm und sich dabei tief in das weiche Fell des Schafes kuschelte, sah er auf einmal verschwommen, wie drei Gestalten, langsam aus dem Dickicht des Waldes hervortraten.

 

Die erste Person, die von rechts aus dem Wald kam, war riesig und wahrscheinlich doppelt so groß wie Emilia, mit einer unförmigen, muskulösen Gestalt und zahlreichen Beulen, die auf seinem Gesicht und dessen Rücken, zuhauf vorhanden waren. Dazu besaß diese vielen Narben, eine Glatze und trug nur einen grauen Mantel über den Schultern, und darunter ein viel zu kleines Kettenhemd, das nicht einmal bis zu dessen Brust reichte. Dessen hässliche, braune Hose war an vielen Stellen zerrissen und hatte sogar einige Löcher, was die von ihm getragen, eisernen Schuhe teilten.


Die zweite und dabei linke Person war hingegen relativ ordentlich gekleidet, mit einer pechschwarzen Leder Jacke, mit weißem Pelz an der Kapuze und nachtgrauen Stiefeln. Doch das Gesicht dieser Person war so auffällig, dass selbst Amoñ´s Blick sich diesem direkt zuwand. Die eigentlich normal aussehende Person, mit einem 3 Tage Bart und großen Augenringen, hatte an beiden Schädelrändern, wenige Zentimeter über dem Ohr, eine offene und einsehbare Gehirnhälfte, die scheinbar sauber herausgeschnitten wurden war. Er schien dazu ebenfalls auch einen schwarz-weißen Anzug, unter dessen Jacke zu verbergen.


Die Letzte und hinterste Person war von breiter Statur und trug einen edlen, mit Silber und Eisen und dabei mehreren Symbolen verzierten, schwarzroten Mantel, der Innen mit schwarzem Fell gefüttert war. Dazu trug die Person silberne Schulterpolster und eine metallähnliche, schwarze Rüstung, die im Licht eine leicht rote Färbung aufwies. Das Gesicht der Person war jedoch als einziges nicht zu erkennen, denn es lag noch zu tief im Schatten des Waldes verborgen.


Emilia, die nun ebenfalls die Schritte der Personen vernahm, blickte aufmerksam über den Tierkadaver und schaute nach diesen mysteriösen Erscheinungen, die sich aus dem Wald herausbewegten.


Amoñ schaute mit erstaunen, wie die riesige Gestalt den Wald komplett verließ und dabei Äste, gefolgt von den dazugehörige Pflanzenschlingen, mit sich zog, worauf die anderen beiden ihm dies gleichtaten

Emilia, die nun die Personen klar zu sehen bekam, zuckte verängstigt zusammen, während sich ihre Pupille weit zusammenzog.

 

Die hinter Person öffnet seine geballte Hand und richtete diese in Richtung Emilia.

Eine blutige Flüssigkeit floss aus dessen rechten Arm, in deren Handinnenfläche und verformte sich in einem fliegenden Ball aus Blut, der immer größer wurde bis dieser fast die gesamte Handfläche einnahm und zu vibrieren begann.

 

Dann fiel diese pulsierende Kugel in sich zusammen und formte sich zu einem zweigähnlichen Stab, der sich in Emilias Richtung ausstreckte.


Emilia sprang auf und nahm, den immer noch ahnungslos am Boden liegenden, Amoñ und rannte, mit ihm in ihrem rechten Arm, so schnell sie konnte von diesen Personen hinfort.


Durch die plötzliche Änderung der einst friedlichen Atmosphäre, wurden auch die Schafe aufgescheucht, die nun wild und panisch in alle möglichen Richtungen rannten, um ihren Schutz zu gewährleisten.


Bei Ihrem Sprint, blickte Emilia für eine kurze Moment zurück und sah dabei nur das gehässige Grinsen der mittleren Person, die immer noch den pulsierenden Ast aus Blut in deren Hand hielt, der eigenartig zuckte und dabei minimale, purpurrote Blitze entstehen ließ.


Die Mittlere Person gab ein schadenfreudiges lachen ab, bevor die Person ihre Hand zurückzog und darauf die Blutmasse, wie eine Rakete nach vorne schoss, worauf dieses sich, auf halbem Weg in mehrere kleine, nadelförmige Geschosse aufteilte, die nun mit fast doppelter Geschwindigkeit auf Emilia und Amon' zuflogen.


Diese schlugen wie Kanonenkugel, in einer flächendeckenden Formation, ein und verformten die gesamte Umgebung, wobei keines dieser Projektile die Schafe, direkt erreichte.


Eines der Geschosse schlug neben Emilia ein, die durch den Aufprall zu Boden geworfen wurde und Amoñ dabei fallen ließ.


Sie rappelte sich schnell auf und nahm Amoñ wieder unter ihren Arm, doch spürte sie ein warmes, pulsierendes Stechen an ihrer linken Hand.

 

Sie konnte durch die Schockwelle der Explosion nur verschwommen sehen und konnte zuerst nicht erkennen, was diese Schmerzen auslösen könnte.


Doch als sich ihre Sicht sich langsam wieder erholte, musste sie mit erschrecken feststelle, dass ihr kleiner, linker Finger und der Bereich darum, komplett, durch den Einschlag des Geschosses, sauber abgerissen wurden und heftig blutete.


Sie schaute die Wunde unglaubwürdig an, doch hatte sie keine Zeit zum verarbeiten dieses Verlustes, denn sie musste Amoñ vor dieser Person in Sicherheit bringen, und zwar so schnell wie möglich.


Ohne viel nachzudenken, lief Emilia weiter und überrannte den nun zerstörten Zaun der Weide, wobei sie den Verband von der rechten Hand entfernte und diesen, fest um die offenen Wunde der Verletzung wickelte.


Amoñ hing währenddessen regungslos in dem Arm seiner Mutter herum und war wie gelähmt, doch diesmal nicht vor Schmerzen, sondern vor Angst und Schock.

 

Wer waren diese Personen, was wollten sie von seiner Mutter und würden die beiden es heile herausschaffen?

Sie lief und lief, bis sie schließlich am Hügel ihres Hauses ankamen und kurz innehielt.


Durch den Zeitdruck und die Priorität, ihren Sohn in Sicherheit zu bringen, sprang Emilia in die Luft, spreizte ihre Beine bergabwärts und glitt den Hügel, in hoher Geschwindigkeit, hinunter, und als sie das untere Ende des Hügels erreichte, sprang sie erneut auf und rollte sich, mit ihrem linken Arm, ab und stürmte daraufhin durch die Eingangstür, neben der noch das angerichtete Frühstück auf dem Tisch stand.


Inzwischen bei den Verfolgern, die mit leichtem Schritttempo durch den Wald gingen:


„Sollten wir ihr nicht etwas schneller folgen, wenn sie diese Person so begehren?“, fragte die große Person mit grummeliger Stimme.


„Nein, nein. Diese Geschwindigkeit sollte vollkommen ausreichen.“, antwortete die mittlere Person selbstsicher, „Du hast sie ja immer noch im Auge, oder?“


„Ja. Sie hat gerade ihre Behausung erreicht.“, entgegnete diese, während dieser krampfhaft versuchte, seine Lippe zu bewegen, damit seine Vokale klar und deutlich zu hören waren.


„Famos, es läuft alles nach Plan.“, erwiderte die mittlere Person, „Aber verlier sie nicht aus deinen Augen. Ich will von diesem Weib keine unerwarteten Listen erhoffen müssen.“


Die linke Person schaute, mit einem nichtsausagenden Blick, die beiden an und drehte, als die mittlere Person bemerkte, dass sie angestarrt wird wieder, den Kopf nach vorne und sah tief in die unendlichen Wipfel Kronen des Waldes hinein.


Die mittlere Person räuspert ihre Stimme und sagt, “Du scheinst heute ein wenige verlegen, Migräne. Ich kann die Anspannung deiner Seele, in deinem bleichen Körper, förmlich riechen. Ich hoffe, du sorgst dich nicht etwa um diese Frau.“


„Ne-nein. Nur wir reden hier schließlich nicht von irgendeiner weggelaufenen Frau. Wir reden von Emilia, die Frau mit dem Wissen der alten Göttin, und die Person die ihnen…, sie wissen schon was, angetanen hat.“, erläutert die linke Person, dessen Stimme mehrmals von Neutralität zu Nervosität wechselte.


„Ihre Tat war gering und unbedeutend, doch die Wege der Götter zu fürchten ist berechtigt, dass sage selbst ich, als höchste Macht dieses Reiches, und schließe mich dieser Furcht, vor den Göttern durchaus an.“, gab die mittlere Person zu, „Doch Emilia war nur ein Gefäß, ein Opfer für die Interessen der Göttin, sie ist weder heilig noch von höherer Relevanz. Sie ist eine rebellische Göre, die sich mir in den Weg stellte und dabei dachte, sie würde standhaft bleiben. Ach, doch am Ende blieb ihr nur die Flucht vor dem Unvermeidlichen, was ich nun verrichten werde. Aber um wieder auf den Punkt zu finden, du bist ein Arzt, mein Bester im gesamten Reiche, und ich erwarte von dir, als Blurry-Vessel, dauerhafter Konzentration, egal wie ernst die Lage auch sein mag, verstanden?“


„Jawohl…“, antworte die linke Person, dessen Blick sich wieder von der mittleren abwendete.


„Und eine weitere Erinnerung an euch beide, dass der Einsatz von höheren Kräften oder tödlichen Techniken verboten ist, es sei denn, ich gebe den Befehl dazu, ist hoffentlich klar.“, formulierte die mittlere Person mit direkter Stimme, die bevor die anderen darauf reagieren konnte, Sie mit den Worten, „Lasset uns nun dieses sinnlose Geschwafel beende und unseren Horizont nur auf dieses verseuchte Weib richten. Mein Traum greift danach.“, unterbrach.


Emilia stürmte währenddessen in ihr Wohnzimmer und legte Amon' auf den Holzboden dessen ab.                   „Mama…, wer sind diese Leute?“, fragte Amoñ verängstigt und verwirrt.


Emilia ging vor Amoñ auf die Knie und sagte mit sanfter, aber bemerkbar gestresster Stimme, während sie ihre Hand auf seine Schultern legte, „Diese Perso-…“, Emilia stockte und setzte den Satz von vorne an, „Egal was ich dir jetzt erzähle Amoñ, du würdest nichts davon verstehen und das solltest du auch noch nicht. Denn diese Person, die hinter uns her ist, würd von vielen in diesem Reich als Held und heiliger Retter verehrt…“

 

„Wieso rennen wir dann vor Ihm weg?“, unterbrach Amoñ verwirrt.


„Er ist nicht das, was er von sich behauptet…“, sagte Emilia mit verzweifelter Stimme und verstärkte den Druck auf Amons Schulter, „Er und sein Reich sind auf Lügen und Verrat aufgebaut, nur noch wenige kennen seine unorthodoxen Wege, wie er an seine wahre Macht kam und wie er seine Magie, von der buchstäblichen Manifestation der Reinheit riss!“, Emilias Stimme wurde immer ernster und erzürnender, bis sie schließlich wieder fassen konnte und mehrmals, kräftig ein- und ausatmete.


„Ich muss dich nun in Sicherheit bringen Amoñ.“


„Was redest du da Mama?“, fragte Amoñ irritiert.


Emilia schob den hellblauen Teppich zur Seite und griff darunter in eine kleine Öffnung, wobei sie die präparierten Holzbretter anhob, die unter dem Hausboden ein winziges Versteck enthüllten.


„Was ist das denn? Mama…,Mama?“


Emilia hob Amoñ an und schaute Ihn tief in die Augen.


„Amoñ, mein Sohn. Du musst mir nun vertrauen.“, erklärte Emilia mit sentimentaler Stimme und weichen Augen, „Ich werde dich für eine kurze Zeit hier verstecken müssen…“, Emilia atmete noch einmal durch und setzte danach wieder fort, „Aber keine Sorge, mir würd nichts passieren. Ich werde mit diesen Personen…, nur ein wenig reden und dann kann ich dich wieder aus diesem Loch rausholen, okay?"


„Ja, aber wird dir wirklich nichts passieren? Wir sind gerade vor diesen Personen weggelaufen, und jetzt willst du einfach mit ihnen reden?“, fragte Amoñ, der nicht so recht wussten, wie er mit dieser Situation umgehen sollten.


„So Amoñ, keine Zeit mehr zu verlieren.“ Emilia gab Amon' einen letzten Kuss und platzierte ihn in das Loch, das etwas größer war als er selbst.


Amoñ sagte nun nichts mehr. Er erstarrte in diesem Loch wie zu einer Statue und schaute nur hilflos seine Mutter an, die ihre Hände an die beiden Bretter der geöffneten Holz Lucke legte und sich vorbereitete diese zu schließen.


Kurz bevor seine Mutter die Falltür endgültig schloss, sagte sie noch einige letzte Worte zu ihrem Sohn, „Amon, mein treues Kind. Möget die Zukunft dir wohlig sein, und du solltest immer Wissen, das ich, als Mutter, nicht stolzer auf dich sein könnte. Auf wiedersehen.“


<knall> Emilia schloss die Falltür über Amoñ´s Kopf und rollte den Teppich wieder über das Versteck hinüber, wonach sie in einem eigenartigen Rhythmus auf den Boden klopfte und ein letztes Gebet aussprach, „Sancta mulier, custodi prolis voluntatem, ut vivat et custodiat dolorem suum.“, danach entfernt sie sich von dem Teppich und der verdeckten Lucke, und wischte sich erneut über das Gesicht, wobei sie zugleich ein braunes Band von dem Stubentisch nahm, mit dem sie sich einen strafen Pferdeschwanz band.


Die Wunde von vorhin, schien geronnen zu sein und der Verband hielt das Blut vom Entweichen auf.

Sie lief zum Hauseingang und schob an dem Kleiderschrank, ihre Jacken und Schäle bei Seite, bis diese letztlich die spitze Klinge eines Dolches ebneten.


Sie nahm diesen mit Wucht von dessen Wandpodest und öffnete die Eingangstür, während sie beim hinauslaufen den geschwungenen Dolch in Ihrer Jacken Innenseite verstaute und sich offen, vor Ihrem Haus präsentierte.


Zur passenden Zeit erschienen auch die drei Personen, die sich nun langsam den Hang hinunter in Richtung Emilia bewegten.

 

Das Erste was ihr fokussiertes Auge erblickte, war die gehässig grinsende Fratze des mittleren Mannes, die sich unverändert bergab bewegte.


Eine Windböe wehte heulend durch die Schlupflöcher des Waldes und die Luft wurde spürbar angespannt.

 

Der lange, schwarze Zopf von Emilia, wehte wie eine Flagge im Wind, während der elegante Mantel des mittleren Mannes sich in der Böe, in alle möglichen, wellenförmigen Formen ausbreitete.


„Baron, warum bist du hier?!“, schreite Emilia dem Mann entgegen, dessen Name nun enthüllt war.


„Bitte Emilia, du weißt genau die Gründe meines Hierseins.“, sprach der Baron Emilia mit provokanter Stimme entgegen.


„Aber warum suchst du mich ausgerechnet jetzt auf? Ich habe dir die Wunde vor acht Jahren zugefügt, warum erscheinst du jetzt?“, fragte Emilia verwirrt und angespannt.


„Ein Ex-Spion wie du sollte sich eigentlich darüber im Klaren sein, dass dein Gegenspieler nur dann zuschlägt, wenn du dessen Wahrnehmung nicht antizipierst.“, reagierte der Baron.


„Spar dir deine fein geübte Rede!“, rief Emilia den Baron angeekelt entgegen, „Du bist nicht hier wegen der Narbe, sondern Wegen der Göttin, richtig?“


„Natürlich bin ich nicht wegen deines Kindischen Schauspieles, vor geraumer Zeit hier.“, antwortete der Baron, mit erhöhter Stimme, „Ich bin hier um zu erfahren, wie du die Gunste einer längst verstorbenen Göttin erlangen konntest. Ich erhoffe das du mir dies verraten kannst.“


„Das wünschst du dir wohl gern. Ich kenne den wahren Grund, warum die Göttin vor langer Zeit verschwand, und dieser Grund steht genau vor meinem eigenen Grundstück.“, erwiderte Emilia provokant.


„Erstens, dir gehört nichts von diesem Land, und Zweitens, will ich wissen, welcher mickrige Wurm dir diese Geschichte in den Kopf gesetzt hat.“, sagte der Baron, schäbig lachend, während seine beiden Handlanger schweigend neben ihm herliefen.


„Wer es war, spielt hier keine Rolle. Du solltest nur wissen, dass die Macht, die du vor Jahrhunderten versucht hast zu töten, mir ein Zeichen gegeben hat, und du Bleifresse, solltest genau wissen was das bedeutet.“, erklärte Emilia, während ihre Hand sich langsam dem Dolch in ihrer Tasche näherte.

 

Der Baron stoppte und blieb, ohne zu atmen, einfach stehen, „Emilia, die Frau die mit Ihrer Anwesenheit allein, Kehlen trennen könnte.“, sprach der Baron, dessen Stimme ganz ruhig und gelassen war, wobei er dabei seine Hand hebt und seinen Gefolgsleuten signalisierte, dass sie stehen bleiben sollten, „Ich hätte nichts Geringeres von diesem Titel erwartet. Du scheinst diesen Tag genau solange erwartet zu haben wie meine Wenigkeit. Doch solltest du jetzt nicht denken, dass du mich in einer Art Würgegriff hast.“, sagte der Baron mit einem ironischen Ton auf seiner Lippe,“ Du magst zwar den Grips haben, mir in einem einfachen Gespräch gegenüber zu sein, X-förmige Narbenfratze, jedoch in deiner physischen Form, bist du gegen mir und meine Angehörigen machtlos unterlegen.“


Emilia sah die beiden Personen neben dem Baron konzentriert an und konzentrierte sich wieder nur auf den Baron.

 

Was sie auch versuchen mögen, sie konnte diesen Kampf nicht gewinnen.


„Und wer war eigentlich diese kleine Assel neben dir? Etwa dein Sohn?“ fragte der Baron, mit geknicktem Kopf zur Seite.


„Lass Ihm aus deinem Spiel! Er hat mit dieser Sache nichts zu tun.“, brüllte Emilia gegen den Baron,               „Außerdem ist er jetzt schon über alle Berge. Ich wusste das Trench seine Konzentration nicht solange aufrecht halten kann.“


Der Baron wandte sich zu der rechten Person namens Trench und sah, wie er krampfhaft versuchte seine Augen geöffnet zuhalten und wie dieser mit seinem Oberen Lied hektisch zuckte.


„Trench…, und zu denken, dass ich der Migräne der Konzentration belehrt habe.“, erläuterte der Baron irritiert.

„Das kann nicht möglich sein!“ stoß Trench aus seinem missratenen Mund, „Obwohl ich gerade Probleme mit meinen Liedern habe, müsste ich trotzdem seine Schritte spüren können.“


Der Baron lehnt sich vorwärts, in die Richtung seines Gefolgsmannes, und sagt verspottend, „Doch.

Ein kleines Kind, trainiert von einer Spionin, auf einem Boden der von Blättern und Matsch isoliert wurde? Hmm, sicher das da eine hohe und bemerkbare Frequenz entstehen könne?“

                                                 

Kurz bevor Trench irgendwie darauf reagieren konnte, sagte der Baron trösten, während er ein gefälschtes Lächeln aufsetzt, „Aber mach dir deswegen keinen Kummer. Ich kenne schließlich deine kleinen Defekte.“, wonach dieser sich wieder von ihm abwandte.

 

„Nun wieder zurück zu dir, Emilia!“ posaunte der Baron, während er seinen Mantel, stillvoll zur Seit Schwung, „Da du mit uns leider nicht verhandeln wolltest, werde ich mir diese Information nun mit Gewalt aus dir herausholen.“


„Trench!“, befahl der Baron, mit einem lauten Schnipsen.


„Jawohl, Baron!“, entgegnete dieser.


„Schnapp dir dieses Weib und bring sie zu mir, egal ob Knochen dabei brechen müssen!“


„Zu Befehl!“


Trench rannte auf Emilia zu, dessen schwerer Schritt hallten durch den gesamten Wald.


Emilia setzte sich ebenfalls in Bewegung und lief auf den anstürmenden Angreifer zu, worauf Trench laut aufschrie, bevor dieser seinen rechten Arm ausstreckte, um Emilia zu packen.


Emilia schlidderte jedoch, mit der rechten Hand immer noch am Dolch, unter dessen fetten Bein- Werk hindurch und stach ihm in die linke Wade, worauf Trench dadurch auf den schlammigen Waldboden fiel, wobei sich dieser auf dessen gesamten Kleidung verewigte, und laut aufstöhnte, „Nrgh, Mephistesmetall.“


„Was?“, hinterfragte der Baron, dessen Stimme überraschend ernst wurde.


Emilia richtete sich nach diesem Angriff, mit einer Umdrehung wieder auf und blickte selbstsicher zu dem Baron, dessen Gesicht erstmals allmählich Irritation ausstrahlte.

 

Doch als er bemerkte, dass Emilia ihn anstarrt, änderte dieser seinen Ausdruck wieder zu seinem alten, selbstgefälligen grinsen.

 

„Alle hergehört!“, sprach der Baron in einem militärischen Ton, „Der Einsatz von Blutmagie wird nun offiziell erstattet. Aber versucht nicht, dieses arme Lamm direkt zu zerfleischen, ok?“


Trench richtete sich wieder auf, ballte eine Kugel voll Blut in seiner Hand, wobei das Blut aus seinem Nackenraum, aus einer wahrscheinlich geplatzten Beule, kam und darauf in dessen Hand Innenfläche hineinfloss.


Der Mann, links neben dem Baron, fing ebenfalls an etwas in sich zu aktivieren.

 

Emilia sah diesen zweifelnd an, während sein Körper immer mehr zu zittern begann und dessen blick immer Seelenloser wurde.


Schließlich fing sein Körper und dessen Klamotten an, sich in Blut zu verwandeln.

 

„Baron! Ich werde dieses Kind auffinden. Koste es was es wolle!“, schrie der Mann emotional, während sein gesamter Körper zu Blut wurde und die große Menge an Blut schließlich kulminiert, in einer hohen Geschwindigkeit, in die Lüfte flog und sich aus Emilias Sichtwinkel bewegte.


Der Baron sah diesem zwiegespalten hinterher, doch sollte diese Selbstinitiative seine Pläne nicht beeinflussen.

Trenches Blut floss plötzlich aus sämtlichen Körperregionen, aus ihm heraus und wickelte sich, in Form von schalartigen Verbänden, um seinen gesamten Körper.


Trench fing an den Ball aus Blut, der sich in seiner Hand befand, zusammenzupressen und haute diesen, mit viel Wucht dahinter, auf den nassen Waldboden, was das Blut, wie ein verschmolzener Teppich, auf dem Boden verteilte und kleine, purpurrote Blitze dabei entstehen ließ.

 

Er fokussierte seinen Blick auf Emilia, die sich zugleich auf dessen Angriff vorbereitete.

     

Er spreizte seine Augen, soweit wie er konnte auf, und ließ den Teich aus Blut unter ihm, wie ein Fluss, blitzartig auf Emilia zuströmen.


Emilia sprang gerade noch rechtzeitig zur Seite und konnte dadurch dem rastenden Ansturm aus Blut, der sich wie ein Bach, linear über den Boden zog, ausweichen und fiel zu Boden.


Emilia versuchte sich danach wieder aufzurappeln, doch fing die Spur aus Blut, die der blutige Bachlauf hinterlassen hatte, zu pulsieren an und bildete kleine Dornen, während sich dessen Masse anfing ausdehnte. 

     

Bevor Sie überhaupt richtig aufstehen konnte, platzte diese Masse und erzeugte eine kleine Explosion, die viele kleine, verhärtete Stacheln in alle möglichen Richtungen schoss, wovon diese Emilia, das Haus und die umliegende Flora trafen und mit ihren Dornen durchlöcherten. Merkwürdigerweise umflogen die Stacheln hierbei den Baron vollständig und ließen ihn unversehrt.

 

Die kleinen Stacheln durchbohrten Emilias Fleisch und warfen sie wieder zu Boden, während sie laut aufschrie.


Die Dornen waren zwar nicht tief, doch waren sie so gravierend, das Emilia kurz innehalten musst und nicht direkt wieder aufstehen konnte.


Als die Dornen jedoch auf Trench zuflogen, prallten diese stumpf ab und drangen erneut in dessen Haut ein und wurden wieder zu funktionstüchtigen Hautgewebe.

 

Die vorbeifliegenden Geschosse drangen auch durch die Holzwände der Waldhütte ein und durchschlugen alle Fenster, die dem Eingang zugewandt waren.


Durch das Zerbrechen der Glasscheiben, konnte Amon' die Akustik außerhalb des Hauses endlich wieder wahrnehmen.


Er fragte sich, was da draußen den vor sich ging und schrie dabei laut nach seiner Mutter, in einer lauten und verzweifelten Stimme, die durch sein weinen gebrochen klang.

                                                         

Aber niemand würde ihm antworten, denn er konnte zwar die Stimmen und Geräusche von außerhalb wahrnehmen, aber die Konstruktion des kleinen Verstecks dämpfte seine Stimme, so dass niemand wissen konnte, dass Er sich in diesem Loch befand.


Draußen richtete sich Emilia erneut auf, während die Dornen in Ihrer Haut anfingen sich wieder aufzulösen, und bereitete sich darauf vor, weiter zu kämpfen.


Der Baron sah amüsiert zu, wie Emilia sich, mit all ihrer Kraft wieder aufrichtete, und konnte sein schadenfreudiges Grinsen nicht verbergen, während er erfreut seine Hände zusammenkniff, als er sah wie Emilia, vergeblich versuchte weiterzukämpfen und sich bemühte, den Schmerz ihrer Wunden zu unterdrücken.


Trench lief mit Schrittgeschwindigkeit auf Emilia zu, in dem Gedanken das sie nun aufgeben würde, denn mit diesen Wunden konnte sie diesen Kampf unmöglich weiterführen wollen.


Emilia, trotz ihrer Verletzungen, richtete den Dolch auf ihn und wollte nicht aufgeben. Sie konnte und wollte nicht.

Doch als sie wieder auf Trench zulaufen wollte, durchbohrte sie ein blutgeformter Speer, mit hoher Geschwindigkeit von hinten, der knapp über ihrem Becken einschlug und einmal komplett durch den Körper ging.


Emilia fiel schreienden zu Boden und rollte krampfhaft hin und her, während sie überall Blut verteilte.


„Es ist vorbei, die Zeit ist um.“, verkündet der Baron, der langsam auf sie zulief, „Ich möchte dich nun etwas fragen Emilia.“


Er beugte sich vor Emilia hin und sagte selbstsicher, „Du magst dich zwar wacker geschlagen haben, Emilia. Doch dieses »Verlangen«, was du vor acht Jahren gezeigt hast, scheint erloschen zu sein. Trotz alledem, werde ich wohl die Wahrheit aus dir rauszerren müssen.“, erläuterte der Baron, während er ihrem Gesicht immer näherkam, „Woher bekamst du die Gunst der Götti-“, Emilia sprang mit neuer Energie auf und schwang mit ihrem Dolch nach der Kehle des Baron´s, um dieses aufzuschlitzen.

 

Die Kehle des Barons wurde reflexartig zu Blut und wisch dem Dolch von Emilia aus, während dies sich wieder zurück formte und dieser übermenschlich weit nach hinten sprang.


Sie entfernte sich schnell von den beiden Angreifern und blieb auf dem graslosen Boden vor ihrem Haus stehen, wobei sie sich so weit wie möglich aufrichtete, um keine Schwäche zu aufzuweisen.


Trench versuchte nicht, ihr hinterher zu laufen und blieb regungslose an seinem Posten stehen.


Der Baron atmet auf und rief Emilia zu, „Du hättest es in meinen Reihen weit bringen können. Eine Begabung, die vielleicht dem eines Generals nahekommen hätte können. Doch durch deine eigene Inkompetenz, stehst du mir nun gegenüber, mit dem Ende bald am Horizont.“


„Ich nehme lieber den Tod, als noch einmal deinem Regime zu dienen.“, stoß Emilia verspottend dem Baron entgegen, während sie versuchte, nach all dem Bluterguss, sich auf den Beinen zu halten.


Der Baron lief siegessicher und elegant zu Emilia hinüber, deren Beine langsam schwach wurden und einknickten.

„Nun hör auf mich zu leugnen Weib, gebe dich mir endlich hin und verrate mir was geschah.“, reagierte der Baron, wartend auf eine Reaktion. Doch dies vergeblich. Emilia wollte diese Frage nicht entgegnen.


„Nun gut, Trench! Schnapp dir diese Frau.“

 

Trench lief ausdruckslos auf Emilia zu, deren Augen sich langsam schlossen, und hob sie an ihrem rechten Bein hinauf.

 

Emilia versuchte dagegen anzukämpfen, doch ihr Körper wurde durch den Blutverlust viel zu schwach, wodurch sie ebenfalls ihren Dolch fallen ließ, der klimpernd auf den Boden fiel, und sich Trenches, knochenbrechenden Druck hingeben musste.

 

„Bitte verlass uns jetzt noch nicht, wir haben noch so viel zu besprechen“, sagte der Baron, während er seinen Arm hob und seinen gesamten rechten Arm anspannte. Er schloss dabei seine Augen und richtete seinen rechten Arm, langsam immer mehr in die Höhe.

 

Auf einmal begann Emilias Blut, das ihren Körper zuvor verlassen hatte und langsam in den Boden einsickerte, sich von dem Boden zu erheben und in Richtung der Hand des Barons zu fließen.


Er ließ dieses, wie ein Sog in seine Hand fließen und schloss, als all das Blut sich in seiner Hand befand, wieder seine Hand und nahm seinen Arm nach hinten, wie als würde er etwas werfen würden.


Schließlich warf er seine Hand wieder nach vorne und schleuderte eine riesige Masse an Blut, direkt in Emilias linke Brusthälfte.


Sie konnte diesem nicht ausweichen, den sie hing wie ein toter Truthahn an Trenches Arm hinunter.

Die Masse platze, nach der Berührung mit Emilias Haut, auf und fing an in ihren Wunden, zurück in deren Gefäße zu fließen.

 

Es war wie als würde Emilia mit neuer Energie durchgespült werden, wobei ihr Gefühl in der Hand und die Farbe in ihrem Gesicht kehrte unmenschlich schnell wieder zurück.


Emilia begutachte ihre Wunden und sah, dass diese alle gerinnen waren und kein Blut mehr vergossen.

Sie starrte misstrauisch den Baron an, der sie grinsend anlächelte und ihr bedrohlich erklärte, „Mach dir keine falsche Hoffnung, dass war nur damit du mir jetzt nicht ablebest. Trench, breite sie vor.“


Dieser räuspert seine Stimme und sprach Emilia in ihr umgekehrtes Gesicht, was sich fast melodisch anhörte, „Ich weiß, du lebst hier gern allein, es ist kälter als es scheint, doch deine Seele teilt das Leid, der Unendlichkeit. Der Morgen ist die Reue, die Nacht sei dein Trumpf. Deine Knochen spiegeln Traumen und deine endlose Schmerzende Brust~.

Und als Geschenk an dich, möchte ich dies nun anpassen.“, äußerte der Baron, der danach, mit dem Blick zu Trench, seine Finger einmal schnippst und schadenfreudig zu Emilia hinüberschaute.


Kurz bevor Emilia begriff was ihr widerfahren würde, legte Trench seinen anderen Arm um Emilias Oberschenkel, wonach dieser Emilias Bein kräftig auseinander presste, so dass es, wie ein zerbrochener Zweig, laut knackte und ihre gesamte Kniescheibe in zwei brach.

 

Emilias Schrei hallte durch den gesamten Wald und darüber hinaus.


Doch während Emilia versuchte, diesen Schmerzen zu verarbeiten, schaute der Baron erneut in Trenches Richtung und nickte ihm schadenfreudig zu.


Nach der Geste des Baron´s, schnappte sich Trench Emilias anderes Bein und brach dies ebenfalls, mit der gleichen Bewegung, in der hälfte durch.


Emilia zitterte vor Schmerzen in dem Griffe Trenches, doch versuchte sie irgendwie ihre Schmerzen herunterzuspielen, um den Baron keine Befriedigung zu gewähren.


Nachdem Trench Emilias beide Beine gebrochen hatte, wurde ihm, mit einer weiteren Bewegung des Baron´s, signalisiert, dass er noch weiter gehen sollte.


Er warf Emilia zu Boden, die nun bewegungsunfähig war und sich versuchte mit ihren Armen hin fortzuziehen, griff ihren rechten Arm und brach diesen ebenfalls.


Das Gleiche tat er mit ihrem linken Arm und ließ sie vor Schmerzen jämmerlich am Boden, leidend zuckend zurück.

Unterhalten, kniete sich der Baron vor Emilias Gesicht hinüber, die den Boden biss, um ihre Schmerzen irgendwie noch runterzuspielen, worauf er sagte, „Ich frage dich nun das letzte Mal. Erzähle mir wie du an die Gunst der Göttin gekommen bist.“


Emilia sprach jedoch wieder nichts aus. Das Einzige was sie ihm entgegnete, war ihren Kopf von dem Boden zu lösen und dem Baron direkt in sein Gesicht zu spucken.


„Deine Antwort wurde hingenommen. Scheinbar lässt du mir keine andere Wahl…“

Amoñ, der das Leiden seiner Mutter machtlos ertragen musste, versuchte kläglich die Klappe seines Versteckes zu öffnen, doch die Energie seines Körpers, physisch und mentale, schien ihn langsam zu verlassen und sein Körper nagelte ihn wieder, wie einen Anker, auf den steinigen Fußboden des Verstecks.

 

Er versucht, mit aller Kraft sich aufzurichten und irgendwie noch seiner Mutter zu helfen, doch die Schmerzen waren für den Acht-jährigen Jungen einfach zu viel und zwangen ihn, wieder und wieder zu Boden.


Wenige Meter vor der Terrasse, holte der Baron ein geschärftes Pilzmesser, aus seiner rechten Manteltasche, hervor und öffnete dieses, mit irritierend langsamer Geschwindigkeit vor Emilias Augen.


Emilia schaute diesem verstört entgegen, währenddessen Trench ihre Jacke entfernte, was ihre normalerweise trainierten Arme und Rücken entblößten.


„Mach dich nun bereit, für deine wahre Schicksal. Deine Gnosis, aus reinem Leid.“, verkündete der Baron in einer sadistischen, ruhigen Stimme, während er die Klinge des Messers an Emilias linken Oberarm legte.


Trench hielt Emilias Körper fest, während der Baron einen ersten Schnitt wagte, der sauber durch Emilias Haut glitt.


Sie konnte diesem Urteil nun nicht mehr entfliehen, beide ihrer Arme und Beine waren gebrochen und dazu hielt eine gigantische Muskelmasse sie am Boden fest.


So begann der Baron mit seinem, lang erwarteten Gnosis und ritzte ein Fetzten Haut, wie ein Stück Butter von Emilias Schulter ab, während diese ihre Schreie vor Schmerz nicht mehr innehalten konnte und Leid erfuhr, wie kein Menschliches Wesen sich vorstellen könne.


Nach und nach wurden ihr immer mehr Hautschichten, an verschieden Stellen ihres Körpers, abgeschoren, während ihre Schreie immer lauter wurden und ihr Körper immer mehr Blut verlor. Doch durch die Fähigkeit des Barons, floss das Blut direkt durch eine andere Öffnung wieder in Emilias Körper hinein.


Amoñ konnte dies nicht mehr ertragen.

Dies musste ein Traum sein.

So viel Leid, der Morgen fing doch so unschuldig an…, nun das.

Er versuchte vergeblich sich aufzurichten, während seine Schmerzen immer heftiger wurden und es sich fast so anfühlte, wie als wolle sich seine Wirbelsäule von selbst herausspringen wollen, doch trotz seiner Bemühungen, wurde Er bei jedem Versuch erneut und wieder zu Boden geworfen.

Amoñ wollte dies nicht mehr.

Sein Herzrassen schien durch den gesamten Raum zu schallen, während sein Hals immer tauber und seine Hände immer feuchter wurden.

Er wollte weinen, doch seine Augen waren Staubtrocken und unfähig weiter zu nässen.

„Das ist falsch, das ist falsch, DAS IST FALSCH! Ich möchte nicht hier sein, ich möchte nicht hier sein… bitte, bitte, ich brauch Hilfe. Mama, Mama, weck mich auf, weck mich auf, beendet es, BEENDET ES!“


Amoñ´s Schrei mischten sich mit deren seiner Mutter, die mit ihm zugleich, jammernd auf dem Boden wieselte und Emotionalen und Körperliche Qualen erlitt, dessen Ausmaß jede normale Seele brechen würde.


Auf einmal war es wie, als würde Amoñ´s Versteck eine neue Form annehmen. Der gesamte Raum wurde pechschwarz und blockierte jegliches Licht außerhalb des Raumes.

Er hörte Stimmen, sah fremde Augen in der Ferne, aber die Schreie seiner Mutter waren für ihn so unerträglich, dass er diese Halluzinationen unbemerkt ignorierte.

Doch nach all diesen Qualen, gab Amons Geist auf und er fiel in Ohnmacht.


Nach einer sehr langen und grausamen Zeit, beendete der Baron schließlich seine Gnosis und schaute, der noch gerade so am Leben klammernden, Emilia in ihr Gesicht, ohne ein Wort zu dabei verlieren.


Emilias Körper wies an vielen Stellen keine Epi- oder Dermis mehr auf und zeigt an einigen Stellen ihre Muskeln oder Knochen.


 Sie war unfähig, irgendein Wort heraus zu keuchen, denn ihr Körper besaß einfach keine Energie mehr.


Doch bevor der Baron die sterbende Emilia verließ, äußerte er, „Wertlos und gebrochen, keine Göttin auf deren Rettung man planen könnte. Eine Enttäuschung. Meine Geschichte wird sich damit, auf ein langes verzögern. Aber diese Folter, sie hiermit beendet. Auf nimmer Wiedersehen.“


Er richte seine Zeige- und Mittelfinger an Emilias Kehle, während er die Spitzen seiner Finger in straffes Blut verwandelte und diese blitzschnell über deren Hals fuhr, wobei dieser weit geöffnet wurde und Emilia an ihrem eigenen Blut, schmerzvoll ersticken ließ, wonach Emilia wenige Sekunden verstarb, mit nur noch ihrem Haar, als einzigen wiedererkennungswert, von der Person die sie einst war.


„Ist mein Traum hiermit erloschen? Nein, auf keinen Fall, doch welche Wege eröffnen sich mir nun?“ flüsterte der Baron zu sich selbst, „Lass uns gehen Trench, hier gibt es nichts mehr zu tun. Hast du in der Zwischenzeit, die Migräne ausfindig machen können?“


„Ja Baron. Er befindet sich nordwestlich von uns, etwa Drei Kilometer von diesem Plateau, am Fuße des Berges.“, berichte Trench in einer direkten Stimme.


„Wunderbar. Mal sehen ob er dieses Kind auffindbar machen konnte. Meine Hoffnung bleibt niedrig, doch sollte einem, in diesen vergangenen Zeiten, ein wenig Träumerei erlaubt sein.“


Trench klopfte sich, auf einen Hohlraum in dessen Schultern und wies darauf, den Baron auf Emilias Behausung, wovor sich nun ein riesiger Teppich aus Blut befand, hin.


„Oh, du hast recht. Wie konnte ich das fast vergessen.“, reagierte der Baron schmunzelnd, während er seine Hand erneut ausbreite und in Richtung des Hauses richtete.


Dieses Mal war die Form der Blutmasse kein Ast, sondern ähnelte denen eines spitzen Bolzenpfeiles, den der Baron mit hoher Geschwindigkeit auf das Haus abfeuerte.


Der Bolzen durchbohrte die Eingangswand und explodierte in der Hausmitte, was das gesamte Gebäude zum Einsturz brachte und Emilias Leiche unter dem Schutt dabei begrub.


Der Baron atmete befriedigt aus und fragte Trench, ob noch irgendetwas fehlen würde.

 

Dieser antwortete darauf mit, „Tatsächlich ja. Der Dolch den Emilian nutze. Er trug das Siegel eines privat Schmiedes, was man an dem hammerähnlichen Symbol erkennen kann, was sich durch die kleine Länge des Henkel, als Symbol für eine Privatschmiede deute.“


„Und zufälligerweise, gibt es in diesem Tal nur einen, talentierten Schmied, richtig? Lasset uns, nach dem wir die Migräne aufgegriffen haben, ihm einen kleinen Besuch abstatten.“, antwortete der Baron.

 

„Verstanden.“, bestätigte Trench, während die beiden wieder spurlos, in den Tiefen des Waldes verschwanden.


Obwohl die Explosion das gesamte Haus zerstört hatte, schien Amoñ, in seinem Versteck wohl auf zu sein.

 

Nur würde es einen gesamten Tag dauern, bis eine Gruppe von Landwirten, aus der benachbarten Landwirtschaftskommune, ihn durch sein klopfen, finden und anschließend herausholen würden, wobei er dabei einen kurzen Augenblick erhielt, wo er die vermeintlichen Überreste, seiner nun toten Mutter, in den Händen eines großen, weißbärtigen Mannes, für das letzte Mal erblicken durfte.


Was mit Emilias Überresten geschah, war ein Geheimnis, was selbst Amoñ und anderen Personen des Rettungskommandos verschwiegen blieb, die den verstörten Jungen mit zu ihrer Kommune transportierten, auf Befehl des großen Mannes.


„Ich weiß nicht genau, wann ich das letzte Mal Freude am Leben empfunden habe…“ <Á>

 

 „Amoñ bitte, löse deine zitternden Hände von deinem Gesicht. Ich weiß das du gehen möchtest, doch bitte <schnief>, bitte nehm dein Leben nicht weg, … von mir.“ <H>



-Prolog Ende-